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10/11/2015 05:51 CET | Aktualisiert 10/11/2016 06:12 CET

Vom Google-Alphabet zur Dekade der Menschlichkeit (Teil 1)

Compassionate Eye Foundation/Jasper White via Getty Images

Warum sich Google von A bis Z selbst revolutioniert

Larry Page, Gründer und Vorstandssitzender von Google, schrieb im August 2015 auf der neuen Google-Website, dass erfolgreiche Unternehmen gern dazu neigen, selbstgefällig zu werden und Fett anzusetzen. Das führt dazu, dass sie ihre Innovationskraft verlieren, was schnell das Aus bedeuten kann.

Deshalb ist es nachhaltig, sich auch in guten Zeiten immer ein bisschen unwohl zu fühlen und sich auch in Erfolgszeiten die Sinnfrage zu stellen. Der größte Internetkonzern der Welt bricht konsequent mit dem Vergangenen und zerlegt sich gerade selbst.

Durch die neu separierten Strukturen sollen künftig Flexibilität, Transparenz und Innovationskraft gesichert werden. Alle Zukunftsthemen haben eigene Unternehmenseinheiten.

Die Holding „Alphabet" mutet zwar nostalgisch an, aber ihr Ziel ist etwas anderes: „Aus Google wird Alphabet wird Zukunft" (WirtschaftsWoche 34/2015).

Das Alphabet ist für Page eine der wichtigsten Innovationen der Menschheit. Es umfasst von A bis Z eben „alles", was mit Fortschritt verbunden ist. Der große Wunsch von Page ist, mit Google das Wissen der Welt zu erschließen, für alle zugänglich zu machen und dazu beizutragen, durch Technologien die Probleme der Welt zu lösen. Aber auch wieder optimistischer zu werden:

„Das Internet, selbstfahrende Autos, das sind doch grandiose Errungenschaften, die aus Optimismus geboren wurden. Und es ist ja nicht so, dass uns die großen Probleme ausgehen würden, die es noch zu lösen gilt. Warum sind wir also nicht begeisterter von den Zukunftsaussichten?"

Im SPIEGEL-Interview, das Thomas Schulz mit ihm geführt hat, plädiert er auch für mehr Nachhaltigkeit:

„Der Kapitalismus ist sicher sehr effizient, aber er fördert ein ausgeprägtes Kurzfristdenken, das in vielen Unternehmen zu finden ist. Damit kann man sicher eine Weile gut fahren, aber es führt auch zu großen Problemen auf lange Sicht. Ich finde, es ist den Versuch wert, einen anderen Weg zu gehen. Warum sollen wir nicht gute Geschäfte machen und gleichzeitig versuchen, dabei die Welt voranzubringen?" (DER SPIEGEL 43/2015)

Was Bert Martin Ohnemüller mit Google verbindet

Am 30. Oktober 2015 erschien in der Huffington Post der Beitrag „Das Projekt Zukunft: Warum die Dekade der Menschlichkeit vor uns liegt".html mit einem umfangreiche Interview des Handels- und Managementexperten Bert Martin Ohnemüller.

Der langjährige PoS-Experte sowie Inhaber und Geschäftsführer der neuromerchandisinggroup GmbH & Co.KG in Frankfurt am Main publizierte in den vergangenen Jahren Bücher zu den Themen „Mehr Erfolg am Point of Sale" und „Neues Denken. Neues Handeln".

Unternehmen und Organisationen schätzen ihn als Querdenker, der wichtige gesellschaftliche Strömungen erkennt und zu einem stimmigen Muster zusammenfügt, so dass Zukunft sichtbar oder zumindest erahnt wird.

Themen wie Gemeinschaftlichkeit, Wohlstand, Gesundheit, Lebensglück und Nachhaltigkeit liegen auch ihm am Herzen - allerdings im Bewusstsein, dass die Informationsverantwortung immer beim Sender und nicht beim Empfänger liegt, und dass wir kleine Einheiten brauchen, um das Große und die vor uns liegende Dekade der Menschlichkeit besser zu verstehen.

Das Alphabet ist ihm dabei ein wichtiger Rahmen, der einerseits Vielfalt zulässt (Kleines und Großes, Bedeutendes und Unbedeutendes, Arbeit und Leben, Innen und Außen stehen gleichberechtigt nebeneinander) und andererseits die Dinge des Lebens und der Welt im besten Wortsinn „in Ordnung" bringt.

Sein Alphabet, das auch Zitate (Urheber in Klammern) einbezieht, die ihm besonders am Herzen liegen, ist mit ergänzenden Beiträgen aus der Huffington Post verlinkt. Es ist eine Einladung an alle, die ihr Leben wieder in eine sinnvolle Reihenfolge bringen möchten.

Die Dekade der Menschlichkeit im Alphabet (A bis E)

Von Bert Martin Ohnemüller

Achtsamkeit:

Ein erfülltes Leben bedingt die Achtsamkeit mit sich selbst.

