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26/02/2016 04:58 CET | Aktualisiert 25/02/2017 06:12 CET

Du musst nicht aufräumen, bevor Du mich zu Dir nach Hause einlädst

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Letzte Woche kam eine gute Freundin von mir mit ihren Jungs zu mir nach Hause, damit unsere Kinder zusammen spielen konnten. Was ich an den Treffen mit ihr ganz besonders schätze ist ehrlich gesagt die Tatsache, dass sie immer so ungezwungen sind.

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Ich musste nicht wenige Minuten vor ihrer Ankunft durchs Haus rennen um es vorzeigbar erscheinen zu lassen. Ich habe gar nicht erst versucht, so zu tun, als hätte ich die Zeit gehabt, mir die Haare zu machen. Stattdessen lief unser Treffen so ab:

Ich begrüßte sie mit klatschnassen Haaren. Ich hatte eine Yogahose an und trug meine Zwillingsmädchen in ihren Badehandtüchern auf dem Arm, weil sie wenige Minuten zuvor beschlossen hatten, mit mir unter die Dusche zu springen.

Ich hatte noch nicht einmal das ganze Frühstücksgeschirr weggeräumt und auf dem Boden lag bereits jetzt schon überall Spielzeug, das dort auch den ganzen Tag liegen bleiben würde. Und das Beste daran? Es war ihr egal. Weil sie es versteht.

Meine Wohnung ist ein Chaos, aber sie versteht das alles

Sie versteht, dass ich wahrscheinlich in der vergangenen Nacht nicht durchschlafen konnte und deshalb lieber noch ein paar Minuten länger liegengeblieben bin, anstatt früh aufzustehen und mir die Haare zu föhnen und auf Lockenwickler zu drehen.

Sie versteht, dass man manchmal nicht einmal allein duschen kann und dass ich die Kinder mitnehmen musste, um mich waschen zu können.

Sie versteht, dass der Geschirrberg niemals kleiner wird und dass es ein Ding der Unmöglichkeit ist, alle Spielsachen wegzuräumen.

Sie versteht das alles.

Sie versteht, dass ich momentan wirklich nicht auch noch den Stress brauche, mich auf ein Treffen vorzubereiten zu müssen - ich brauche nur die Bestätigung, dass ich nicht allein bin. Also trifft sie mich immer so wie ich gerade bin.

Wir unterhalten uns über das Gute, das Schlechte und das Unbekannte, während unsere Kinder herumtoben und das Haus auseinandernehmen. Wir tun so, als würden wir es nicht bemerken.

Weil ehrlich? Wir würden für ein paar Stunden, in denen wir Erwachsenengespräche führen können, so gut wie alles opfern, sogar die Kontrolle über unsere Umgebung.

Wenn eines der Kinder eine ganze Packung Müsli auf dem Tisch ausschüttet und ein anderes das Müsli auf dem ganzen Boden verteilt, lachen wir und freuen uns über das Chaos. Dann schnappt sie sich mit meinem Baby auf dem Arm den Besen und fegt alles auf.

Sie trifft sich in meinem Chaos mit mir. Immer wieder.

Ich wünsche jedem von uns Freundschaften, die sogar unser Chaos aushalten. Dass wir nicht mehr mit einer Einladung warten, bis wir alles in Ordnung gebracht haben.

Wenn Du jemanden in Dein unordentliches Zuhause einlädst, verspreche Dir, dass dieser Freund sich sogar noch mehr geliebt fühlt, weil er weiß, dass Du ihm auch Deinen Alltagskram anvertraust.

In Wirklichkeit wohnt doch keiner von uns in einem perfekten Haus mit einem schicken weißen Gartenzaun. Das ist immer nur die halbe Wahrheit und es gibt nichts Besseres, als jemandem DEINE ganze Wahrheit anzuvertrauen.

Das macht das Leben interessanter und wir lernen dadurch, dass wir auf diese Erde gekommen sind, um Licht in die Dunkelheit von Anderen zu bringen.

Du wirst heute geliebt, meine Freundin. Sogar in Deiner chaotischsten, dunkelsten Stunde hast Du Liebe verdient.

Umarmung und Küsschen,

Deine Amber

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Dieser Blog ist ursprünglich bei der Huffington Post USA erschienen und wurde von Susanne Raupach aus dem Englischen übersetzt.

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