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28/05/2017 07:12 CEST

Studie über Mietpreisbremse: Mieter zahlen in diesem Jahr im Schnitt 1700 Euro zu viel

Mieter zahlen in diesem Jahr im Schnitt 1700 Euro zu viel.
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Mieter zahlen in diesem Jahr im Schnitt 1700 Euro zu viel.

  • Das Gesetz über die Mietpreisbremse funktioniert nicht

  • Das ist das Ergebnis einer von den Grünen in Auftrag gegebenen Studie

  • Insgesamt würden Mieter demnach pro Jahr 310 Millionen Euro zu viel bezahlen

Wohnen wird in Deutschland immer teurer - auch, weil 44 Prozent aller neuen Mietverträge gegen das Gesetz verstoßen.

Das ist das Ergebnis einer neuen Stu­die über die Miet­preis­brem­se, die von der grü­nen Bun­des­tags­frak­ti­on in Auf­trag ge­ge­ben wurde. Laut Be­rech­nun­gen der Stu­die, über die die "Bild am Sonntag" berichtet, zah­len die Mie­ter in die­sem Jahr 310 Mil­lio­nen Euro zu viel. Im Schnitt über­wei­se jeder Mie­ter 1700 Euro pro Jahr mehr als er müss­te.

Problem hoher Mieten wird sich weiter verschärfen

Die Au­to­ren der Stu­die, Ruben Ko­ren­ke und Va­len­tin Lieb­hardt von Mi­et­test e.V., haben ak­tu­el­le Woh­nungs­an­non­cen aus Ber­lin, Stutt­gart und Ham­burg über­prüft und die Er­geb­nis­se deutsch­land­weit hoch­ge­rech­net.

Am schlimms­ten ist es laut der Stu­die in Ber­lin: Dort wür­den 58 Pro­zent der Woh­nungs­in­se­ra­te die Preis­brem­se nicht ein­hal­ten, die Mie­ter in der Haupt­stadt zahl­ten im Schnitt 1800 Euro zu viel pro Jahr.

In Ham­burg seien 36 Pro­zent der In­se­ra­te feh­ler­haft, im Schnitt zahle der Mie­ter hier jähr­lich 1500 Euro drauf. In Stutt­gart ver­stie­ßen 19 Pro­zent der An­zei­gen gegen die Preis­brem­se, die Mie­ter wür­den durch­schnitt­lich 1200 Euro pro Jahr zu viel über­wei­sen.

Das Pro­blem mit zu hohen Mie­ten wird sich laut den Ver­fas­sern der Stu­die, die über das Ge­setz zur Miet­preis­brem­se pro­mo­vieren, wei­ter ver­schär­fen. Weil jedes Jahr neun Pro­zent der Haus­hal­te um­zö­gen, er­hö­he sich die Zahl über­teu­er­ter Ver­trä­ge.

In den ers­ten bei­den Jah­ren sum­mie­re sich die Mie­ter­mehr­be­las­tung auf 930 Mil­lio­nen Euro. Nach drei Jah­ren soll sie bei 1,8 Mil­li­ar­den Euro lie­gen.

Grünen-Vorsitzende Göring-Eckardt: "Derart löchriges Gesetz ist unverantwortlich"

Die grüne Frak­ti­ons­vor­sit­zen­de Kat­rin Gö­ring-Eckardt kri­ti­sier­te die Re­gie­rung in der "Bild am Sonntag": "SPD und Union tra­gen die Ver­ant­wor­tung für die un­nö­ti­gen Mehr­kos­ten der Mie­ter. Für den immer här­te­ren Woh­nungs­markt in Deutsch­land ist ein der­art löch­ri­ges Ge­setz ab­so­lut un­ver­ant­wort­lich."

Die Grü­nen for­dern, dass es eine Aus­kunfts­pflicht des Ver­mie­ters über die bis­he­ri­ge Miete geben müsse, damit Ver­stö­ße schnell und ein­fach nach­ge­wie­sen wer­den könn­ten.

Zu­sätz­lich wol­len die Grü­nen die Miet­preis­brem­se ver­schär­fen, alle Aus­nah­men ab­schaf­fen. Die Au­to­ren der Stu­die haben aus­ge­rech­net: Damit würde sich die Miet­be­las­tung im ers­ten Jahr sogar um 580 Mil­lio­nen Euro re­du­zie­ren. Die durch­schnitt­lich zu­läs­si­ge Miete würde von 820 auf 750 Euro fal­len.

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(lm)