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10/09/2015 08:47 CEST | Aktualisiert 10/09/2016 07:12 CEST

Das ist passiert, als ich mich zwei Wochen lang nicht beschwert habe

Blend Images - Jon Feingersh via Getty Images

Ich habe vom 1. bis 15. August darauf verzichtet, mich über irgendetwas zu beschweren.

Ja, ihr habt richtig verstanden: Kein „Ich bin müde"-Gemurmel um 15 Uhr im Büro mehr. Kein Anschreien von Autos, die mich auf der 440er schneiden. Kein Anschnauzen von Leuten, die nicht zuhören.

Das Highlight dieser zwei Wochen? Ich konnte zeigen, dass ich keine schreckliche, negative Person bin UND optimistische Menschen tendieren einigen Studien zufolge dazu, länger zu leben. Und ich bin optimistisch genug zu glauben, dass diese Studien Recht haben.

Also los geht's: Die krassesten fünf Dinge (gute und schlechte), die passiert sind, als ich aufhörte mich zu beschweren.

1. Mir ist aufgefallen, dass ich nicht genug schlafe.

Die größte Beschwerde, die ich mir verkneifen musste? „Ich bin müde." Oder eine Variation von „Ich bin erschöpft." Unsere Kultur bringt uns dazu, Schlafmangel und Starbucks zu glorifizieren. Und ist es das wirklich wert, diese Negativität, die damit einhergeht, buchstäblich jeden Tag zu spüren? Ich bin mir beinahe selbst mit meiner Müdigkeit auf die Nerven gegangen. In dem Zusammenhang ärgerte ich mich auch über mich selbst, wenn ich mal wieder „Ich sterbe vor Hunger" klagen wollte. Nein, Alexii. Du weißt überhaupt nicht, was es wirklich bedeutet, Hunger zu haben (also bist du wahrscheinlich auch nicht soooo müde).

2. Ich habe mich weniger oft gestritten.

Ich bin niemand, der Streit sucht, aber ich habe bemerkt, wie viele dumme Auseinandersetzungen ich in einer Woche habe. Wenn mein Verlobter Alex etwas sagte, mit dem ich nicht einverstanden war, konnte ich nicht sofort reagieren. Das hat mir geholfen, ihn nicht sofort anzufahren - und noch wichtiger, es hat mich dazu gebracht, nachzudenken, bevor ich den Mund aufmache. Ich bin mir sehr sicher, dass man uns schon im Kindergarten gesagt hat: „Erst denken, dann sprechen" - aber mir ist so erst aufgefallen, wie oft ich diesen simplen Rat nicht befolgt habe.

3. Es baut sich eine innere Angst auf.

Tatsache: Diese Erfahrung war insgesamt eine positive Erfahrung. Es brachte mich wirklich dazu, meine Reaktionen in bestimmten Situationen zu reflektieren. Mir wurde klar, dass sich Leute manchmal einfach abreagieren müssen. An einem Tag kam ich vollkommen erschöpft und leicht emotional angeschlagen nach Hause. Anstatt mit einem Freund, der gerade da war, oder mit meinem Verlobten ein Gespräch anzufangen, zog ich mich sofort zurück. Es war fast so, als wüsste ich nicht mehr, wie ich in diesem Moment positiv sein kann. Es war seltsam. Und ich ging an diesem Abend früh ins Bett. Aber auf der positiven Seite...

4. Ist Negativität eine reine Befindlichkeit.

Wenn du aufhörst, dich zu beklagen, dann fällt dir erst auf, wie negativ deine Gedankengänge sind. Natürlich habe ich mich nicht laut beschwert, wenn ich müde oder genervt war - aber ich habe immer noch daran gedacht. Negatives Reden kann dich zermürben, aber negative Gedanken sind genauso gefährlich.

5. Ich habe öfter gebetet.

Als ich gezwungen war, das Negative in etwas Positives zu verwanden, habe ich gebetet. Vielleicht kam es aus früheren Erfahrungen - aber aus welchem Grund auch immer - es hat funktioniert. Und meine Seele fühlte sich besser.

Und am Ende des Tages? Shit happens. Nach meinem Verzicht auf Beschwerden hatte ich einen der schlimmsten Tage, die ich je erlebt habe. Denkt an die schwierigen Gespräche, die sich verschoben haben, aber notwendig waren (und das Schlimmste daran war, dass nach den Gesprächen nichts geklärt war) zusammen mit der Negativität anderer Leute.

Dann füge noch ein paar „First World Problems" - wie ich sie gerne nenne - dazu: Schlafmangel, ein kaputtes Telefon und ein abgewürgtes Auto. Was habe ich getan? Ich habe mich beschwert. Wohin hat es mich gebracht? Nicht weit. Mir fiel einen Tag später auf, dass alles nicht so schlimm war. Leute haben gute und schlechte Tage, aber die Wahrheit ist: Es kommt alles auf deine innere Einstellung an.

Folge Alexii Lardis auf Twitter: www.twitter.com/alexandralardis

Dieser Blog erschien ursprünglich bei der Huffington Post USA und wurde von Lisa Mayerhofer aus dem Englischen übersetzt.

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