POLITIK
13/02/2017 07:38 CET | Aktualisiert 13/02/2017 08:30 CET

Trotz Schulz-Hype: Deshalb glaubt Wolfgang Bosbach an den Erfolg von Angela Merkel

Der CDU-Politiker Wolfgang Bosbach
Getty
Der CDU-Politiker Wolfgang Bosbach

  • Seitdem Martin Schulz' Kanzlerkandidatur sicher ist, steht Angela Merkel unter Zugzwang

  • Die Umfragewerte der Kanzlerin sinken, doch CDU-Politiker Bosbach glaub trotzdem an ihren Erfolg

Wolfgang Bosbach gehört nicht zu den größten Fans der Politik von Angela Merkel.

Dennoch glaubt der CDU-Politiker an einen Erfolg der Kanzlerin bei den Wahlen, wie er in einem Interview mit der "Bild"-Zeitung sagt.

"Mit keinem anderen Kandidaten, mit keiner anderen Kandidatin, hätten wir bei der Bundestagswahl bessere Chancen als mit Angela Merkel", sagte Bosbach.

Scholz oder Schulz - völlig egal

Bosbach forderte die SPD dazu auf, schnellstmöglich mit Inhalten in den Wahlkampf zu starten. "Wir werden schnell feststellen, dass Martin Schulz nicht damit durchkommt über Monate hinweg nur zu erklären, was falsch läuft und, was geändert werden müsste“, sagte er.

Wäre nicht Schulz, sondern Olaf Scholz für die SPD angetreten, wären die Umfragen gleichermaßen euphorisch, glaubt Bosbach. Das werde aber in ein paar Tagen wieder nachlassen.

Mehr zum Thema: Umfrage zeigt: Martin Schulz begeistert vor allem Nichtwähler für die SPD

Schon in einem Gespräch mit dem Nordkurier Anfang Januar sprach Bosbach Angela Merkel die größten Chancen bei der Bundestagswahl 2017 zu. Sie sei "populärer als alle potenziellen Herausforderer der SPD und genießt im Ausland großes Ansehen".

Anti-Schulz-Papier sorgt für Empörung

Inzwischen hat der Spitzenkandidat der SPD allerdings die amtierende Kanzlerin in den Umfragewerten überholt.

Kein Wunder, dass deshalb die Kritik an Schulz lauter wird. "Die Wähler sollten wissen, dass Schulz beispielsweise Eurobonds gefordert hat. Schulden-Schulz muss sich der Frage stellen, was daran sozial gerecht sein soll, wenn deutsche Sparer für griechische Schulden zahlen müssten", sagte er.

Auch auf die Vorwürfe, die Union fahre eine Schmutzkampagne gegen Schulz reagierte Scheuer.

"Welche Schmutzkampagne gegen Schulz? Wahrheit kann weh tun", sagte Scheuer dazu am Montag. "Die SPD sollte nicht den Wehleidigen spielen, wenn berechtigte Kritik geäußert wird." Die SPD wolle "einen Maulkorb für Schulz-Kritiker".

Papiere aus Reihen von CDU und CSU mit teils persönlichen Vorwürfen gegen Schulz hatten bei den Sozialdemokraten in den vergangenen Tagen Empörung ausgelöst. In einem der Anti-Schulz-Papiere, über das mehrere Medien berichten und das auch der Deutschen Presse-Agentur vorliegt, wird vor allem dessen Amtsführung als Präsident des Europaparlaments kritisiert.

(mf)