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28/06/2017 23:01 CEST | Aktualisiert 29/06/2017 03:07 CEST

"Keine Bühne für Hetz-Reden": Martin Schulz will Erdogan nicht in Deutschland auftreten lassen

Martin Schulz will nicht, dass Präsident Erdogan in Deutschland auftritt.
Anadolu Agency via Getty Images
Martin Schulz will nicht, dass Präsident Erdogan in Deutschland auftritt.

  • Der türkische Präsident Erdogan plant laut einem Medienbericht, nach dem G20-Gipfel im Juli vor Unterstützern in Deutschland zu sprechen

  • Martin Schulz will Erdogan Großkundgebungen in Deutschland verbieten

Der türkische Präsident Recep Tay­yib Er­do­gankommt diesen Juli zum G20-Gipfel nach Hamburg - und will danach offenbar vor tausenden seiner Anhänger auftreten.

Er­do­gan suche derzeit über ver­schie­de­ne Agen­tu­ren nach einer Halle oder einem Sta­di­on für den Auftritt, berichtet die Zeitung "Bild".

Geht es nach SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz, soll es nicht so weit kommen. Der Sozialdemokrat will verhindern, dass Erdogan in Deutschland an einer Großkundgebung vor seinen Anhängern sprechen kann.

"Aus­län­di­sche Po­li­ti­ker, die un­se­re Werte zu Hause mit Füßen tre­ten, dür­fen in Deutsch­land keine Bühne für Hetz-Re­den haben", sagte er zur "Bild".

Klare Haltung statt Brandschutz-Ausrede

Denn: "Ich will nicht, dass Herr Er­do­gan, der in der Tür­kei Op­po­si­tio­nel­le und Jour­na­lis­ten ins Ge­fäng­nis steckt, in Deutsch­land Groß­ver­an­stal­tun­gen ab­hält."

Es gehe bei solchen Auftritten nicht um den Brandschutz in den Hallen oder die Zahl der verfügbaren Parkplätze. Stattdessen müsse man dafür sorgen, dass Er­do­gan nicht "die in­nen­po­li­ti­schen Kon­flik­te in der Tür­kei nach Deutsch­land trägt".

In der Vergangenheit hatten mehrere Länder und Kommunen die Auftritte türkischer Politiker zu Wahlkampfzwecken - etwa zur umstrittenen Verfassungsänderung - abgesagt. Sie begründeten das meist mit Sicherheitsbestimmungen.

Doch Schulz wolle nicht, dass die Bundesregierung die Städte im Stich lasse. "Ich finde, es braucht jetzt klare Kante."

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(ben)