LIFESTYLE
04/08/2017 09:30 CEST | Aktualisiert 12/09/2017 14:23 CEST

Zwei New Yorker wollen mit ihrer Idee das Sexleben revolutionieren - Emma Watson ist schon ein Fan

OMGYes
Zwei New Yorker wollen mit ihrer Idee das Sexleben revolutionieren

  • Zwei New Yorker haben eine ganz spezielle Sex-Website gegründet

  • Dort finden sich Tipps, wie Frauen schneller zum Orgasmus kommen

  • Die Gründer führen extra Studien zur weiblichen Lust durch

Die New Yorker Rob Perkins und Lydia Daniller haben eine Mission: Sie wollen die sexuelle Lust der Frau ans Tageslicht bringen.

Über Sex zu sprechen - und das auch noch öffentlich - scheint gerade bei Frauen noch immer als anstößig zu gelten, beklagen sie auf ihrer Website. Sie aber sind der Meinung: Wir sollten nicht nur über uns Liebesleben sprechen, wir sollten es auch verbessern. Und mit wir meinen sie vor allem uns Frauen.

Denn erwiesenermaßen kommen Frauen seltener zum Orgasmus als Männer. Konkret sind es einer US-Studie zufolge gerade einmal 65 Prozent der Frauen, die beim Geschlechtsverkehr einen Orgasmus haben.

Das muss aber nicht sein, sagen die New Yorker und haben deshalb "OMGYes" gegründet - eine ganz spezielle Website. Der Name ist Programm. Denn dank der Hilfe von "OMGYes" sollen Frauen nicht nur schneller zum Höhepunkt kommen, sondern auch ganz neue Techniken für sich entdecken.

Auf Studien gestützte Tipps für den Orgasmus

Funktionieren soll das dank interaktiver Videos. Dafür können sich Interessierte für 39 Euro eine Staffel mit Sex-Tipps herunterladen. Die Videos enthalten 50 Videoclips, darunter elf Videos "zum Anfassen und Üben".

Aber wer jetzt denkt, "Ah ja, es handelt sich also um Pornos", liegt falsch. Die Website-Betreiber wollen Paare einen Mehrwert bieten und ihnen auf Studien gestützte Tipps geben, wie sie besseren Sex haben - und zeigen ihnen das auch, auf einfache und "humorvolle Weise", wie sie schreiben.

Die Schauspielerin Emma Watson offenbarte sich erst kürzlich als großer Fan der Seite. Als Feministin stört es sie ebenso wie die Betreiber, dass die weibliche Lust noch immer wie ein Mysterium behandelt wird.

Die Gründer: "Wir leben in einer zu konservativen Welt"

"Nicht nur Strenggläubige oder Superkonservative bewerten die Einzelheiten der weiblichen Lust als 'obszönen und unangemessenen Inhalt' – es sind auch die Medienunternehmen, Suchmaschinen, App-Stores", kritisieren die Gründer von "OMGYes".

"Wir leben in einer Zeit, in der drastische Gewaltdarstellungen okay sind, aber das Fernsehen einen Piepton über das Wort 'Klitoris' legt", sagen sie.

Und, klagen sie, es habe noch nie eine Studie zur Erkundung der weiblichen Lust gegeben. Das wollten sie ändern. Wobei einzuwenden ist: Auch Studien zur männlichen Lust sind nicht bekannt. Aber es ist ja schon mal ein erster Schritt, das zumindest die weibliche Lust eingehender erforscht wird.

Zumal Männer, allein schon wegen der biologischen Notwendigkeit, ohnehin leichter und schneller zum Höhepunkt kommen.

Frauen können auf 12 Arten zum Orgasmus kommen

Gemeinsam mit Forschern an der Universität von Indiana und am Kinsey-Institut haben die Gründer die erste großangelegte Studie zur weiblichen Lust durchgeführt. Mit dem Ziel zu verstehen, wie genau Frauen zur Lust kommen.

Die Ergebnisse haben sie überrascht. Denn anscheinend gibt es viel mehr Techniken, als sie dies für möglich gehalten hätten. Insgesamt sollen Frauen auf genau zwölf verschiedene Arten zum Orgasmus kommen können. Um die Einzelheiten dieser Ergebnisse mit möglichst vielen zu teilen, haben sie schließlich die Website "OMGYes" gegründet.

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"Es ist ein neuer Ansatz: Erfrischend, ehrlich und direkt", sagt die Betreiberin in einem Video. "Damit Frauen, Männer und Paare erkunden können, wie eine tolle Sache noch besser werden kann."

Auch Männer haben was davon

Die erste Staffel beschäftigt sich vor allem mit der klitoralen Stimulation. In folgenden Staffeln sollen auch andere Aspekte, wie zum Beispiel Oralsex behandelt werden.

Das Gute daran: Den Erlös stecken die Frauen in in die weitere Erforschung der weiblichen Lust. "Öffentliche Institutionen weigern sich, die Forschung zu Einzelheiten der sexuellen Lust zu fördern", schreiben die Seitenbetreiber. "Wir müssen also Geld verlangen, um unsere fortlaufenden Studien und die Produktion zu finanzieren."

Übrigens haben auch die Männer was davon: Viele Nutzerinnen würden die interaktiven Videos gemeinsam mit ihren Partnern testen, heißt es auf der Website.

"Ich wünschte, diese Seite hätte es schon viel früher gegeben. Ihr solltet sie unbedingt austesten", sagte Emma Watson in einem Diskussionsabend mit der Feministin Gloria Steinem in London.

Da bleibt nur noch zu sagen: Viel Spaß.

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(cho)