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11/12/2017 11:59 CET | Aktualisiert 11/12/2017 12:04 CET

Dieses 4-jährige Mädchen wird in wenigen Wochen sterben, weil Assad jede medizinische Versorgung verhindert

  • Rama Helweh lebt im syrischen Ghouta und hat Krebs

  • Die notwendige lebensverlängernde Medizin wird der Vierjährigen allerdings durch das Regime um den syrischen Präsidenten Baschar al-Assad verwehrt

  • Im Video oben seht ihr Fotos eines abgemagerten Babys, die die Lage in Ghouta verdeutlichen

“Mein Name ist Rama Helweh. Ich möchte Ärztin werden. - Warum möchtest du Ärztin werden? - Damit ich Kinder heilen kann, die auch Krebs haben.” Es sind Aufnahmen, die auf emotionale Weise das Ausmaß der Situation in Syrien verdeutlichen.

Die vierjährige Rama aus Ost-Ghouta hat nur noch wenige Wochen zu leben. Ihr könnte durch spezielle Medizin geholfen werden, doch das Assad-Regime verwehrt ihr und vielen anderen Kindern der Region diese notwendige Versorgung.

Ihre Mutter Diala Atout erklärt in einem Video, dass die Ärzte in Ghouta sich lange Zeit nicht erklären konnten, warum ihr Kind keine Nahrung mehr zu sich genommen habe. Sie dachten, sie hätte einfach nur eine Halsentzündung. Doch als sich ihr Zustand immer weiter verschlimmerte, schickten die Ärzte Mutter und Tochter zur Untersuchung nach Damaskus.

Ost-Ghouta von Regierungstruppen eingeschlossen

Dort dann die Diagnose: Das Mädchen leidet unter Lymphdrüsenkrebs, hat einen bösartiger Tumor in ihrem Hals und der Krebs hat bereits begonnen, in ihrem Blut zu streuen. Sie erhielt dort sechs Dosierungen der nötigen Medizin. Die Ärzte erklärten jedoch der Mutter, dass diese Dosis nicht genügen würde.

Als die Mutter dann zu den drei Geschwistern Ramas nach Ghouta zurückkehrte, wurden ihr weitere Reisen nach Damaskus vom Regime um Assad verwehrt. Sie kann Rama nicht zu weiteren Behandlungen in die syrische Hauptstadt bringen und es kann keine Medizin in die Heimat des Mädchens transportiert werden.

Im Jahr 2011 wurde der östliche Teil Ghoutas von Regierungstruppen eingeschlossen. Obwohl die Region von der Türkei, Iran und Russland zu Beginn des Jahres als Deeskalations-Zone erklärt wurde, sei keine Ruhe in Ost-Ghouta eingekehrt.

Berichten zufolge kam es allein seither zu 181 unterschiedlichen Attacken. Das berichtet unter anderem die britische Zeitung "The Independent". Die Menschen dort leben in Not, Angst und Hunger.

Die Fotos eines abgemagerten 35 Tage alten Babys, die vor wenigen Monaten veröffentlicht wurden, zeigen auf schockierende Weise, wie ernst die Lage derzeit ist. Die Fotos seht ihr im Video oben.

In zwei Monaten starben fünf Kinder aufgrund der Versorgungs-Blockade

Seit Beginn des Jahres ist der Vorort der syrischen Hauptstadt nun fast komplett von der Versorgung mit Nahrung und Medizin abgeschnitten. Die Hilfsorganisation UOSSM (Die Union Medizinischer Versorgungs- und Rettungsorganisationen) berichtet, dass in den vergangenen zwei Monaten dort fünf Kinder aufgrund fehlender Versorgung mit Medikamenten gestorben sind.

Ramas hat ihre letzte Medikamentendosis vor acht Monaten erhalten. Außerdem ist sie stark unterernährt und wiegt mit ihren vier Jahren nur noch 12 Kilogramm. Diala Atout sagte der UOSSM, dass sie seit Monaten vergeblich auf der Suche nach Medizin sei.

“Aber es ist unmöglich. Es gibt keine Medizin hier in Ost-Ghouta.” Die Ärzte befürchten, dass Rama so die nächsten Wochen nicht überleben werde.

Die Hilfsorganisation setzt sich nun für die Versorgung des Mädchens ein und forderte “sofort eine sicheren Durchgang und medizinische Behandlung, wie es das internationale Menschenrecht verlangt“. Doch nicht nur Rama benötigt dringend Hilfe. Ihre Mutter erklärt: "Nicht nur meine Tochter Rama leidet. Es gibt sehr viele Kinder, die leiden. Wir hoffen, dass jeder, der unsere Stimme hören kann, uns helfen wird.“

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(ujo)