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10/10/2015 06:22 CEST | Aktualisiert 10/10/2016 07:12 CEST

An die Intelligenzbestien, die an der "Bild"-Umfrage zu Flüchtlingen teilgenommen haben

Screenshot Facebook

Ach, was hat sich die "Bild"-Zeitung gefeiert. Sie wollte ja tatsächlich Flüchtlinge in Deutschland willkommen heißen. Großspurig mit allen Fußball-Bundesligisten im Boot wollte sie ein Zeichen setzen. Schade eigentlich, dass nicht alle mitgemacht haben. Aber manche haben die Zeichen eben schon etwas früher deuten können und engagieren sich seit Jahren für unsere Mitmenschen, egal ob Obdachlose oder Flüchtlinge. Und lieber nicht zusammen mit der "Bild", die in Wirklichkeit ja auch nicht ganz so gastfreundlich ist.

Das zeigte die "Bild"-Zeitung nun mit einer Umfrage: Sie forderte auf zur Abstimmung über bzw. gegen die deutsche Flüchtlingspolitik. Besorgte Bürger in ihrem Element. 86 Prozent von 224.484 Usern stimmten (oft per Telefon) dafür ab, dass wir nicht mehr Flüchtlinge aufnehmen sollten (inzwischen noch mehr, Anm. d. Red.). Kosten: 14 Cent pro Anruf und mobil noch teurer.

Dabei hätte es so viele sinnvolle Dinge gegeben, die man hätte tun können, anstatt bei der "Bild" anzurufen. Wenn all diese Leute die 14 Cent stattdessen beispielsweise für UNICEFs „Share the Meal"-App verwendet hätten, hätte Deutschland insgesamt 77.222 hungernden Kindern in der Welt eine kostenlose Mahlzeit spenden können.

Und wenn die Kinder vor Ort versorgt sind, würden sich eventuell weniger auf den Weg zu uns machen, weil sie eben nicht in den Flüchtlingscamps rund um Syrien und in anderen Krisenherden dieser Welt verhungern müssen.

Alternativ, wenn es einem primär um das große nationale Leid geht, könnten die besorgten Bürger auch die 14 Cent an eine Obdachlosenhilfe ihrer Wahl spenden.

Es muss aber nicht mal eine Spende sein. Was, wenn sie einfach nur diese 20 Sekunden Zeit für den Anruf bei der "Bild"-Zeitung dafür verwendet hätten, sich auf Goodeed ein Werbevideo anzuschauen?

Goodeed sorgt dafür, dass die Werbeeinnahmen für jedes Video direkt in eine Spende umgemünzt werden. Ganz ohne Kosten kann man einen Baum in Indien pflanzen, eine Polioimpfung im Tschad finanzieren oder eben auch ein Mittagessen für Schüler in Kenya bereiten.

Wer bei dieser Lage lieber auf eigene Kosten bei der "Bild" anruft, um in Kai Diekmanns Tasche zu wirtschaften, zeigt wohl, dass ihm sowohl Flüchtlinge als auch andere Menschen, die Hilfe bräuchten, egal sind.

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