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25/12/2016 07:01 CET | Aktualisiert 26/12/2017 06:12 CET

... und jetzt retten wir die Welt!

Leben in der Gleichzeitigkeit

Alles geschieht in dieser Welt parallel: Anschläge auf unschuldige Menschen, Sterben in Krisengebieten und Bundesligaspiele, Tod und Geburt, hintergründige TV-Dokumentationen und Castingshows, Polkappenschmelze und Armut. Im Advent kommen wir in der „richtigen" Zeit an und sehen das Wesentliche, indem wir wieder lernen, das Wichtige vom Unwichtigen zu unterscheiden. Diese Urteilsfähigkeit werden wir verstärkt brauchen, um Lösungen in den Krisen unserer Zeit zu finden.

Die Redakteurin und Autorin Annette Coumont verweist auf der Online- Nachhaltigkeitsplattform evidero in diesem Zusammenhang auf die private, nicht-kommerzielle Initiative UND JETZT RETTEN WIR DIE WELT. Gegründet wurde sie von den Hamburger Journalisten und Buchautoren Ilona Koglin und Marek Rohde, die Menschen zusammenzubringen möchten, die sich gegenseitig unterstützen, um unsere Welt positiv zu verändern.

Ihre Grundidee haben sie in ein "Handbuch für Idealisten und Querdenker" übertragen, das als praktischer Begleiter für unsere Reise in eine bessere Welt dienen soll. Es ist an alle gerichtet, die in sich den Wunsch nach Veränderung verspüren und sich persönlich für einen positiven Wandel einsetzen.

Im Interview mit Annette Coumont betonen sie die Bedeutung des WIR und meinen uns alle damit: „Es wird Zeit, dass wir ein neues Kapitel aufschlagen."

Einen ähnlichen Ansatz verfolgt auch die Gemeinschaftsinitiative AUF EIN WORT, über die hier 2016 regelmäßig berichtet wurde.

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Logogestaltung: Ruth Spiller

Zu ihren Gründerinnen gehören Valerie Niehaus, ihre Schauspielkollegin Christina Hecke und die Fotografin Steffi Henn. Ziel ist es, über sämtliche Kommunikationskanäle ganz Deutschland zu erreichen und das zu stärken, was eine Gesellschaft im Innersten zusammenhält: das WIR.

All diese Initiativen sind ein Teil fürs Ganze, denn eine Gesellschaft ist erst dann tragfähig, wenn die in ihr lebenden Gemeinschaften gut funktionieren und Sinn schaffen.

Die Chancen, die Welt zu retten, waren noch nie so gut wie heute, sagen Ilona Koglin und Marek Rohde. Was allerdings fehlt, sei eine freie Bewegung, die kooperativ, konkurrenz- und geldfrei neue Wege erprobt:

„Wir können aus der Weisheit der Vielen schöpfen und unser aller Kraft darauf verwenden, endlich Lösungen zu schaffen, anstatt uns von den Problemen abzulenken." Durch TUN (oder Unterlassen) verändern wir die Welt: als Lebenskünstler, Konsumenten, Naturverbundene und Liebende.

Es geht darum, sich als eine Gemeinschaft und nachhaltige Bewegung zu begreifen: „Sich mit anderen auszutauschen, sich gegenseitig zu unterstützen und sich gemeinsam in Bewegung zu setzen."

Die Initiative AUF EIN WORT wird eine Fotoausstellung zeigen. Ziel von UND JETZT RETTEN WIR DIE WELT ist es, bis Juni 2018 insgesamt 1000 Videobotschaften zu sammeln, die diesen Wandel dokumentieren und zeigen, welch enorme Potenziale in uns stecken, wenn wir bereit sind, dies bei uns und anderen zuzulassen: „Der Weg ist das Ziel. Und dieser beginnt immer mit dem ersten Schritt. Egal wie klein dieser ist."

Kleine Schritte, große Wirkung

Es ist auffällig, dass in dieser Zeit vor allem auf die Kraft der kleinen Schritte gesetzt wird, auf Überschaubarkeit und Machbarkeit im Jetzt und Hier. Das betrifft nicht nur Privatpersonen oder Gemeinschaftsinitiativen, sondern auch Unternehmen.

Da über das CSR-Engagement der DKV MOBILITY SERVICES Group (unter ihrem Dach werden führende Dienstleistungsunternehmen rund um die gewerbliche Mobilität auf der Straße gebündelt, die bekannteste Tochtergesellschaft ist der DKV Euro Service) hier regelmäßig berichtet wurde, ist dort nachgefragt worden, welche Projekte und Initiativen in der Vorweihnachtszeit Unterstützung erhielten. Auffällig ist auch hier, dass vor allem mehrere gemeinnützige Einrichtungen aus der näheren und weiteren Umgebung im Fokus stehen:

Im Dezember lud der Betriebsrat beispielsweise wieder dazu ein, Lebensmittel und Spielzeug für die Ratinger Tafel e.V. zu sammeln.

