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14/02/2017 06:42 CET | Aktualisiert 14/02/2017 13:36 CET

Massenhafte Übergriffe durch Zuwanderer in Frankfurt: Die Sex-Mob-Geschichte war nur erfunden

Massenhaffte Übergriffe durch Zuwanderer in Frankfurt: War die Sex-Mob-Geschichte nur erfunden?
STOCK4B-RF via Getty Images
Massenhaffte Übergriffe durch Zuwanderer in Frankfurt: War die Sex-Mob-Geschichte nur erfunden?

  • Die "Bild"-Zeitung hat Anfang Februar über einen riesigen Sex-Mob in Frankfurt berichtet, der in der Silvesternacht gewütet haben soll

  • Doch die Aussagen der Zeugen scheinen unglaubwürdig

  • Deswegen ermittelt jetzt die Polizei

"Sex-Mob tobte in Frankfurter Restaurant-Meile." So knallig titelte die "Bild" Anfang Februar. Exklusiv habe die Zeitung mit Betroffenen über die Ereignisse in der Silvesternacht geredet.

So soll Irina A. von Arabern angegrabscht und bedrängt worden sein. "Sie fassten mir unter den Rock, zwischen die Beine", diktierte sie damals der Zeitung ins Blatt.

Mehr noch: 900 "größtenteils betrunkene Flüchtlinge" sollen mit dem Zug aus Mittelhessen in die Mainmetropole gekommen sein - ohne dass "Bild" dafür eine Quelle angab.

Allerdings wurden von Anfang an Zweifel an der Darstellung der vermeintlichen Zeugen laut. Nun ermittelt die Frankfurter Polizei offenbar gegen die Zeugin Irina A. und den Szenewirt Jan Mai wegen Vortäuschung einer Straftat, schreibt die "Frankfurter Allgemeiner Zeitung".

Zeugin soll gar nicht in Deutschland gewesen sein

Das hat einen nachvollziehbaren Grund: Irina A. soll sich in der fraglichen Nacht gar nicht in Deutschland aufgehalten haben. Das soll nach Informationen der "Frankfurter Rundschau" (FR) ein mittlerweile gelöschter Post von Irina A. nahelegen. Ein Polizeisprecher wollte die Informationen gegenüber der Zeitung weder bestätigen noch dementieren.

Der zweite "Bild"-Zeuge Mai hatte berichtet, dass in von ihm betriebenen Lokalen Gäste aus einer Gruppe von 50 Männern heraus bestohlen und belästigt worden seien. Auch Randale habe es gegeben.

Weitere mutmaßliche Zeugen sollen in Verhören zurückgerudert sein, es habe sich um eine normale Schlägerei gehandelt und nicht um sexuelle Übergriffe, schreibt "Bild" dann am Dienstag.

Wirt hält an Schilderung der Vorkommnisse fest

Auch bei der Frankfurter Polizei selbst haben die Berichte Verwunderung hervorgerufen. Denn bis zum Erscheinen des "Bild"-Artikels waren den Beamten keine Anzeigen wegen sexueller Übergriffe aus dem Bereich der bekannten Restaurant-Meile bekannt gewesen.

Im Gespräch mit der "FR" hält der Wirt derweil an seiner Schilderung der Vorkommnisse fest. Er habe auch gegenüber der "Bild"-Zeitung nicht behauptet, dass ein "Sex-Mob" durch die Frankfurter Freßgass gezogen sei.

Mai schrieb am 7. Februar auf Facebook: "Meine Mitarbeiter, übrigens alles Ausländer, haben miterlebt, wie schlimm es uns an Silvestern ergangen ist und sind sicherlich nicht, genauso wie ich, in der Rechten Szene unterwegs."

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