POLITIK
09/12/2017 02:13 CET | Aktualisiert 09/12/2017 02:24 CET

"Trump küsste mich auf den Mund": Ex-Fox-Moderatorin erhebt Vorwürfe gegen US-Präsidenten

Republican presidential nominee Donald Trump blows a kiss to supporters following a campaign rally in Akron, Ohio, U.S., August 22, 2016.   REUTERS/Carlo Allegri
Carlo Allegri / Reuters
Republican presidential nominee Donald Trump blows a kiss to supporters following a campaign rally in Akron, Ohio, U.S., August 22, 2016. REUTERS/Carlo Allegri

  • In den USA kommen erneut Belästigungsvorwürfe gegen US-Präsident Trump auf

  • Eine ehemalige Fox-Moderatorin berichtet von einer unangenehmen Begegnung im Fahrstuhl

  • Der Fall reiht sich in eine bedrückende Reihe der Anschuldigungen gegen Trump ein

Fast täglich geraten neue Vorfälle an die Öffentlichkeit: 2017 wird sicherlich als das Jahr in Erinnerung bleiben, in dem die USA begannen, über sexuelle Gewalt gegen Frauen zu sprechen.

Nun rückt ein Vorfall erneut auch den US-Präsidenten Donald Trump in den Mittelpunkt der Debatte. Auf unrühmliche Weise.

Die ehemalige Nachrichtensprecherin des konservativen Senders Fox News, Juliet Huddy, berichtete am Donnerstag im Podcast "Mornin!!! With Bill Schulz", dass Donald Trump sie im Jahre 2005 oder 2006 im Fahrstuhl belästigt und auf den Mund geküsst habe.

Zu diesem Zeitpunkt habe Trump seine TV-Reality-Show "The Apprentice" auf NBC gehostet. "Er hat mich zum Essen im Trump Tower eingeladen", berichtete Huddy, "er hat sich verabschiedet und mich – statt auf die Wange – auf den Mund geküsst."

Huddy betonte, in diesem Moment habe sie geglaubt, es habe sich um ein Versehen oder ein Missverständnis gehandelt und sich nicht angegriffen oder bedroht gefühlt. Heute würde sie darüber aber anders denken.

"Jetzt, wo ich erwachsener bin, hätte ich 'nein' gesagt. Damals habe ich mich herausgeredet", sagte die ehemalige TV-Moderatorin. Huddy hatte in diesem Jahr wie viele andere Frauen Fox-Moderator Bill O’Reilly der Belästigung beschuldigt – und für dessen Entlassung gesorgt.

Das Weiße Haus reagierte auf Anfrage der HuffPost US bislang nicht auf die Vorwürfe gegen Trump, die sich in eine verstörende Reihe der Anschuldigungen gegen den Präsidenten einreihen.

Trumps Vorgeschichte mit Pornodarstellerinnen und Models

“Wie viel willst du?”

Pornodarstellerin Jessica Drake berichtet von einer unangenehmen Begegnung während eines Golfturniers am Lake Tahoe im Jahr 2006. Trump habe sie gepackt und ohne Erlaubnis geküsst.

Zu späterer Stunde habe sie einen Anruf erhalten, bei dem ein Angestellter von Donald Trump ihr 10.000 Dollar geboten habe, um mit dem Reality TV-Star zu Abend zu essen. Weil sie die Einladung ablehnte, habe Trump sie anschließend persönlich angerufen und gefragt: “Wie viel willst du haben?”

Grab them by the pussy

Kristin Anderson traf Anfang der Neunziger Jahre in einem New Yorker Club auf den selbsternannten Immobilien-Tycoon. Sie seien zusammen auf einem roten Sofa gesessen, als Trump ihr unter den Rock gefahren sei und in den Schritt gegriffen habe.

Das damalige Model beschrieb den Vorfall als “kurz, aber äußerst ekelerregend”.

“Er war wie ein Octopus”

Jessica Leeds hatte vor 30 Jahren das Pech, auf einem Flug nach New York neben Donald Trump zu sitzen. Die Maschine sei noch keine Stunde in der Luft gewesen, als Leeds Sitznachbar die Armlehne hoch geklappt und ihre Brüste begrapscht habe.

Anschließend sei er ihr mit der Hand unter den Rock gefahren. “Seine Hände waren überall. Er war wie ein Octopus”, sagte die heute 75-Jährige gegenüber der “New York Times”. Weil die Zeitung darüber berichtete, drohte Trump, das Medium zu verklagen.

"Trump wollte mich in ein Zimmer locken"

Wie eine junge Melania

Die frühere Miss Finland, Nikki Laaksonen, erzählte gegenüber der finnischen Zeitung "Ilta Sanomat", Trump habe ihr während der Miss Universe Wahl 2006 an den Po gefasst. “Er hat richtig fest zugegriffen”, so Laaksonen.

Später habe sie auf einer Party gehört, Trump, der die Ausstrahlung der Misswahl für den Sender NBC produzierte, habe Gefallen an ihr gefunden, weil sie aussähe wie seine Frau Melania – als sie noch jünger war.

“Er steckte mir die Zunge in den Hals”

“People”-Redakteurin Natasha Stoynoff behauptet ebenfalls, von Trump begrapscht worden zu sein. Im Jahr 2005 interviewte sie Donald und seine Frau Melania anlässlich ihres ersten Hochzeitstages in Trumps Hotel Mar-a-Lago.

Trump habe angeboten, sie durch das Hotel zu führen, doch es sei nur ein Vorwand gewesen, um sie alleine in ein Zimmer zu locken.

“Er schloß die Tür hinter uns, drückte mich gegen die Wand und steckte mir die Zunge in den Hals”, schrieb Stoynoff im Oktober 2016 in einem Exposé. Erst als Trumps Butler einige Minuten später den Raum betrat, habe sie sich aus seinem Griff befreien können.

Noch nicht vom Tisch

Trumps Team streitet sämtliche Vorwürfe ab. Trump selbst versprach im Oktober 2016, dass man gegen jede einzelne dieser “haltlosen Anschuldigungen” klagen würde, sobald die Wahl entschieden sei.

Bis heute ist das nicht passiert.

Dafür klagt nun Summer Zervos - eine der 16 Betroffenen und ehemalige Kandidatin von Trumps TV-Show “Apprentice”. Per gerichtlicher Vorladung hat die Amerikanerin sämtliche Unterlagen anfordern lassen, die mit den Belästigungs-Vorwürfen gegen den Präsidenten in Verbindung stehen - Ausgang offen.

Der Artikel erschien zuerst in der HuffPost US und wurde von Lennart Pfahler editiert.

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