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Udo Wittkamp (Mitte) und Karsten Seifert (2.v.r.) - beide Mitglied des Betriebsrats der DKV MOBILITY SERVICES Group - gemeinsam mit den ehrenamtlichen Helfern der Ratinger Tafeln. (Bild: DKV)

Mitte Dezember holten die Lieferfahrzeuge der Tafel insgesamt 24 Kisten mit Süßigkeiten, Kaffee und vielem mehr ab. Die Sachspenden im Wert von etwa 2.500 Euro werden noch vor Weihnachten an bedürftige Menschen in Ratingen ausgegeben. Wie in den Vorjahren spendete die Geschäftsführung den Gegenwert der Sachspenden. Das Geld kommt zwei Projekten zugute.

Berücksichtigt wurden auch die Weihnachtswunschzettel des Hauses Maria Frieden in Velbert: 143 Kinder und Jugendliche hatten ihre Wünsche auf Karten an das Christkind notiert. Das Haus bietet ein differenziertes Hilfeangebot im Rahmen des Kinder- und Jugendhilfegesetzes an.

Zudem wurden weitere Geldspenden der Geschäftsführung genannt, die an die Abteilung „Jugendhilfe U25 - Betreutes Wohnen für Jugendliche und junge Erwachsene" der NeanderDiakonie gehen und an den Ratinger Verein VIBRA e.V. („Verein zur Förderung der Integration von behinderten Kindern in Kindergarten und Schule in Ratingen").

Das Tochterunternehmen NOVOFLEET verzichtet auch dieses Jahr auf Weihnachtsgeschenke an Kunden und Partner und spendete dafür 1.000 Euro an den Düsseldorfer Verein Kinderhelfer mit Herz e.V.. Der Verein organisiert für bedürftige Kinder Lebensmittel, Lernmaterialien und Freizeitaktivitäten. Mittlerweile unterstützen die Kinderhelfer 17 Kindertafeln in ganz NRW. „Allein in Nordrhein-Westfalen leben knapp eine Million Kinder in Armut. Diese Kinder brauchen unkomplizierte und vor allem diskrete Unterstützung", sagt Chris Kazmierczak, Vorsitzender von Kinderhelfer mit Herz e.V..

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Chris Kazmierczak (2.v.l.) und Claudia Smeets (Mitte) freuen sich gemeinsam mit Katarzyna Kujawska (NOVOFLEET, l.) und den NOVOFLEET Geschäftsführern Michael Stock (2.v.r.) und Ralf Turley (r.) über die Unterstützung für Kinderhelfer mit Herz e.V. (Bild: NOVOFLEET)

Weitere Geldbeträge von NOVOFLEET gingen an die Handballabteilung des ETB Schwarz-Weiß Essen und die Münchner Bahnhofsmission „Unverhofft kommt oft". Sie ist erste und oft auch letzte Anlaufstelle für Menschen, die Hilfe benötigen. Die teils ehrenamtlichen Mitarbeiter sind an 365 Tagen im Jahr für jeden da - spontan, ohne Terminvereinbarung und ohne Voraussetzungen.

Diese Beispiele, die hier stellvertretend für viele andere stehen, machen besonders deutlich, wie wichtig es ist, in Krisenzeiten verstärkt Rückhalt in einer gleichgesinnten Gemeinschaft zu finden. Wenn jeder im Rahmen seiner Möglichkeiten das tut, was er tun kann mit dem, was er hat - dort, wo er gerade ist, kann die Welt im Kleinen zum Besseren verändert werden.

Weiterführende Literatur:

Alexandra Hildebrandt: Mit kleinen Schritten die Welt verbessern: Nachhaltig denken und handeln von A bis Z. Amazon Media EU S.à r.l., Kindle Edition 2016.

Alexandra Hildebrandt: Kleine Handlungen, große Wirkung. Ganz nah! Wo die Kraft der Gemeinschaft am besten gedeiht. Amazon Media EU S.à r.l., Kindle Edition 2016.

Claudia Silber/Alexandra Hildebrandt: Gut zu wissen... wie es grüner geht: Die wichtigsten Tipps für ein bewusstes Leben. Amazon Media EU S.à r.l. Kindle Edition 2016. (Der vollständige Erlös dieses Buches kommt HORIZONT e.V. zugute. Der gemeinnützige Verein wurde 1997 von der Schauspielerin Jutta Speidel gegründet und hilft wohnungslosen Müttern und deren Kindern schnell und unbürokratisch.)

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