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09/09/2017 08:11 CEST | Aktualisiert 09/09/2017 08:11 CEST

Millennials und die Bedeutung von Vorbildern - eine Generation auf der Erfolgsspur

Interview mit Jonathan Sierck

Jonathan Sierck, Jahrgang 1993, ist Gründer und Geschäftsführer der Inspired World GmbH. Er hat einige der erfolgreichsten Vertreter seiner Generation getroffen und ihre Geschichte, Mentoren und Förderer, Schlüsselmomente, Überzeugungen und Tipps in seinem Buch „Junge Überflieger. Millennials - eine Generation auf der Erfolgsspur" (Redline) zusammengetragen, das in diesen Tagen erscheint. Es enthält u.a. Interviews mit Unternehmerin Lencke Steiner, Rapper Kontra K, Comedian Chris Tall, Fußballer Joshua Kimmich, Fitness-Ikone Sophia Thiel, dem Außenminister Österreichs Sebastian Kurz, Handball-Europameister Andreas Wolff, Deutschlands jüngsten Sternekoch Philipp Stein, Comedian Chris Tall, Fashion-Bloggerin Masha Sedgwick, Westwing-Gründerin Delia Fischer, Schriftstellerin und Lebenskünstlerin Jannike Stöhr.

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Jonathan Sierck (Foto: Nils Schwarz)

Lieber Jonathan Sierck, was waren entscheidende Kriterien bei der Auswahl Ihrer porträtierten Personen?

Ein wesentlicher Grund ist die Bedeutung, die ein positives Beispiel bzw. ein Vorbild für uns Menschen haben kann - zu sehen, wozu andere in der Lage sind, wie sie an den Punkt gelangten, an dem sie heute stehen und vor allem auch, wie sie mit schwierigen Phasen umgegangen sind, kann zu der Überzeugung führen: Wenn diese Person das kann, dann kriege auch ich das irgendwie auf die Reihe. So war es tatsächlich auch bei einigen „Jungen Überfliegern" aus dem Buch: Sie haben in ihren Traum investiert und jahrelang daran gearbeitet, weil sie bei anderen gesehen haben, was man alles durch Einsatz und Hartnäckigkeit erreichen kann. Ich hoffe, das überträgt sich auch auf den Leser.

Worauf haben Sie bei der Auswahl besonders geachtet?

Vor allem auf drei Dinge:

1. Beflügelnde Geschichte: Mir war es wichtig, dass der Leser allein durch die verschiedenen Geschichten angeregt wird und dadurch einiges für sich mitnimmt. Die Hintergründe der Personen, die im Buch dargestellt werden, sind sehr persönlich und zeigen auch die schwierigen Phasen der Protagonisten auf. Das kann viel Mut machen und Zuversicht für eigene Vorhaben schüren.

2. Vorbildfunktion: Ich wollte nicht einfach große Namen mit riesigem Social-Media Following dabei haben, sondern Menschen, die sich für das einsetzen, woran sie glauben, wofür ihr Herz schlägt und was sie als gut und richtig ansehen. Stellenweise sind auch „Hidden Champions" im Buch dabei, die meine Testleser besonders fasziniert haben, weil sie beachtliche Arbeit leisten, die von der Öffentlichkeit kaum wahrgenommen wird.

3. Beständigkeit: Ich habe genau darauf geachtet, dass bei niemandem von Erfolg über Nacht die Rede sein kann. Mir ging es darum, zu zeigen, dass obwohl die Personen selbst noch sehr jung sind, sich schon seit mehreren Jahren mit ihrem Thema und ihrer Arbeit befassen und sich ihre beachtlichen Resultate immer wieder bewährt haben.

Was macht für Sie ein Vorbild aus?

