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05/10/2015 06:27 CEST | Aktualisiert 05/10/2016 07:12 CEST

Besser im Liegen: Warum der Schlafbereich künftig immer wichtiger wird

Thinkstock

Weltverbesserung aus dem Schlafzimmer

Die niederländische Trendforscherin Lidewij „Li" Edelkoort sagt voraus, dass wir künftig mehr in Schlafbereichen leben werden (FOCUS 16/2015), weil die Grenzen von Arbeit und Muße in unserer beunruhigten westlichen Kultur immer fließender werden.

„In unserem Daheim essen wir mal hier mal dort, mal am Tisch, mal auf Kissen und Teppich am Boden oder in der kleinen Büroecke. Wir schlafen im Bett, auf der Couch oder im Kinderzimmer, gerade wie es sich ergibt."

Schlafbereiche sind auch deshalb so bedeutsam, weil das Bett zu den wichtigste Möbelstücken im Leben eines Menschen gehört, der darin etwa ein Drittel seiner Lebenszeit verbringt.

Die Stressbelastung der westlichen Kultur untergräbt nicht nur die Gesundheit, sondern vor allem der Schlafmangel, der massiv die eigene Intelligenz, Selbstachtung, Empathie, Entscheidungsvermögen, Produktivität und Kreativität beeinflusst. Und uns die eigenen inneren Werkzeuge nimmt, die wachsende Angst zu „bearbeiten".

Denn vielen Menschen fehlen heute verlässliche Konstanten in ihrem Leben. Medienberichte bestätigen, dass dies vor allem junge Menschen betrifft: „Kaum Jobs, teure Ausbildung und überall so viel Angst. Angst vorm Terror, Angst vorm Nachbarn, Angst vorm Essen", so Edelkoort.

Schlafzimmer sind immer auch Rettungsräume, die uns helfen, unser Leben zusammenzuhalten und „schlafwandlerische Sicherheit" (Paul Valéry) zu lernen, die uns hilft, der inneren und äußeren Unruhe vorbehaltlos zu begegnen.

Weltverbesserung kann nicht ohne die Kreativen stattfinden: Viele Schriftsteller waren durch und durch horizontale Menschen. Truman Capote sagte im Jahr 1957, dass er nicht nachdenken, wenn er nicht liegt: „sei es im Bett oder auf der Couch, und dazu brauche ich Zigaretten und Kaffee."

Auch der französische Aufklärer Voltaire arbeitete gern im Bett - besonders in fortgeschrittenem Alter. Ein Besucher hielt 1774 seinen Tagesablauf fest: „Den Vormittag verbrachte er im Bett, wo er las und seinen Sekretären neue Werke diktierte."

Goethe hielt es für sinnlos, sich uninspiriert an die Arbeit zu begeben. Deshalb riet er, „nichts zu forcieren und alle unproduktiven Tage und Stunden lieber zu vertändeln und zu verschlafen, als in solchen Tagen etwas machen zu wollen, woran man später keine Freude hat."

Viele Ideen des Norwegers Knut Hamsun kamen ihm nachts, wenn er nach ein paar Stunden Schlaf aufgewacht ist. Dann waren seine Gedanken „klar und hochsensibel".

Der US-amerikanischer Schriftsteller Stephen King vergleicht in seinen Memoiren „Das Leben und das Schreiben" literarisches Schreiben mit einem „schöpferischem Schlaf". Der Schreibprozess hat für ihn damit zu tun, sich „bettfertig" zu machen.

Schlafverzicht als "Antithese intelligenten Managements"

Das Schlafzimmer wird als Ort des Träumens künftig auch für „normale" Menschen immer wichtiger, weil wir im Schlafen lernen, körperlich stillzuhalten und der Geist vom rationalen Denken befreit wird. Der wache Geist kann darauf hintrainiert werden, in einen schöpferischen Schlaf zu fallen und die lebhaften Wachträume heraufzubeschwören, „aus denen nicht nur erfolgreiche Literatur besteht" (Mason Currey), sondern auch eine bessere Welt gestaltet werden kann.

Um den Anforderungen moderner Arbeitswelten gewachsen zu sein, müssen alle rechtzeitig reagieren: der Einzelne, aber auch Unternehmen. Denn Schlafverzicht ist die "Antithese intelligenten Managements", so Charles Czeisler, Professor an der Harvard Medical School und weltweit einer der renommiertesten Schlafforscher. Er fordert von Unternehmen sogar Richtlinien, die für ausreichend Schlaf bei ihren Mitarbeitern sorgen.

Der Wert des Schlafes ist auch der Mitbegründerin der Huffington Post, Arianna Huffington, ein wichtiges persönliches und gesellschaftliches Anliegen. In ihrer Redaktion wurden im Frühjahr 2011 Ruheräume für Nickerchen eingerichtet, die inzwischen meistens voll belegt sind.

Wer wenig schläft, kann auch nicht mehr träumen und hat keine Visionen. Wer nicht rechtzeit abspringt, kommt irgendwann geistig und körperlich zum „Erliegen".

Was ein guter Schlaf braucht

"Ein gesunder und erholsamer Schlaf ist eines der wertvollsten Güter", sagt Katja Schneider, Gesundheitsexpertin beim Verbraucherportal Ratgeberzentrale.de. Dabei habe man es selbst in der Hand, die Intensität des Schlafes zu erhöhen.

