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28/01/2017 09:17 CET | Aktualisiert 29/01/2018 06:12 CET

Mobilität und Logistik: Auf dem Weg zur digitalen Transformation

PeopleImages via Getty Images

Die neue autoMobilität

Laut einer Studie der Vereinten Nationen soll die Stadtbevölkerung weltweit bis zum Jahr 2050 um 2,5 Milliarden Menschen anwachsen. Mit ihrer Infrastruktur sind viele Städte nicht auf die wachsende Stadtbevölkerung vorbereitet, was zu Staus und Schadstoffbelastungen führt, die die erlaubten Grenzwerte übersteigen. Deshalb ist es wichtig, an neuen Lösungen für den urbanen und vernetzten Verkehr der Zukunft zu arbeiten.

Staus und Unfälle könnten durch die digitale Transformation seltener werden. In ihrer Ende 2016 erschienenen Studie „Neue autoMobilität" legt acatech - Deutsche Akademie der Technikwissenschaften e.V. eine Roadmap vor, die darstellt, wie der Straßenverkehr bis 2030 vernetzt, automatisiert und damit sicherer und fließender werden kann.

Für acatech Präsident Prof. Henning Kagermann sind Automatisierung und Vernetzung neben der Elektrifizierung die zentralen Bausteine für die bevorstehende Mobilitätswende. Fahrzeuge werden immer stärker von Software gesteuert. Sie benötigen, verarbeiten und teilen immer mehr Daten: Auf dieser Basis lässt sich der intelligent werdende Verkehr optimieren, sodass sich weniger Staus bilden und weniger Emissionen freigesetzt werden. Ebenso werden neue, datengetriebene Mobilitätsangebote möglich.

Die Autoren der Studie, die aus über 40 Organisationen kommen und branchen- und disziplinenübergreifend zusammengearbeitet haben, möchten mit ihrer Studie die bislang unübersichtliche Debatte ordnen.

Warum wir digitale Kompetenzen brauchen

In der aktuellen Medienberichterstattung wird immer darauf verwiesen, dass IT der Schlüsselfaktor ist und sich Mobilitätsunternehmen und Logistiker künftig mehr als „Software-Schmieden" verstehen. Damit ist ein wichtiger Aspekt angesprochen, der in der in der Digitalisierungsdebatte häufig vernachlässigt wird: das Handwerk („Schmiede"), das mit Können und bestimmten Fertigkeiten verbunden ist.

Bereits 1809 schrieb der Bildungsreformer Wilhelm von Humboldt, dass man allerdings nur ein guter Handwerker ist, wenn man ein aufgeklärter Mensch und Bürger ist. Das ist eine Grundvoraussetzung für digitales Denken. Die amerikanische Computerwissenschaftlerin prägte dafür den Begriff „Computational Thinking", die ihrer Ansicht nach zur vierten Kulturtechnik neben Lesen, Schreiben und Rechnen erklärt werden sollte.

Mit der digitalen Transformation wird es künftig kaum mehr einen Arbeitsplatz geben, der nicht von IT durchdrungen ist. Bundesbildungsministerin Johanna Wanker betont zu Recht, dass wir deshalb bereits in den Schulen auch das handwerkliche (!) und räumliche Denken stärken müssen. Um die große Entwicklung zu verstehen und sie beeinflussen zu können, sollten Menschen befähigt werden, ihre digitalen Kompetenzen zu schulen und die neuen Medien kompetent, selbstbestimmt und verantwortungsvoll zu nutzen.

Denn wer sich im Kleinen (und in jungen Jahren) nicht selbst bewegt, wird der großen Entwicklung - um im Mobilitätskontext zu bleiben - lediglich hinterherfahren.

Digitale Transformation: Nachhaltige Chancen für die Logistikbranche

Wie deutsche Unternehmen mit dem digitalen Wandel umgehen und dazu beitragen, dass der Infrastrukturstandort Deutschland zukunftsfähig bleibt, zeigt das folgende Beispiel: Seit über 80 Jahren ist DKV Euro Service einer der führenden Mobilitätsdienstleister für das Logistik- und Transportgewerbe.