Es ist für mich vor allem ein Mensch, der sich einer Sache hingibt und für etwas arbeitet, woran er glaubt und was er aus eigener Überzeugung macht. Was in vielen Gesprächen durchkam, war der Ansatz, dass das eigene Tun dadurch Sinn und Bedeutung gewinnt, dass es einen Mehrwert für andere schafft und das eigene Selbst übersteigt. Dieser Ansatz gefällt mir sehr gut und spiegelt sich in jedem meiner persönlichen Vorbilder auch wider: Jedes meiner Vorbilder setzt mit etwas auseinander, was es als seine Aufgabe betrachtet und was es gleichzeitig als gut und richtig einstuft, weil es einen großen Mehrwert bietet.

Inwiefern prägte Sie die Geschichte des legendären Surfers Jay Moriarity, die im Film „Mavericks" nacherzählt wird?

„Mavericks" ist einer meiner Lieblingsfilme, weil ich die Geschichte von Jay sehr bewegend finde. Am Ende des Films sagt Jay: "You gotta enjoy everything around you and enjoy everything that's going on. And don't take anything for granted because one minute it can be there and the next minute it's not and it happens so quick. You just got to appreciate everything. Just have a good time, enjoy everything you get. That's one of the most important things in life: just really appreciating it, because you know we only get to do this once and it's not for a long time so enjoy it."

Weil Jay das auch wirklich so gelebt hat, ist das Motto „Live like Jay" sehr beliebt unter Surfern. Jay lebt dafür, die größten Wellen der Welt zu surfen. Er liebt das mehr als alles andere und so lebt er auch. Er ist bereit, alles dafür in Kauf zu nehmen. Das mag sehr extrem wirken, verleiht ihm aber ein ansteckendes Gefühl des Lebendig-Seins. Mich spricht das sehr an, deswegen kriege ich auch jedes Mal bei diesem Film Gänsehaut - und das obwohl ich ihn bestimmt schon sechs bis sieben Mal gesehen habe.

Warum tritt Ihrer Meinung nach der Mentor nur in unser Leben, wenn der Mentee die nötige Vorbereitung geleistet hat?

Die Beziehung zwischen Mentor und Mentee ist nie eine Einbahnstraße. Wenn ein Mentor merkt, er gibt viel von seinem Wissens- und Erfahrungsschatz weiter, ohne dass etwas zurückkommt, fruchtet die Beziehung nicht. Im Buddhismus heißt es: „Der Lehrer tritt dann auf, wenn der Schüler soweit ist." Ähnlich ist es mit Mentoren. Wer von den besten lernen und gefördert werden will, der muss in Vorleistung gehen und dem Mentor einen Grund geben, wieso es sich auch für ihn lohnt, Zeit in den Mentee zu investieren. Jay Moriarity dient übrigens als wunderbares Beispiel hierfür: Weil er sich schon einiges selbst angeeignet hat und um jeden Preis lernen wollte, hat er die nötigen Förderer finden und für sich gewinnen können.

Wer waren Ihre Mentoren, und inwiefern wurden sie von ihnen nachhaltig beeinflusst?

Dass ich das Buch Dr. John Demartini gewidmet habe, liegt an der Bedeutung, die er in meinem Leben gespielt hat bzw. spielt. Was ich von John lernen durfte, wie er mich herausgefordert und welche Erkenntnisse und Erfahrungen er mit mir geteilt hat, als ich gerade einmal 17 Jahre alt war, war von unschätzbarem Wert. Eine der schönsten Definitionen eines Mentors, die ich bisher gehört habe, lautet: Ein Mentor ist jemand, der eine größere Vision für dich und dein Leben hat, als du selbst. Dem ist John mehr als gerecht geworden.

Ein anderer Mentor von mir ist Emilio Galli-Zugaro, der auch das Vorwort vom Buch geschrieben hat. Emilio hat eine besondere Fähigkeit, die richtigen Fragen im richtigen Moment zu stellen, er hört verdammt gut zu und kann durch seine Erfahrung jungen Menschen viel wertvolles Gedankengut mit auf den Weg geben.

