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14/02/2017 14:43 CET | Aktualisiert 14/02/2017 15:38 CET

CSU-Abend zur Christenverfolgung: Umstrittener Redner sorgt für Wirbel

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CSU-Abend zur Christenverfolgung: Umstrittener Redner sorgt für Wirbel

  • Ein Münchner CSU-Bundeskandidat lädt für den Freitag zu einem Informationsabend über weltweite Christenverfolgung ein

  • Doch der eingeladene Referent kommt von einer umstrittenen evangelikalen Organisation

  • Deshalb kritisieren Grünen-Vertreter die Veranstaltung

Stephan Pilsinger tritt für die CSU im Münchner Westen für den Bundestag an. Der 29-Jährige Arzt steht zu seinem christlichen Glauben. Ihm liegen deshalb die Probleme anderer Glaubensbrüder und -schwestern am Herzen. Am Freitag lädt er deswegen zu einem Informationsabend unter dem Titel "Christenverfolgung weltweit: Was können wir tun?" in ein Münchner Lokal ein.

Das Problem: Der eingeladene Referent kommt vom umstrittenen evangelikalen Netzwerk "Open Doors". Diese Einladung kritisiert der Grüne Bundestagsabgeordnete Dieter Janecek, der im selben Wahlkreis antritt. Die Verfolgung von Gläubigen zu thematisieren sei richtig und wichtig. "Die Zahlen zur Christenverfolgung, die die evangelikale Organisation OpenDoors erhebt, sind schlicht nicht seriös", so Janecek.

Stephan Pilsinger wehrt sich gegen die Vorwürfe: "Wenn die 'Tagesschau', der 'Spiegel' oder die 'Zeit' die Berichte von Open Doors zitieren, dann kann ich davon ausgehen, dass es sich dabei um einen akzeptablen Gesprächspartner handelt", so der Bundestagskandidat gegenüber der Huffington Post.

Pilsinger erwidert die Vorwürfe Janeceks

Auch auf Facebook erwiderte Pilsinger die Vorwürfe Janeceks. Er schreibt: "'Gespräche führen' bedeutet nicht, sich den Standpunkt des Gegenübers hundertprozentig zu Eigen zu machen – das sollte selbstverständlich sein."

Allerdings kritisieren auch der UNO-Sonderberichterstatter zur Religions- und Weltanschauungsfreiheit Heiner Bielefeldt, Amnesty International oder Human Rights Watch Open Doors - und die methodisch unsaubere Arbeit der Organisation.

"Pilsinger und die CSU holen sich da falsche Freunde an Bord"

Die Organisation geriet ebenso im Mai 2016 für die Aussagekraft ihrer angeblich deutschlandweiten Studie zur "Christenverfolgung" in Flüchtlingsheimen in Kritik. Es stellte sich heraus, dass wohl zwei Drittel der aufgelisteten Opfer anti-christlicher Gewalt aus einer einzigen Flüchtlingsunterkunft stammen sollten.

"Pilsinger und die CSU holen sich da falsche Freunde an Bord”, sagt deshalb Gudrun Lux, Vorsitzende der Münchner Grünen und selbst Mitglied des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK).

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(ks)