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23/01/2017 08:28 CET | Aktualisiert 20/07/2017 07:31 CEST

Erfolg als Erziehungskonzept: Wie Lob und Belohnung bei Kindern funktionieren

So funktioniert Lob und Belohnung als Erziehungskonzept
Thanasis Zovoilis via Getty Images
So funktioniert Lob und Belohnung als Erziehungskonzept

  • Lob und Belohnungen sind in der Erziehung wirkungsvoller als Tadel und Bestrafung

  • Die wesentlichen Erfolgserlebnisse sind aber diejenigen, die keine Bestätigung von außen brauchen

  • Der Erfolg als Erziehungskonzept setzt Freiräume voraus, ebenso für Misserfolge

Neurowissenschaftlichen Studien zufolge erscheint es erwiesen zu sein, dass Lernprozesse besser gelingen, wenn sie durch Lob und Belohnung unterstützt werden, als wenn man Zurechtweisungen und Druck anwendet. Die Angst vor dem Versagen lähmt, während positive Folgen zum gewünschten Verhalten motivieren.

Dessen ungeachtet funktioniert die Erziehung nicht ausschließlich mit Lob und Belohnungen. Es ist ebenso wichtig, dass die Kinder lernen, mit Frustration umzugehen, damit sie nicht kleine Prinzen und Prinzessinnen werden, sondern starke und verantwortungsbewusste Menschen.

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Positives Feedback stärkt die Beziehung

Bestätigung ist wichtig für ein vertrauensvolles Aufwachsen. Wir alle brauchen Bestätigung in unserem sozialen Umfeld, um uns wohlzufühlen. Das gilt vor allem für Kinder, die ihren Weg in die Welt suchen.

Wenn das Kind einen wesentlichen Lernschritt absolviert hat, ist ein warmherziges Lob die passende Reaktion. Positives Feedback stärkt die Beziehung zwischen den Erziehenden und den Kindern.

Gleichzeitig sorgen kleine Belohnungen oftmals für das gewünschte Verhalten in der Zukunft. Aber der Versuch, Kinder zu "dressieren", ist der falsche Weg. Erziehungsmethoden, die ausschließlich auf Lob und Belohnung setzen, machen die Kinder in vielen Fällen abhängig oder regelrecht verwöhnt.

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Nicht mit Lob übertreiben

Erfolgserlebnisse sind der Schlüssel für ein gesundes Selbstvertrauen. Dieses Vertrauen entsteht, wenn Menschen auf ihre eigenen Fähigkeiten oder auf die Anerkennung von außen bauen können.

Auf die eigene Kraft zu setzen, bietet wesentlich mehr Sicherheit, als auf die Bestätigung anderer angewiesen zu sein.

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Demzufolge sind zu viele positive Bewertungen wenig hilfreich, vor allem, wenn sie im Endeffekt der Kontrolle dienen. Lob und Belohnungen für Selbstverständlichkeiten hemmen die kindliche Entwicklung eher.

Vielmehr haben die Erziehenden die Aufgabe, einen geschützten Raum für die kindlichen Experimente zur Verfügung zu stellen. Lobende Überbehütung, die eigene kindliche Erfahrungen einschränkt, ist ähnlich hinderlich wie ständige Kritik oder willkürliche Herabsetzung.

Ausschließlich die Kinder, die lernen, Schwierigkeiten zu überwinden, glauben später dauerhaft an ihre eigenen Fähigkeiten und an die Möglichkeit, erfolgreich zu sein.

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(cho)