Als 14-jähriger hatte ich das Glück, mich mit Marcel Hagmann anzufreunden. Uns trennen zwar nur zehn Jahre, aber in dem Alter war das enorm viel, vor allem weil Marcel schon damals sehr weit war. Von ihm durfte ich viel über soziale Fähigkeiten und mentale Stärke lernen. Davon profitiere ich noch heute.

Seit letztem Jahr habe ich viel mit dem Serien-Unternehmer Marco Janezic zu tun, der auch im letzten Teil des Buchs vorgestellt wird. Marco ist ein klasse Einfluss, was Geschäftssinn, Verhandeln, Gelegenheiten erkennen und ergreifen und sein Ding dann auch knallhart durchzuziehen betrifft.

Oft ist es auch die Einstellung der Personen, die einen nachhaltigen Einfluss erzeugt.

Was ist für Sie das Schöne an Mentoren-Beziehungen?

... dass keiner von ihnen eine Monogamie erwartet  Wenn ich merke, da ist jemand, der menschlich ansprechend ist, viel erlebt hat und seine Erfahrungen gerne weitergibt, dann versuche ich alles, um davon profitieren zu können und sauge so viel auf wie möglich.

Gibt es etwas, das Ihnen bei den „Jungen Überfliegern" im Buch besonders aufgefallen ist?

... dass sie an einem bestimmten Punkt ihren eigenen Weg eingeschlagen haben und ihrem inneren Kompass mehr Bedeutung geschenkt haben als äußeren Stimmen. Wenn ich mich zu sehr von Vorbildern leiten und beeinflussen lasse, kann diese Ebene verloren gehen, und ich ordne mich unbewusst ein wenig unter.

Was hat die Macherqualitäten der von Ihnen dargestellten Menschen gestärkt?

Da haben immer verschiedene Faktoren zusammengespielt: die Erkenntnis der eigenen Prioritäten bzw. der eigenen Ziele, denen dann vieles untergeordnet wurde; erste Resultate, die sich eingestellt haben; oft war es auch äußere Anerkennung und eine gewisse Rolle, die einem zugeschrieben wird, der man dann gerecht werden will und der unbedingte Wille sein Vorhaben und den eigenen Traum zur Realität zu machen. Und dann natürlich auch den Sprung ins kalte Wasser wagen und vom Reden ins Tun kommen. Das habe ich in mehreren Gesprächen zu hören bekommen: Mehr Tun, weniger Reden.

Wen möchten Sie mit Ihrem Buch erreichen?

Die ursprüngliche Idee des Buches war es, jungen Menschen Mut zu machen, denen noch etwas Klarheit für ihre anstehenden Schritte fehlt und zu zeigen: Es gibt in jedem Bereich jemanden, der den Glaubenssatz „ich bin zu jung, um erfolgreich sein zu können" durch sein leuchtendes Beispiel widerlegt. Ich habe dann aber schnell gemerkt, dass das Thema des Buchs weitläufiger fasziniert. Die Frage, wie Erfolg in jungem Alter klappen kann, stellen sich auch Eltern und vor allem Arbeitgeber, die natürlich immer nach Top-Talenten Ausschau halten.

Ich hoffe deshalb, mit dem Buch jungen Menschen mit großen Ambitionen als Inspirationsquelle dienen zu können, aber auch jungen Menschen, die noch etwas zögerlich und unsicher sind, eine Stütze zu sein. Neben der jüngeren Generation will ich auch Menschen erreichen, die Förderer, Lehrer, Trainer, Mentoren von den nachfolgenden Generationen sind. Ich habe dafür extra einen Teil mit ins Buch eingebaut, in dem es darum geht, welche Bedeutung diese Rollen in der Entwicklung von (jungen) Menschen haben.

Hat Sie das Buch etwas gelehrt?

Ja, mit der passenden Einstellung, dem nötigen Willen und der Bereitschaft, langfristige Ziele der sofortigen Befriedigung überzuordnen, kann jeder weiter kommen, als er es sich oft selbst eingestehen und zu träumen wagt.

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