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08/12/2017 15:27 CET | Aktualisiert 08/12/2017 18:09 CET

"Welt"-Journalistin und Ehefrau von Lindner schreibt Text über FDP-Chef - jetzt bekommt sie Ärger

  • Dagmar Rosenfeld, "Welt"-Journalistin und Ehefrau von Christian Lindner, hat eine Missbilligung vom Presserat erhalten

  • Sie hatte dem FDP-Chef in einem Artikel Styling-Tipps gegeben

  • Die Begründung des Presserats seht ihr oben im Video

Dagmar Rosenfeld ist die stellvertretende Chefredakteurin der Tageszeitung "Die Welt" - und mit FDP-Chef Christian Lindner verheiratet. Weil sie im Wahlkampf einen Artikel über ihren Ehemann schrieb, hat der Presserat Rosenfeld nun eine Missbilligung erteilt. Das berichtet der Branchen-Dienst "Meedia".

Die Journalistin hatte verschiedenen Politikerin im August in einem Artikel für die "Welt" Styling-Tipps gegeben. Auch Christian Lindner war darunter.

Rosenfeld: Sein Parfüm rieche nach Jamaika

Über ihren Ehemann schrieb Rosenfeld damals: Der Spitzenkandidat der FDP kämpfe "mit Haut und Haaren für den Wiedereinzug in den Bundestag, dafür zeigt er sich in Wahlwerbespots schon mal im Unterhemd. Liberalismus ist für ihn auch eine Kopfsache: Um liberales Wachstum zu generieren, ließ er sich erst einmal Haare transplantieren."

Augenzwinkernd empfahl sie ihm noch: "Bei der Wahl der Oberbekleidung für Werbespots künftig vorher die Ehefrau fragen."

Aus dem Parfum von Lindner leitete Rosenfeld dann noch eine politische Analyse ab: "Comme des Garçons, Amazingreen (riecht nach schwarz-gelb-grüner Regierung)."

Missbilligung wegen "objektiver Befangenheit"

Der Presserat kritisierte Rosenfeld für diesen Beitrag - wegen einer "objektiven Befangenheit der Journalistin". Zwar wird der Name von Rosenfeld in der Missbilligung nicht genannt, nach Informationen von "Meedia" handele es sich dabei jedoch um Rosenfeld.

In der Missbilligung heißt es - wenig unmissverständlich: "Die Tatsache, dass eine Redakteurin über ihren Ehemann und seine politische Konkurrenz berichtet, ist mit den presseethischen Grundsätzen nicht vereinbar."

Diese Konstellation sei vielmehr geeignet, "das Ansehen der Presse nach Ziffer 1 Pressekodex in Gefahr zu bringen und muss deshalb vermieden werden".

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