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07/09/2017 02:46 CEST | Aktualisiert 07/09/2017 03:35 CEST

Im Friedensfall: FPD-Chef Lindner will Kriegsflüchtlinge in ihre Heimat zurückschicken

"Wenn Frieden herrscht, müssen Flüchtlinge zurückkehren", sagte Lindner.

Christian Lindner will Kriegsflüchtlinge nach Friedensschluss in Heimat zurückschicken
dpa
Christian Lindner will Kriegsflüchtlinge nach Friedensschluss in Heimat zurückschicken

  • FDP-Spitzenkandidat Christian Lindner will die Migrationspolitik in Deutschland reformieren

  • Kriegsflüchtlinge, in deren Heimatland Frieden geschlossen wird, will er dorthin zurückschicken

  • Sie sollen jedoch die Möglichkeit erhalten, sich für einen dauerhaften Aufenthalt in Deutschland zu bewerben

Der FDP-Vorsitzende Christian Lindner will, dass Kriegsflüchtlinge in ihre Heimat zurückkehren, "sobald die Lage es dort zulässt". Aus dem Flüchtlingsstatus könne "nicht automatisch ein dauerhafter Aufenthaltsstatus werden", sagte der Politiker "Bild"-Zeitung.

"Das ist das humanitäre Völkerrecht", und gelte auch für hier geborene Kinder von Flüchtlingen, sagte er. Wenn es in Sy­ri­en wie­der si­cher sei, müsse der Flücht­lings­schutz in Deutsch­land "er­löschen“. "Wenn Frieden herrscht, müssen Flüchtlinge zurückkehren", sagte Lindner, der auf Erfahrungen mit bosnischen Kriegsflüchtlingen Mitte der 1990er Jahre verwies.

Lindner: "Wer unsere Kriterien nicht erfüllt, muss gehen"

"Es gibt kein Men­schen­recht, sich sei­nen Stand­ort auf der Welt selbst aus­zu­su­chen", erklärte der FDP-Chef. Zugleich solle ein neues Einwanderungsgesetz legale Bleibemöglichkeiten über den Flüchtlingsschutz hinaus schaffen.

Flüchtlinge sollten sich Lindner zufolge nach Ablaufen ihres Schutzstatus um einen le­ga­len Dau­er­auf­ent­halt be­wer­ben kön­nen.

"Sie müs­sen die deut­sche Spra­che spre­chen, dür­fen sich nichts zu Schul­den kom­men las­sen und müs­sen die Ver­ant­wor­tung für den Le­bens­un­ter­halt der Fa­mi­lie über­neh­men. Man ar­bei­tet also und be­zie­ht kei­ner­lei Leis­tun­gen vom So­zi­al­staat", konkretisiert Lindner sein Einwanderungskonzept im Gespräch mit der "Bild".

"Aber wenn man un­se­re Kri­te­ri­en nicht er­füllt, muss man gehen.“

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(mf)