WIRTSCHAFT
09/12/2017 07:22 CET | Aktualisiert 09/12/2017 07:24 CET

Manipulierte Geldautomaten: Betrüger räumen Konten leer – besonders in diesen Gegenden

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Betrüger räumen immer mehr Konten durch manipulierte Geldautomaten leer – besonders in diesen Gegenden

  • Die Fälle von manipulierten Geldautomaten nehmen zu

  • Besonders in Berlin schlagen die Betrüger häufig zu

  • Dabei wird es für Betrüger immer schwerer, an das Geld Fremder zu kommen

Eine kleine Kamera oder eine Tastatur-Attrappe, ein manipuliertes Lesegerät oder sogar eine Festplatte: Verbrecher manipulieren mit ausgeklügelten Methoden Geldautomaten.

Von Januar bis einschließlich November 2017 haben Kriminelle an 476 Mal Geldautomaten in Deutschland zugeschlagen, um Kartendaten und Geheimnummern (PIN) von Bankkunden auszuspähen.

Einzelne Geräte können zwar mehrfach in der Statistik auftauchen. Dennoch ist das Ausmaß der komplizierten Betrugs alarmierend.

Diese sogenannten Skimming-Angriffe verteilen sich nach Zahlen des Finanzinstituts "Euro Kartensysteme" wie folgt auf die Bundesländer:

Berlin 267

Nordrhein-Westfalen 67

Hamburg 53

Hessen 32

Bayern 20

Rheinland-Pfalz 11

Baden-Württemberg 9

Sachsen 6

Bremen 6

Schleswig-Holstein 3

Niedersachsen 2

Es wird schwieriger – und die Kriminellen organisieren sich besser

Dabei wird es für die Verbrecher immer schwieriger, an Geld von Fremden zu gelangen.

Das zeigt ein Fall in Mittelhessen: In der Hauptstadt des Himalaya-Staates Nepal, Kathmandu, machen Kriminelle in diesem Herbst Daten von Bankkunden zu Geld, die sie an einem Geldautomaten in Bad Nauheim abgefischt hatten.

Der Fall bestätigt den Trend: Kriminelle müssen weit reisen oder gut vernetzt sein, um in Deutschland gestohlene Bankdaten zum Geldabheben oder Bezahlen zu missbrauchen. Denn Kartendubletten funktionieren im Grunde nur noch dort, wo Bezahlkarten nach wie vor mit leicht kopierbaren Magnetstreifen ausgerüstet werden.

Immer mehr Länder weltweit setzen auf moderne EMV-Technik. Dabei sind Bezahlkarten mit einer Art Mini-Computer ausgestattet: Der Datensatz wird verschlüsselt, die Karte bei Gebrauch auf Echtheit geprüft - und zwar bei jedem Einsatz sowohl am Geldautomaten als auch an der Ladenkasse.

Größerer Schaden als in Vorjahren

In Deutschland sind seit Ende 2010 alle inzwischen gut 100 Millionen Girocards mit EMV-Chip ausgestattet, ebenso sämtliche knapp 60.000 Geldautomaten und 720.000 Terminals im Handel.

“In Europa haben wir praktisch keine Skimming-Schäden mehr dank moderner Technik”, sagt Margit Schneider von Euro Kartensysteme in Frankfurt.

Das hält Kriminelle aber nicht davon ab, an Geldautomaten in Deutschland Kartendaten und Geheimnummern (PIN) von Bankkunden auszuspähen - im Gegenteil: sowohl die Fallzahlen als auch der Bruttoschaden gingen im laufenden Jahr wieder nach oben.

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(ujo)