POLITIK
23/08/2017 06:20 CEST | Aktualisiert 23/08/2017 09:53 CEST

Trumps wilde Rede in Arizona: Das sind seine neun irrsten Aussagen

Trumps wilde Rede in Arizona: Das sind seine neun irrsten Aussagen
Joshua Roberts / Reuters
Trumps wilde Rede in Arizona: Das sind seine neun irrsten Aussagen

  • US-Präsident Trump hat in Arizona vor Anhängern einen mehr als einstündigen Auftritt absolviert

  • Was der dort sagte, ließ selbst inzwischen viel gewohnte Kommentatoren fassungslos zurück

US-Präsident Donald Trump ist für seine energiegeladenen Auftritte bekannt. Doch sein Auftritt am späten Dienstagabend in Phoenix war sogar für seine Verhältnisse hemmungslos und heftig.

In einem wilden 77-minütigen Statement attackierte er die Medien, kritisierte Kongressabgeordnete und schlug vor, die Regierung auf Eis zu legen, um eine Grenzmauer zu bauen. Nun zweifeln Kommentatoren an seinem Verstand.

Das waren die neun wildesten Punkte:

1. Trump begann seine Rede damit, dass er all seine Reaktionen auf die Proteste in Charlottesville erneut vorlas

Vor anderthalb Wochen hatte es dort brutale Ausschreitungen von Neonazis gegeben – Trump hatte erst gar nicht reagiert, dann die Angreifer öffentlich in Schutz genommen, und weltweit Entsetzen ausgelöst.

Am Dienstagabend ließ Trump dann zumindest den umstrittensten Teil weg, in dem er "viele Seiten" für die Gewalt verantwortlich gemacht hatte. Aber er verteidigte seine Äußerungen als "perfekt".

Schließlich habe er darin verschiedene Rassistengruppen scharf verurteilt. "Ich habe sie als Neonazis verurteilt, ich habe sie für alles verurteilt."

2. Trump schlug vor, die Regierung aufzulösen, wenn er dann die Mauer zu Mexiko bauen könne

"Und selbst, wenn wir die Regierung dichtmachen müssen, wir werden diese Mauer bauen", sagte Trump. "Wir werden einen Weg finden, diese Mauer zu bekommen."

Die Republikaner hatten Trump 1,6 Milliarden Dollar für den Mauerbau zugebilligt, der Senat wird das Budget für das Vorhaben aber voraussichtlich nicht freigeben.

3. Trump behauptete, die Medien "versuchen, uns unsere Geschichte zu nehmen, unser kulturelles Erbe"

Er warf den Medien vor, Hassgruppen und Fake News eine Plattform zu bieten. "Ich glaube wirklich, dass sie unser Land nicht mögen. Das glaube ich wirklich."

4. Er behauptete während der laufenden TV-Übertragung, dass man die Sendung abgebrochen habe

Konkret beschuldigte er den Sender CNN, seine Rede nicht zu übertragen. Tatsächlich übertrug der Kanal sie von Anfang bis Ende.

5. Er lässt die Leute für den verurteilten Sheriff Joe Arpaio klatschen

Arpaio hatte die Verschwörungstheorie verbreitet, die Geburtsurkunde von Trumps Amtsvorgänger Barack Obama sei gefälscht. Vor allem aber hatte er sich als Sheriff Gnadenlos einen zweifelhaften Ruf erworben. Menschenrechtler warfen Arpaio Rassismus etwa in Form von Racial Profiling vor. Selbst die Polizei kritisierte die Methoden. Im Juli wurde Arpaio deswegen verurteilt.

Trump hatte bereits eine Begnadigung in Erwägung gezogen. Am Dienstag fragte Trump seine Anhänger, was sie von Arpaio hielten. Und ob er nicht deswegen verurteilt worden sei, weil er seinen Job gemacht habe.

Videos zeigen, welch unfassbar lange Zeit Trump sich applaudieren ließ.

6. Er prahlte, dass er in einer "größeren, schöneren Wohnung" lebe als die Journalisten, die über ihn berichteten

7. Er beschwerte sich über den Rauswurf des CNN-Kommentators Jeffrey Lord

Lord, der pro Trump argumentiert, hatte den rechtsextremen Ku Klux Klan als ehemals militärischen Arm der Demokraten bezeichnet und in einem Tweet den Nazi-Gruß "Sieg Heil" verwendet.

CNN beendete daraufhin die Zusammenarbeit mit Lord.

8. Er brüskiert die beiden republikanischen Senatoren Arizonas

Trump betont ironisch, dass er ja keine Namen nenne, so, wie es sich eines Präsidenten gezieme. "Ist das nicht sehr präsidentenhaft?"

Tatsächlich aber attackiert er Jeff Flake, der Trump kürzlich kritisiert hatte, und John McCain. Der krebskranke McCain hatte bei der Abstimmung zur Abschaffung von Obamacare gegen die Linie der Republikaner votiert.

9. Trump sagte, "wir werden wahrscheinlich irgendwann Nafta beenden"

Das North American Free Trade Agreement ermöglicht den freien Handel zwischen Kanada, den USA und Mexiko. Noch im April hatte er sich zu dem Abkommen bekannt, aber neue Verhandlungen angekündigt.

Der Text erschien zunächst auf HuffPost USA und wurde von Susanne Klaiber aus dem Englischen übersetzt und bearbeitet.

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(mf)