Von der bargeldlosen Unterwegsversorgung an 60.000 markenübergreifenden Akzeptanzstellen bis hin zu Mautabrechnung und Mehrwertsteuerrückerstattung bietet DKV ein umfangreiches Leistungsspektrum zur Optimierung und Steuerung von gewerblichen Fuhrparks in ganz Europa.

Der DKV ist Teil der DKV MOBILITY SERVICES Group mit rund 820 Mitarbeitern. 2015 erwirtschaftete die Gruppe einen Umsatz von 5,8 Milliarden Euro und war in 42 Ländern tätig. Aktuell sind mehr als 2,7 Millionen DKV CARDs und On-Board Units bei rund 140.000 Kunden im Einsatz. 2016 wurde die DKV CARD zum zwölften Mal in Folge als beste Marke in der Kategorie Tank- und Service-Karten ausgezeichnet.

Seinen Kunden bietet das Unternehmen für Fahrten im europäischen Ausland jetzt noch aktuellere Preisinformationen an. Denn nach Deutschland und Frankreich stellen auch die italienischen, spanischen und portugiesischen Behörden seit einiger Zeit aktuelle Preisdaten zur Verfügung: DKV bindet Preisdaten italienischer, spanischer und portugiesischer Behörden in DKV APP und Routenplaner DKV MAPS ein.

Dirk Simon, Head of Fuel & Payment Autorisation beim DKV Euro Service, betont den Mehrwert für die Kunden, der durch die Preistransparenz wächst. Auch können die Versorgungskonzepte individueller sein, die mit den Kunden erarbeitet werden.

Bislang basierten die Preisinformationen außerhalb Deutschlands auf den Transaktionsdaten des jeweiligen Tankkartenanbieters. Das hatte zur Folge, dass für weniger frequentierte Tankstellen keine aktuellen Preisinformationen vorlagen (DKV-Pressemitteilung, 25.01.2017).

Um die digitale Transformation hier erfolgreich umzusetzen, ist auch die Gesellschafterstruktur ein entscheidendes Kriterium. Bei der DKV MOBILITY SERVICES Group mit ihren Marktgesellschaften DKV Euro Service, NOVOFLEET und Remobis hat sich per 4. Januar 2017 die Gesellschafterstruktur geändert:

Die Dr. Fischer KG hat die Unternehmensanteile der Gothaer Versicherung vollständig erworben. Bis dato war die Dr. Fischer KG mit 55 Prozent Mehrheitsgesellschafter der DKV Group. Die Konzentration der Unternehmensanteile in einer Hand gibt dem Familienunternehmen den notwendigen Gestaltungsspielraum, sich noch stärker im Markt zu positionieren und die Gruppenstrategie nachhaltig umzusetzen.

Dazu gehören u.a. der verstärkte Ausbau der europaweiten Vertriebsaktivitäten, der konsequente Aufbau einer neuen IT-Struktur und erhebliche Investitionen in neue Mitarbeiter.

Der Entwicklung und dem Einsatz einer europaweit einsetzbaren Mautbox sowie der intensiven Vernetzung mit führenden Unternehmen und Fahrzeugherstellern möchte sich das Unternehmen ebenfalls intensiv widmen.

Mit der Zukunft der Mobilität, die elektrisch, vernetzt und automatisiert sein wird, beschäftigt sich der interdisziplinäre Sammelband „CSR und Digitalisierung. Der digitale Wandel als Chance und Herausforderung für Wirtschaft und Gesellschaft" (hg. von Alexandra Hildebrandt und Werner Landhäußer), der Mitte 2017 im Fachverlag SpringerGabler erscheinen wird.

Er enthält u.a. Beiträge von: Wolfgang Schäuble, Fredmund Malik, Timotheus Höttges, Henning Kagermannm, Viola Klein, Bert Rürup, Julia Klöckner, Christian Seifert, Tim Leberecht, Dieter Gorny, Christoph Keese, Ulrich Wolter, Tamara Dietl, Valerie Niehaus.