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08/02/2017 07:17 CET | Aktualisiert 09/02/2018 06:12 CET

Hört auf Donald Trump, als psychisch krank zu bezeichnen - damit richtet ihr unglaublichen Schaden an

Donald Trump - sieht so eine psychische Krankheit aus?

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Ist Donald Trump verrückt? Sollte er eingewiesen werden? Einer kleinen Anzahl selbst ernannter „Promi"-Psychologen nach hat Trump sie nicht mehr alle. In zahlreichen Artikeln wurden die Symptome seiner angeblichen psychischen Erkrankung analysiert und in den sozialen Medien geteilt, wo sie für Aufschreie sorgten. Endlich verstehen wir, warum Trump so ist, wie er ist.

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Und diejenigen von uns, die an vorderster Front mit psychisch Kranken zusammenarbeiten, müssen sich wieder einmal mit ihren Patienten zusammensetzen, um ihnen zu erklären, dass es nicht ihre Krankheit ist, die die Welt aufschreien lässt. Heutzutage ist es wirklich, wirklich schwierig, sie davon zu überzeugen.

Wir glauben sogenannten Experten

Jo Hemmings, ein Promi-/Verhaltens-/Dating(?)-Psychologe ist weder für die Berufsbezeichnung qualifiziert noch irgendwo registriert, aber der Titel, den sie sich selbst verliehen hat, ist genug für unser postfaktisches Zeitalter.

Und wenn sogenannte „Experten" wie sie sagen, dass Trump an einer Krankheit leidet, die nur so wenige verstehen, nicken die Menschen weise und glauben ihnen. Wie Professor Peter Kinderman, Präsident der Britischen Psychologischen Gesellschaft, so prägnant formuliert:

„Trump sollte wegen seiner politischen Entscheidungen be- und verurteilt werden, genauso, wie jeder andere Politiker an seiner Stelle auch. Es ist auf so viele Weisen jedoch falsch, Trump zu diagnostizieren, um ihn so zu verstehen und zu konfrontieren. Ich bin gegenüber psychischen Diagnosen sowieso skeptisch, und ich stimme mit den Kollegen überein, die Promi-Pseudo-Ferndiagnosen aburteilen. Ich würde sogar noch weiter gehen. Wir sollten diejenigen, die mit ernsthaften psychischen Problemen zu kämpfen haben, nicht mit solchen Menschen wie Donald Trump assoziieren. Es liegt nichts Verachtenswertes darin, diagnostische Maßnahmen in unserer psychologischen Arbeit zu verwenden. In Trumps Verhalten liegt viel Verachtenswertes, deswegen sollten diese Problematiken stark unterschieden werden."

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Es ist viel zu einfach, schlechtes Verhalten mit Psycho-Blabla zu pathologisieren. In so einem Moment trifft es allerdings auch echte Menschen. Solche Methoden werden nur von solchen angewandt, die auf Kosten einer Gruppe verletzlicher Menschen schnell Geld verdienen wollen.

Donald Trump - so sieht keine psychische Krankheit aus

Seine „Diagnose" ist allerdings definitiv ein Stigma, und genau dieses Stigma ist manchmal der schlimmste Teil einer psychischen Erkrankung, von dem man sich am schwersten wieder erholt. Wie kann sich eine Person zum Beispiel vollständig wieder erholen, wenn niemand sie einstellen will?

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Hier an der psychologischen Front kämpfen meine Kollegen und ich wieder mal damit, Arbeitgeber, Versicherungsvertreter, Entscheidungsträger, Lehrer, Freunde, Familie, Gemeinden und alle anderen Menschen und Ernährer davon zu überzeugen, dass eine vollständige Heilung möglich ist, dass psychische Krankheiten nicht gefürchtet werden müssen. Trump selbst - na ja, das ist eine andere Geschichte.

Der Beitrag wurde aus dem Englischen übersetzt und erschien ursprünglich auf HuffPost UK.

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