Arbeit:

Wenn Sie und Ihre Mitarbeiter nicht nur für ihr Gehalt arbeiten, sondern weil sie an das glauben, was Sie tun und wovon Sie überzeugt sind und nicht nur auf Ihren Verstand, sondern auf Ihr Herz und Ihre Seele bauen, dann können Sie Ihren Unternehmenserfolg nicht mehr verhindern.

„Je mehr Vergnügen du an deiner Arbeit hast, desto besser wird sie bezahlt." (Mark Twain)

Bauchgefühl:

Meine unternehmerische Erfahrung hat mich gelehrt, dass in den meisten Fällen 70 oder 80 Prozent Erkenntnisgrad für eine Entscheidung völlig ausreichen - das gute Bauchgefühl vorausgesetzt. Es ist so etwas wie die letzte Instanz für den Prozess der Entscheidungsfindung. Die Intuition weiß in der Regel, was das Richtige ist, und sie wird bei nachhaltiger Nutzung immer besser.

Baum:

Für mich ist die Persönlichkeit so etwas wie ein Baum, und der Charakter das entsprechende Wurzelwerk, das unser Wesen ausmacht. Darauf sollten wir unsere volle Aufmerksamkeit lenken.

Begeisterung:

Als Entdecker und Gestalter unseres Lebensweges sollten wir die Fackel der Begeisterung immer neu zum Entflammen bringen. Begeisterung ist eine Wirkkraft, die wir brauchen, um buchstäblich Berge zu versetzen. Sie entsteht dann, wenn die eigene und die Erwartung unserer Mitmenschen durch das, was wir tun, übererfüllt werden. Es geht um das „X": das Besondere, das Extra.

Berufung:

Nur wenn das was, man tut, von Herzen kommt und nur, wenn der Beruf aus der Berufung kommt, wird eine erfülltes Berufs- und Privatleben erst möglich.

„Die oberste Aufgabe, zu der wir berufen sind, ist für jeden, sein eigenes Leben zu führen." (Michel de Montaigne)

Business-Romantik:

Ich bin ein unverbesserlicher Businessromantiker, der von einer Welt träumt, in der die Menschen das, was sie tun, gerne und mit Leidenschaft tun. Eine Welt, die geprägt ist von Kooperation statt von Konfrontation. Auf meinem Weg sind mir immer wieder die drei Themen begegnet, die für eine dauerhafte und erfolgreiche Unternehmens- und Lebensführung entscheidend sind: Führung, Kommunikation und Inspiration.

Charakter:

Nichts liefert so schnelle und so eindeutige Botschaften über den Charakter und den Wertekanon eines Menschen als seine Sprache und die betreffende Wortwahl.

Commitment:

Durch das Commitment eine problematische Situation auflösen zu wollen und empathisch zu kommunizieren steht die Idee des Talking Sticks bei mir ganz weit oben in der Wahl geeigneter Instrumente. Ich selbst habe die besten Ergebnisse erreicht und viele Konflikte auf diese smarte und einfache Art und Weise lösen können.

Einzigartigkeit:

In unserer Einzigartigkeit liegt der Schlüssel zum Glück und der Herzschlag zu einem besserem Leben.

Emotionen:

Emotionen sind die Energien, die uns im wahrsten Sinne des Wortes unter die Haut gehen. In der Wissenschaft werden sie oft als unser Autopilot bezeichnet, der uns durch unser Leben steuert, und der unser Handeln in bestimmten Situationen ganz eigenständig vorbereitet.

„Der Motor der Vernunft sind die Emotionen." (António Damásio)

Empathie:

Bei der Empathie handelt es sich nicht um einen Luxus der Natur - vielmehr ist die Fähigkeit zu fühlen, was der oder die andere fühlt. Wir alle haben ein gleichermaßen starkes Grundbedürfnis nach Zusammengehörigkeit: zur Familie, zum Freundeskreis, zum Glauben, zur Kommune oder zur Firma. Darin liegt die Befriedigung, die wahre und vielleicht einzige Quelle von Empathie und gemeinschaftlichem Erfolg.

Energie:

Ich bin davon überzeugt, dass wir uns nur dann nachhaltig verändern können, wenn in uns ein hohes Maß an emotionaler Kraft vorhanden ist. Emotion heißt auch E -Motion, Energie in Bewegung oder die Energie, die uns bewegt.

„Leiste der Angriffsenergie des Gegners keinen Widerstand, sondern sei im Fluss und siege." (Eckhart Tolle)

Erfolg:

Da wo die Freude jedes Einzelnen ist, dort ist auch dessen ganz persönliche Wahrheit, und dort liegt eben auch die Quelle für den ultimativen Erfolg, der immer eine Folge von etwas ist, also ein Resultat, ein Ergebnis. Kurz: Erfolg ist das, was folgt, wenn man sich selbst folgt.

"Wenn jeder einzelne 'zusammen' vorwärts geht, dann muss man sich um Erfolg nicht kümmern." (Henry Ford)

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Hier geht es zu Teil 2 und Teil 3

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