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23/12/2015 06:07 CET | Aktualisiert 23/12/2016 06:12 CET

Weihnachten: Die Geburtsstunde unserer Hoffnung für besorgte Bürger & Gutmenschen

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Weihnachten ist eine besondere Zeit. Für meine Familie, viele meiner christlichen Freunde, aber auch nicht-christlichen Freunde, ist es die Zeit, um gemeinsam im Kreise unseren Liebsten, unseren Familien zu sein.

Was ich an der Vorweihnachtszeit besonders zu schätzen gelernt habe, ist, innezuhalten, zu reflektieren und zu sinnieren. Das Fest der Liebe ist unter anderem vortrefflich dafür geeignet Menschen zu zeigen, was sie uns bedeuten und uns über all die glücklichen Momente zu freuen, die unser Leben lebenswert machen.

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Wenngleich Weihnachten die Zeit ist, um zu feiern, dann ist es vor allem auch die Zeit, um zu teilen. Wir teilen unsere Nähe mit Freunden und Fremden, aber auch die Sorgen, Ängste und Hoffnungen der Anderen. Es wäre die Zeit in der unsere -- in der Flüchtlingsfrage -- tief gespaltene Nation wieder zu einander findet.

Weihnachten: Fest der Hoffnung


So war doch Weihnachten schon immer, und wird es auch immer bleiben, das Fest der Hoffnung. Ein großes Symbol, welches weit über das Christentum hinaus verdeutlicht, wie in mitten der dunkelsten Stunden des Winters, der Triumph des Lichtes sich breit macht. Die Geburtsstunde unserer Hoffnung inmitten von Leid und Verzweiflung.

Ein Vergleich mit heute liegt nicht all zu fern. Die Geschichte von Bethlehem. In der zwei herberglosen Flüchtlingen namens Josef und Maria beigestanden wurde, trotz großer Ablehnung vieler anderer. Das Herzstück der Weihnachtsgeschichte lädt uns zur Reflektion dazu ein, wie wir Fremden begegnen und wie wir uns um die Schwächsten in unserer Mitte kümmern.

Wir werden daran erinnert, dass zwei Menschen an einem fremden Ort fernab ihrer Heimat von unbekannten Hirten und Besuchern aus fernen Ländern aufgesucht werden. Vor allem aber werden wir an einen uns nur allzu bekannten Wert erinnert: Die Gastfreundschaft.

Die Welt zu Gast bei Freunden. Das ist keine zehn Jahre her, dass wir dies Fahnen schwenkend zelebriert haben. Wir können dafür sorgen, dass wir im Jahre 2016 das 10-jährige Jubiläum eben dieser Kultur feiern.

Von dem was Maria und Josef durchmachen mussten können wir uns doch gerade in dieser Zeit inspirieren lassen. Wir können dies als Zeichen nehmen, wie wir unsere Menschlichkeit leben mit Rücksicht auf unsere aber auch künftige Generationen.

Gerade in diesem Jahr hat die Menschheit vertreten durch 193 Regierungschefs das größte Signal aller Zeiten gesetzt und die Sustainable Development Goals der Vereinten Nationen verabschiedet. Darin enthaltene Ziele: die gesamte Armut in den nächsten 15 Jahren eliminieren! Das ist mehr als nur ein Funken Hoffnung, das ist der Ausdruck des puren Willens dies auch zu erreichen.

Gleichzeitig war das Jahr 2015 geprägt davon, dass wir einen neuen Höchststand an Menschen erreicht haben, die sich gezwungen sahen ihre geliebte Heimat zu verlassen. Das ist heute jeder 122ste Mensch auf unserem Planeten.

Mehr Menschen auf der Flucht als je zuvor


Kriege, Konflikte und Verfolgung haben mehr Menschen zur Flucht gezwungen, als zu jedem anderen Zeitpunkt seit Beginn der Aufzeichnungen. Diese enorme Zahl von 60 Millionen Menschen schmerzt. Dieser Schmerz vereint sowohl Vertreter der PEGIDA als auch sogenannte Gutmenschen. Dieser Schmerz sollte unser Antrieb sein, uns dafür einzusetzen, dass es langfristig und nachhaltig keine Wiederholung der Geschichte von Bethlehem mehr geben sollte.

Ermutigend ist zugleich, wie viele Mitmenschen aller Glaubensrichtungen sich während dieser humanitären Katastrophe an die Werte der Nächstenliebe, Menschlichkeit und vor allem der Hilfsbereitschaft erinnern:

Von den zahlreichen Helfern, die in Syrien, Afghanistan und im Irak zusammen stehen, die Aufnahme von afrikanischen Flüchtlingen in den jeweiligen Nachbarländern der Konflikte bis hin zu europäischen Bewegungen an jedem noch so kleinen Ort von Mazedonien, Serbien, Ungarn bis hin ins tiefe Deutschland. Menschen stehen zusammen wo sie gebraucht werden. Unermüdlich. Tapfer. Menschlich.

Diese schwierigen Momente waren ein Test für unsere Gesellschaft, wie wir die Schwächsten in unserer Mitte empfangen und sie aufbauen -- ganz gleich ihrer Herkunft, Orientierung oder Sprache.

Laut einer repräsentative Forsa-Umfrage im Auftrag des gemeinnützigen Analyse- und Beratungshauses PHINEO (Befragungszeitraum: 30.09. bis 02.10.2015) haben sich bereits 21 Prozent der Deutschen finanziell für die Flüchtlingshilfe eingesetzt, zudem gaben 29 Prozent an, dass sie sich bereits in anderer Form für die Flüchtlingshilfe engagieren.

Viele setzen sich für Flüchtlinge ein


Das ist mindestens die Hälfte der Bevölkerung, die sich aktiv für die ankommende Mitmenschen eingesetzt haben. Das ist großartig! Denn nur gemeinsam können wir dieses Netz der Solidarität stärken und uns immer weiter zu einer Gemeinschaft der Menschlichkeit mit globaler Empathie entwickeln.

Ich habe die tiefe Hoffnung, dass wir uns gemeinsam weiter auf den Weg machen und zusammen stehen. Vereint durch unsere Empathie, unsere Ideale und unser aktives Engagement. Gemeinsam auf dem Weg, auf dem jeder noch so kleine Schritt eines jeden Bürgers jeder Generation, ein Schritt in die richtige Richtung ist.

Eine Zukunft, in der besorgte Bürger nicht gegen Flüchtlinge im eigenen Land, sondern für Flüchtlinge im Ausland auf die Straße gehen. Eine Zukunft in der Menschen keinen Hass gegen besorgte Bürger schüren, sondern ihnen ihre Ängste nehmen. Eine Zukunft, in der die Liebe immer den Hass überwiegt!

In diesem Sinne wünsche ich uns allen versöhnende, besinnliche Festtage & ein neues Jahr voll glücklicher Momente.

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