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28/03/2014 04:39 CET | Aktualisiert 28/05/2014 07:12 CEST

Das Verhängnis fehlender Innovation

Viele Unternehmen beschäftigen sich heute nur noch damit, wie sie bestehende Produkte weiter optimieren und zugleich kostengünstiger produzieren können. Das BWL-getriebene Management in diesen Unternehmen ist darauf fixiert, Kosten und Risiken zu minimieren, um am Ende des Jahres möglichst gute Zahlen präsentieren zu können. Doch das zahlt sich in der Regel höchstens kurzfristig aus. Was viele vergessen: Wer langfristig Erfolg haben möchte, muss sich und seine Produkte immer wieder neu erfinden und dafür bereit sein Risiken einzugehen.

Unzählige große Unternehmen kranken heute daran, dass ihnen innovative, aufstrebende Konkurrenten den Markt strittig machen. Beispiele gibt es dafür viele: BlackBerry, Nokia, HP, Microsoft und einige mehr. Sie alle haben zu spät auf Trends reagiert, zu selten eigene Innovationen auf die Straße gebracht. Das Management in diesen Unternehmen hat sich zu lange darauf versteift, das bestehende Portfolio zu optimieren und hat neuen Ideen dabei keinen Raum gelassen. Der Grund: Neue Ideen sind immer mit Risiken behaftet, da sie Investitionen in Entwicklungen mit ungewissem Erfolg bedeuten. Ebensolche Risiken gilt es aus Sicht dieser Unternehmenslenker in jedem Fall zu vermeiden. Diese Gefahren könnten schließlich zu einer negativen Beeinflussung des Jahresergebnisses sorgen und eine solche ist aus Managementsicht heutzutage nicht akzeptabel.

Die Folgen solchen Verhaltens werden bedauerlicherweise immer erst mittel- oder gar langfristig erkennbar. Die Strategie der Risikovermeidung und Portfoliooptimierung geht meist einige Jahre gut, doch dann kommt der große Schlag. Die Produkte sind dann schlichtweg nicht mehr konkurrenzfähig, da der Markt deutlich innovativere Alternativen bietet oder sich gar in eine ganz andere Richtung entwickelt hat. Für einen Kurswechsel ist es dann in vielen Fällen schon zu spät, da auch die guten, innovativen und querdenkenden Mitarbeiter längst das sinkende Schiff verlassen haben.

Ein gutes Beispiel hierfür ist die Geschichte von Apple. Steve Jobs sorgte einst mit echten Innovationen und Visionen für den Erfolg des Unternehmens nach dessen Gründung. Als er sich 1983 den BWLer John Sculley als Geschäftsführer anwarb, wurde Jobs im Jahr 1985 aus seinem eigenen Unternehmen katapultiert. Sculley optimierte das Unternehmen in den darauffolgenden Jahren, fuhr kräftige Umsatzzahlen ein und wurde dafür gefeiert. Einige Zeit später brach das Geschäft aber völlig ein und Apple stand am Abgrund. Der Grund? Man hatte sich nicht darum gekümmert, für neue Innovationen und Visionen zu sorgen. Der Fokus des Managements lag ausschließlich auf der Optimierung des bestehenden Geschäfts. Als Steve Jobs dann 1997 in den Vorstand zurückkehrte, sorgte er mit seinen Visionen schnell wieder für Erfolge und setzte mit iPod, iPhone und iPad wegweisende Trends.

Die wirklichen Stars der Wirtschaft haben verstanden, wie wichtig Innovation ist. Neben Apple sind auch Google oder Facebook großartige Beispiele für diese andere, langfristig erfolgreiche Art von Unternehmensführung. Bedauerlicherweise geht es den beschriebenen "Optimierungsunternehmen" heute in vielen Fällen noch viel zu gut, weshalb sich diese Art des Managements vielerorts noch einige Jahre halten wird. Die drohenenden Untergänge einiger einst gefeierter Unternehmen zeigen aber, dass die Zeit zum Umdenken längst gekommen ist.

Wer langfristig erfolgreich sein möchte, muss bereit sein Risiken für Innovationen und Visionen einzugehen. Nur so können sich Unternehmen nachhaltig erfolgreich entwickeln und großartige Produkte hervorbringen.

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