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15/12/2016 10:53 CET | Aktualisiert 16/12/2017 06:12 CET

Social Entrepreneurship: Über Karriereselbstmord und soziale Verantwortung

Eine persönliche Reflektion zum Global Peter Drucker Forum 2016

Dieses Jahr besuchte ich zum ersten Mal das Global Peter Drucker Forum, das dieses Jahr unter dem Motto "THE ENTREPRENEURIAL SOCIETY" vom 17 - 18 November 2016 in Wien stattfand.

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Dieses Event war eines der Highlights für mich in diesem Jahr. Nicht nur, weil ich zum ersten Mal an dieser renommierten Veranstaltung teilnehmen konnte. Und auch nicht nur aus dem Grund, weil mir die Veranstaltung die Möglichkeit bot, all die Managementgrößen, wie zum Beispiel Clayton Christensen aus nächster Nähe zu erleben und auch kennen zu lernen.

Wenn ich diese zwei Tage in Wien Revue passieren lasse, dann sind insbesondere zwei ganz persönliche Erkenntnisse, die für mich besondere Bedeutung besitzen. Dabei konnten die beiden Erkenntnisse gegensätzlicher nicht sein. Die eine Erkenntnis ließ mich Himmel hoch jauchzen. Und die andere Erkenntnis ließ mich furchtbar erschrecken. Und doch gehörten sie beide wohl irgendwie zusammen.

Was also war es, das mich himmelhoch jauchzen ließ?

Es war die Erkenntnis, die ich gewann, dass die Rolle, in der ich versuche, so gut es mir möglich ist, einen Beitrag, nicht nur einen Namen hat, sondern auch eine ganz zentrale Bedeutung. Eine zentrale Bedeutung in und für die Gesellschaft: nämlich die Rolle des Social Entrepreneur.

Diesen Beitrag wollte ich schon immer leisten, weshalb ich auch vor vielen Jahren in 1984 nach dem Abitur ein FH-Studium für eine Tätigkeit beim Arbeitsamt begann. Denn Arbeit spielt eine ganz zentrale Rolle im Leben eines jeden Menschen. Neben der Liebe und der Gesundheit. Und wo, sagte ich mir damals, könne ich dazu einen besseren Beitrag leisten, als beim Arbeitsamt?

Und was war es, dass mich erschrecken ließ?

Es war wohl die Erkenntnis, das auf mich genau das zutraf, was Alex Osterwalder in seinem Vortrag wie folgt formulierte, und ich mir bislang noch nicht so deutlich eingestanden hatte:

Innovation is career suicide! And the best thing You can do is, to leave Your old company!

Im letzten Jahr bin ich 50 Jahre alt geworden. Seit meinem Beginn als 19-jähriger Verwaltungsinspektor-Anwärter 1984 habe ich eine lange Wegstrecke innerhalb der Organisation zurückgelegt. Dabei habe auch gelernt wie hilfreich Technologie sein kann, wenn es darum geht, eine solche soziale Aufgabe gerechter und unvoreingenommener verfolgen zu können.

Doch große Organisationen neigen dazu, den einzelnen mit Haut und Haaren zu verschlingen. Und große Organisationen neigen auch dazu, die Dinge, die den Menschen wirklich wichtig sind, auf eine Art und Weise zu bürokratisieren, dass man leicht das eigentliche Ziel aus den Augen verlieren kann. Wer das kalkulieren möchte: siehe Gary Hamels "Bureaucratic Mass Index".

Zu dieser Erkenntnis kam ich für mich noch ganz ohne BMI, als ich mich Mitte letzten Jahres, nach dem Ausscheiden aus einem Projekt, dem ich mich 4,5 Jahre gewidmet hatte, zwang, inne zu halten. Und als ich daraufhin das Hamsterrad verließ, das mich fast nahtlos ins nächste Projekt transportieren wollte.

Das Jahr 2016 war ein Jahr, in dem ich ausgetretene Pfade weit hinter mir gelassen habe. Denn seit dem 1. Januar bin ich in einem Urlaub ohne Bezüge, meine Karriereselbstmord ist vollzogen. Doch 2016 war auch ein Jahr, in dem ich gerade durch das Verlassen dieser ausgetretenen Pfade, zu den Dingen zurückgefunden habe, die mir wirklich wichtig sind.

Zum Beispiel habe ich bei der MIT Solve Lab Challenge „meinen Hut in den Ring geworfen", um meinen Beitrag zu leisten, wenn es darum geht, die Lernergebnisse für Flüchtlinge und Vertriebene unter 24 Jahren zu verbessern.

So bin ich darauf gespannt, was das Jahr 2017 alles für mich bereit hält. Und ich freue mich darauf, weiter meinen sozialen Beitrag zu leisten in der ENTREPRENEURIAL SOCIETY.

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