Zu einer entspannten Atmosphäre trägt neben der passenden Schlafumgebung auch der Schlafkomfort bei. Sie verweist beispielsweise auf die memo AG, dem Pionier unter den Versandhändlern mit nachhaltigem Sortiment:

„Der Online-Händler arbeitet mit ausgewählten Anbietern und Lieferanten zusammen, die ebenfalls alle Kriterien der Nachhaltigkeit - Ökologie, soziale Verträglichkeit und Ökonomie - sowie gesundheitsverträgliche Aspekte berücksichtigen und in ihren Produkten umsetzen."

Im Privatkundenshop memolife werden auch Kleiderschränke, Betten, Lattenroste sowie Matratzen, Kissen, Decken und Wohntextilien angeboten - handwerklich hergestellt aus natürlichen Materialien, gesundheitlich unbedenkliche und nachweislich schadstofffrei.

Ergonomische Schlafsysteme sorgen dafür, dass die Wirbelsäule beim Schlafen in der natürlichen S-Form gehalten wird. Matratzenbezüge aus Baumwolle enthalten Füllungen aus Schafschurwolle, die angenehm wärmend ist.

Beim Matratzenkauf sollte auf spezielle Merkmale geachtet werden, um gesundheitliche Probleme zu vermeiden und den Schlaf zu optimieren. Neben der Körperform und dem Gewicht zählt auch die bevorzugte Position beim Schlafen dazu.

"Die Anforderungen an eine Matratze für einen Rückenschläfer sind anders als an die eines Bauch- oder Seitenschläfers", sagt Claudia Silber, Leiterin Unternehmenskommunikation bei der memo AG.

Ein optimaler Schlaf hängt auch vom entsprechenden Zubehör wie Kopfkissen und Bettdecken ab:

„Besonders individuell sind Kissen mit Füllungen aus Schafschurwolle, Hirseschalen, Zirbenholz, Dinkelspelzen und verschiedenen Kräutern - allesamt aus kontrolliert biologischem Anbau und in Einzelfertigung in Bayern hergestellt", so die Nachhaltigkeitsexpertin.

Die Matratzen, die bei memolife angeboten werden, sind aus Naturlatex und stammen von nachhaltigen Plantagen. Topper und Matratze sind nach dem Global Organic Textile Standard (GOTS) hergestellt. GOTS ist ein weltweit führender Standard für die Verarbeitung von Textilien aus biologisch erzeugten Naturfasern.

Der Bezug ist zu 100 % aus Baumwolle aus kontrolliert biologischem Anbau hergestellt. Die Naturfaser ist hautfreundlich, weitgehend antistatisch und auch für Tierhaarallergiker geeignet. Als Vollfaser verfügt sie über ein mittleres Wärmevermögen. Die Herstellung erfolgt in Deutschland.

Blutiger Schlaf

Auch allnatura bietet ökologische Produkte rund ums Schlafen und Wohnen an. Im „allnatura Magazin - der Blog" finden sich zudem Tipps zur verbesserten Schlafqualität.

Jedes Jahr im Herbst und Winter steht auch das Thema „Lebendrupf" im Fokus der Medien. Bei dieser in der EU verbotenen Praktik werden den Gänsen aus rein kommerziellem Interesse bis zu dreimal jährlich bei lebendigem Leibe auch unreife Federn (oft mitsamt Hautfetzen) ausgerissen.

Diese Form der Tierquälerei steigert den Ertrag pro Gans, die gleich mehrmals "abgeerntet" werden kann, erheblich.

Lebendrupf-Daunen-Betten sind deshalb gerade bei Nachhaltigkeitsunternehmen tabu. So auch bei allnatura, wo Bettfedern und Daunen nicht von lebendigen Tieren stammen.

Reinhard Olle, Geschäftsführer und Mitbegründer des ökologischen Online-Versenders allnatura.de, sah vor einigen Jahren in Ungarn mit eigenen Augen „die blutigen Federkiele" und hörte die entsetzlichen Schreie der Tiere.

Dies war der Auslöser, weshalb das Unternehmen im Bereich Daunen-Bettwaren seit Jahren mit einem Lieferanten zusammenarbeitet, der die Einstellung zu diesem Thema teilt „und sich ausdrücklich von allen Arten der tierischen Lebensraum-Einschränkung und ganz besonders von tierquälerischen Tier-Produkt-Nutzungen distanziert".

Auch die Daunendecken bei hessnatur sind von Gänsen, die ein artgerechtes Leben auf der Wiese eines Familienbetriebs im Münsterland führen. Ihre Daunen werden aufgehoben und gewaschen. Das Unternehmen näht sie dann in gebleichte Hüllen aus türkischer Bio-Baumwolle ein.

Zum Aufwachen

Die Gesamtqualität nachhaltiger Produkte wirkt sich auch auf ihre Lebensdauer aus. Handwerker und regionale Hersteller sind die eigentlichen Väter und Bewahrer dieser Qualität. Auch „Li" Edelkoort bestätigt: „Um global zu bleiben, müssen wir regional denken. Die Leute haben es satt, auf der ganzen Welt dieselben Produkte zu finden."

Literatur:

Mason Currey: „Für mein kreatives Pensum gehe ich unter die Dusche." Musenküsse. Die täglichen Rituale berühmter Künstler. Aus dem Amerikanischen von Anna-Christin Kramer. Kein & Aber AG, Zürich, Berlin 2014, S.

Arianna Huffington: Die Neuerfindung des Erfolgs. Weisheit, Staunen, Großzügigkeit - Was uns wirklich weiterbringt. Riemann Verlag, München 2014.

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