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14/11/2015 10:11 CET | Aktualisiert 22/04/2017 12:44 CEST

Die Welt wie nach 9-11

Jupiterimages via Getty Images

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Der G-20 Gipfel in Antalya, wenige Autostunden entfernt vom Schauplatz des Kampfes gegen die Terrormiliz des Islamischen Staates (IS) in Syrien, wird in die Geschichte eingehen. Wie nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 die USA dem islamischen Extremismus den Krieg erklärte, wird auch Frankreich, nach den Anschlägen vom 13. November, den direkten Kampf mit der IS in Syrien aufnehmen.

Möglicherweise ist der 13. November sogar Anlass für das Inkrafttreten des Artikel V der NATO. Nach der Terrorattacke auf New York und Washington haben sich alle NATO Mitgliedsstaaten, gemäß diesem Artikel, mit den USA solidarisch erklärt.

Der NATO Einsatz in Afghanistan dauert bekanntlich bis heute an und ist im Großen und Ganzen ergebnislos geblieben. Ob in Syrien die Stabilität irgendwann wiederhergestellt und der Terrorismus bezwungen wird, hängt davon ab, ob sich auf dem G-20 Gipfel die Großmächte USA und Russland, sowie die EU, die Türkei und der Iran sich in Syrien auf eine gemeinsame Antiterrorkoalition einigen werden.

Auch die Wiener Gespräche zu Syrien müssen endlich zu einem Ergebnis führen. Die USA und Saudi Arabien einerseits, Russland und der Iran andererseits sind gefordert, ihren geopolitischen Zwist was die Neugestaltung des Nahen Ostens angeht, beiseite zu legen. Sie sind es jetzt Frankreich schuldig.

EU wird sich nach 13. November verändern

Leider wird sich die EU als Folge des 13. November verändern. Sollte sich herausstellen, dass die Terroristen Waffen aus dem Balkan erhalten und diese womöglich auf dem Landweg nach Frankreich gelangten, ist eine Diskussion über die Wiederherstellung von Kontrollen an den europäischen Grenzen kaum mehr aufzuhalten. Auch die europäische Debatte über die Flüchtlingskrise dürfte sich verschärfen.

Russland hat durch den mutmaßlichen Bombenanschlag auf sein Passagierflugzeug über dem ägyptischen Sinai, den Terror der IS, wie jetzt Frankreich, mit voller Wucht zu spüren bekommen. Man darf davon ausgehen, dass die Regierungen beider Länder in ihrem Kampf gegen die IS jetzt in den Bevölkerungen größere Unterstützung erhalten.

Moskau und Paris könnten zusammenrücken

Insbesondere Moskau und Paris könnten als Folge des 13. November enger zusammenrücken was den Antiterrorkampf angeht. Der Streit um die Ukraine ist, angesichts der neuen Bedrohungslage für den Westen aus dem Nahen Osten ad acta gelegt.

Terror in Paris: Anschläge erschüttern Frankreich

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