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14/02/2017 12:50 CET

Stimmen aus der AfD-Basis: Höcke soll zur Bundestagswahl antreten

Stimmen aus der AfD-Basis: Höcke soll zur Bundestagswahl antreten
dpa
Stimmen aus der AfD-Basis: Höcke soll zur Bundestagswahl antreten

  • Laut einem thüringischen AfD-Sprecher ermuntern Teile der Parteibasis den Landeschef Höcke, für die Bundestagswahl zu kandidieren

  • In einer Online-Umfrage lehnt außerdem eine Mehrheit der AfD-Anhänger den Parteiausschluss Höckes ab

Die Stimmen in der AfD werden immer mehr, dass der thüringische Landeschef Björn Höcke in der Partei bleiben soll. Neben dem AfD-Bundesvorsitzenden Jörg Meuthen stehen offenbar auch Teile der AfD-Basis in Thüringen hinter Höcke. Sie ermuntern den Politiker sogar dazu, für die Bundestagswahl zu kandidieren.

Es gebe Mails, Anrufe und Wortmeldungen in sozialen Netzwerken dazu, sagte Thüringens AfD-Sprecher Torben Braga am Dienstag der Deutschen Presseagentur.

Nach der Entscheidung des Bundesvorstandes, gegen Höcke ein Parteiausschlussverfahren einzuleiten, hätten die Aufforderungen zur Kandidatur Höckes noch zugenommen. "Es gibt so etwas wie eine 'Jetzt erst recht'-Stimmung", sagte Braga.

Mehr als die Hälfte der AfD-Anhänger gegen Ausschluss

Zahlen belegen, wie viele Unterstützer Höcke bei den AfD-Anhängern hat. Mehr als die Hälfte der AfD-Wähler (52 Prozent) würde einen Rausschmiss des Politikers ablehnen. 42 Prozent befürworten das Aussschlussverfahren. Das ergab eine repräsentative Online-Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey für die Tageszeitung "Die Welt".

Insgesamt sprachen sich 69 Prozent der Befragten für den Rauswurf aus. Lediglich 23 Prozent sind den Angaben zufolge dagegen. Vor allem Frauen (drei Viertel) und Anhänger von CDU und CSU (83 Prozent) befürworteten den Rausschmiss.

Partei will Ausschlussverfahren einleiten

Der ultrarechte Höcke hatte eine umstrittene Rede zum deutschen Geschichtsverständnis in Dresden gehalten. Deshalb beschloss der Bundesvorstand am Montag mit der erforderlichen Zwei-Drittel-Mehrheit, ein Parteiausschlussverfahren einzuleiten. Der thüringische Landesvorstand sowie die Fraktion hatten den Beschluss kritisiert und sich vor ihn gestellt.

Höcke hatte im Januar überraschend erklärt, er wolle bei der Bundestagswahl im September nicht antreten. Ihm waren lange bundespolitische Ambitionen nachgesagt worden.

Ob er sich von den Aufforderungen zur Kandidatur beeinflussen lasse, könne er nicht sagen, sagte Braga. Die Thüringer AfD will an diesem Samstag ihre Landesliste für die Bundestagswahl bestimmen.

Höcke könnte AfD spalten

Am Fall Höcke zeigt sich, wie gespalten die AfD ist. Der thüringische Landeschef gehört zum rechten Flügel der Partei, AfD-Chefin Frauke Petry möchte ihrer Partei einen bürgerlichen Anstrich verpassen.

Etwa 7.000 Anhänger werden dem Höcke-Lager zugerechnet. "Nach dem Beschluss um Höckes Rauswurf droht ein Machtkampf innerhalb der AfD. Die Frage ist, welches Lager innerhalb der Partei sich durchsetzen wird", sagt der Dresdner Politologe Werner Patzelt im Gespräch mit der Huffington Post.

Mit Material der dpa.

(ks)