BLOG
28/02/2016 09:51 CET | Aktualisiert 28/02/2017 06:12 CET

ProjectTogether: Zusammen können wir das schaffen!

Gastbeitrag von Michael Heider, Geschäftsführer ProjectTogether gUG

Die Frage "Schaffen wir das?" erregt aktuell Politik, Bürger und Medien. Die Kontroverse sowohl zwischen den Parteien in Deutschland als auch den Mitgliedstaaten der Europäischen Union zeigt, dass eine "richtige" Vorgehensweise in der Flüchtlingskrise nicht auf der Hand liegt.

Egal welche Position man in Bezug auf die zukünftige Strategie im Umgang mit Geflüchteten einnimmt, eines steht unausweichlich fest: Die große Herausforderung der kommenden Jahre wird die Integration der neuen Mitbürger sein.

Alleine kann die Politik dies allerdings nicht schaffen. Sie kann den Rahmen vorgeben und die Mittel zur Verfügung stellen, für ein gelungenes Zusammenleben braucht es jedoch mehr. Wir, die Bürger, sind gefragt!

Zu Anfang der "Flüchtlingskrise" haben wir erlebt, was möglich ist, wenn sich ein großer Teil unserer Gesellschaft angesprochen und verpflichtet fühlt, etwas zu tun. Viele verspürten den Tatendrang, etwas beizutragen, schlossen sich über soziale Netzwerke zusammen und brachten ihre Ideen ein.

So konnte zum Beispiel am Münchner Hauptbahnhof den ankommenden Geflüchteten Erstversorgung gewährleistet werden.

Diese Einstellung, selbst aktiv zu werden und gesellschaftliche Herausforderungen in die eigene Hand zu nehmen, ist nicht nur begrüßenswert und ein wichtiger Bestandteil für unsere europäische Gemeinschaft, sondern Teil einer größeren Bewegung. Die Bedeutung von Mitgestaltung wächst. Für die Generation Y ist ein "proaktiver Lifestyle" ein wesentlicher Bestandteil eines erfüllten Lebens.

2016-02-17-1455723813-6929305-cProjectTogether2.jpg

Jede Woche wird jedoch ein Großteil der verfügbaren Zeit mit OnlineDating, Spielen und Katzenvideos verbracht. Es liegt auf der Hand, was sich erreichen ließe, wenn nur ein Bruchteil dieser Zeit dafür verwendet werden würde, die eigenen gesellschaftlichen Ideen und Anliegen in die Tat umzusetzen.

Zusammenarbeit, Erfahrungsaustausch und koordiniertes Arbeiten an gesellschaftlichen Herausforderungen hätten im Internet ein unerschöpfliches Potenzial.

Obwohl die meisten Menschen in der Theorie von dem Gedanken begeistert sind, ihr Umfeld mitzugestalten und etwas "Sinnvolles" zu tun, trauen sich viele, den Schritt aktiv zu werden, nicht zu.

Laut BMFSFJ sind 64% aller Deutschen aktuell kaum engagiert, jedoch 37% theoretisch zu Engagement bereit. Fehlendes Selbstvertrauen, mangelnde Unterstützung in der Frühphase und ausbleibender Zuspruch durch das eigene Umfeld fördern diese Passivität.

Um diese Hürden zu beseitigen gibt es ProjectTogether. Die mittlerweile über 60 ehrenamtlichen Teammitglieder der Initiative haben ein gemeinsames Ziel: "Wir machen Mitgestaltung einfach für jeden."

ProjectTogether ist die erste Anlaufstelle, um gesellschaftliche Ideen tatsächlich in die Tat umzusetzen. Dies wird bisher durch kostenloses TelefonCoaching erreicht: Am Anfang, wenn die Idee sich einzubringen noch fragil und wage ist, bietet ProjectTogether die Unterstützung eines Coaches.

Mit diesem wird das Vorhaben wöchentlich gemeinsam besprochen, über Herausforderungen reflektiert und vor allem Motivation getankt.

Über 200 junge Menschen haben durch die Begleitung bei ihren Projekten bereits Erfolgserlebnisse, Selbstvertrauen und Erfahrung mit gesellschaftlicher Partizipation gesammelt.

2016-02-17-1455723911-1182424-CProjectTogether.JPG

Aktuell stellt gesellschaftliches Engagement aus der Sicht von ProjectTogether noch eine Nische dar, die von wenigen Idealisten ausgefüllt wird.

Das Potenzial der Menge bleibt jedoch noch ungenutzt. Arbeiten, Reisen, Einkaufen, und viele weitere Bereiche unseres Lebens finden bereits global und virtuell vernetzt statt. ProjectTogether möchte die Proaktivität und den Willen zur Mitgestaltung aus dieser Nische heraus zu einer Chance für jeden machen.

Wichtig dafür ist vor allem die Präsenz an den Orten, an denen Ideen entstehen und häufig gleich wieder verworfen werden. Deshalb ist ProjectTogether bereits aktiv an Schulen und Universitäten, wo viel diskutiert wird, allerdings die Aktion als Konsequenz häufig ausbleibt.

Auch in anderen Umgebungen des Alltags kommt man auf Ideen. Beim Warten in der Arztpraxis, zu Hause unter der Dusche oder im Auto.

ProjectTogether möchte es zur Selbstverständlichkeit machen, dass diese Ideen dann aufgegriffen und zusammen mit anderen umgesetzt, anstatt gleich aus Selbstzweifel und diversen Gründen verworfen werden. Dafür braucht es den Ort, an dem jeder Unterstützung für seine Anliegen bekommen kann.

Damit ProjectTogether an diesen Orte präsent sein und sich deutschlandweit ausbreiten kann, wird Ihre Unterstützung benötigt!

Das Team von ProjectTogether ist im Finale der Google Impact Challenge, die bis zum 24. Februar 2016 ihre Gewinner in einer öffentlichen Abstimmung ermittelt.

Weitere Informationen:

ProjectTogether! Wie die Flüchtlingskrise ein neues Selbstverständnis von Engagement schafft. Interview mit Philipp von der Wippel

Auch auf HuffPost:

Berichterstattung über Flüchtlingskrise: So rechnet Horst Seehofer mit ARD und ZDF ab

Lesenswert

Ihr habt auch ein spannendes Thema?

Die Huffington Post ist eine Debattenplattform für alle Perspektiven. Wenn ihr die Diskussion zu politischen oder gesellschaftlichen Themen vorantreiben wollt, schickt eure Idee an unser Blogteam unter blog@huffingtonpost.de.