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23/01/2017 08:14 CET | Aktualisiert 20/07/2017 07:34 CEST

Bestrafung in der Kindererziehung: Das sind die Alternativen

Bestrafung in der Kindererziehung - das muss nicht sein
DmitriMaruta via Getty Images
Bestrafung in der Kindererziehung - das muss nicht sein

  • Bestrafung gilt als ungeeignet für die Kindererziehung

  • Körperliche Strafmaßnahmen sind gesetzlich verboten

  • Logische Konsequenz bewährt sich, um Kindern die negativen Folgen von falschem Verhalten zu verdeutlichen

Seit dem Zweiten Weltkrieg hinterfragen Erziehungswissenschaftler und mehr und mehr Eltern die Bestrafung als pädagogische Maßnahme. Der Gesetzgeber trägt dieser veränderten Einschätzung ebenfalls Rechnung, indem er im Bürgerlichen Gesetzbuch entwürdigende Erziehungsmaßnahmen, vor allem körperliche Züchtigungen und seelische Verletzungen, explizit untersagt.

Kinder haben ein Recht auf gewaltfreie Erziehung. Körperliche Bestrafungen, seelische Verletzungen und andere entwürdigende Maßnahmen sind unzulässig.

BGB § 1631

Bestrafung ist keine Lösung

Neben dem gewichtigen Argument, dass eine Bestrafung gegen die Würde des Kindes verstößt, sprechen zahlreiche weitere Gründe gegen diese Form der Erziehung. Strafen erschüttern in vielen Fällen das Vertrauen des Kindes in seine Eltern.

Eine massive Bestrafung beeinträchtigt das Selbstbewusstsein von Mädchen und Jungen nachhaltig oder zerstört es dauerhaft. Gleichzeitig zeigen Strafen in der Regel nicht den beabsichtigten Erfolg, zum Beispiel, wenn Kinder eine Bestrafung absichtlich provozieren, um Aufmerksamkeit zu erregen.

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Wenn der Zusammenhang zwischen einer unerwünschten Handlung des Kindes und der Bestrafung nicht klar ist, führt diese ebenfalls nicht zu einer Änderung des Verhaltens.

Wenn eine Bestrafung in Ausnahmefällen erfolgreich die Unterlassung von unerwünschtem Handeln hervorruft, erfolgt dies oftmals nicht aus Einsicht. Vielmehr begünstigt die Furcht vor einer erneuten Bestrafung eine opportunistische Haltung und bei größeren Kindern das Bemühen, sich der elterlichen Kontrolle zu entziehen.

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Konsequenz statt Bestrafung

Aus diesem Grund setzen Eltern, die ihr Kind respektieren, auf logische Konsequenzen bei der Erziehung. Diese Methode vermittelt den Mädchen und Jungen die Einsicht, dass Fehlverhalten automatisch zu Beeinträchtigungen ihres Wohlbefindens oder dem von anderen Personen führt.

Die Erziehungsberechtigten weisen die Kinder und Jugendlichen auf diese Folgen hin und fordern sie auf, die entsprechenden Handlungen zu unterlassen. Ignorieren die betroffenen Kinder dies, bekommen sie die Konsequenzen zu spüren.

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Im Unterschied zur Bestrafung greifen die Eltern hier nicht strafend ein, um negative Folgen zu verhindern und dem Kind einen Lernprozess zu ermöglichen. Ein Kind, das trotz wiederholter Ermahnungen mit dem Stuhl kippelt, fällt beispielsweise mit diesem um, damit es dieses Verhalten in Zukunft unterlässt.

Die Grenzen der Erziehungsmethode der logischen Konsequenz sind erreicht, wenn die Gefahr besteht, dass Kinder sich oder anderen ernsthaft schaden könnten.

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