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13/02/2017 10:41 CET

Polizisten erblicken Flüchtlinge an kanadischer Grenze - und tun das einzig Richtige

An Kanadas Grenze helfen zwei Beamte einer syrischen Flüchtlingsfamilie.
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An Kanadas Grenze helfen zwei Beamte einer syrischen Flüchtlingsfamilie.

Dichter Schnee, Grenzbeamte in Uniformen und mittendrin eine syrische Familie. Die Syrer versuchen, mit einem Kinderwagen die kanadische Grenze bei Quebec zu überqueren.

Die dreiköpfige Familie kommt aus Amerika. Der Weg, der durch die dichten Grenzwälder führt und die Länder verbindet, ist vollkommen verschneit. Der Kinderwagen bleibt stecken. Was sich dann abspielt, verbreitet sich derzeit auf Twitter wie ein Lauffeuer.

Denn die Grenzbeamten stellten sich der jungen Familie nicht in den Weg, sondern taten genau das Gegenteil.

Sie halfen den Eltern über den verschneiten Boden, trugen sogar eigenhändig Koffer und Kinderwagen über die Grenze. Einer der Beamten wickelte das frierende Baby in seinem Wagen noch einmal fest in eine Decke ein.

Twitter-Nutzer feiern die Beamten

Die User auf Twitter sind überwältigt und bedanken sich für das menschliche Verhalten der Kanadier.

"Danke, liebe kanadische Mounties (Anmerkung der Redaktion: königliche Polizei Kanadas). Dafür, dass ihr so anständig gehandelt habt", schreibt Twitter-Nutzer Earonn

"Redgirl" schreibt: "Alleine daran, wie sie die Decke über das Kind legen, zeigt, wie menschlich diese Polizisten sind."

Kanadas Staatsoberhaupt heißt alle Flüchtlinge willkommen

Auch Kanadas Premierminister Justin Trudeau zeigt immer wieder, dass Flüchtlinge in dem nordamerikanischen Staat willkommen sind. Er postet Bilder mit Flüchtlingskindern auf seinem Twitter-Account, in einem Tweet stellte er klar: "Alle, die vor Verfolgung, Terror und Krieg fliehen, werden von Kanadiern willkommen geheißen. Unabhängig von Ihrem Glauben. Vielfalt ist unsere Stärke. #WillkommenInKanada"

Trudeau setzt mit solchen Äußerungen auch ein Zeichen gegen den von Donald Trump verhängten Einreisestopp.

Familie wurde mittlerweile verhaftet

So sehr die Grenzbeamten ihre Menschlichkeit gezeigt haben, so traurig ist das Ende der Geschichte. Denn was die Twitter-User bei all dem Jubel offenbar übersehen haben: Die Familie wurde kurz darauf im 300 Kilometer entfernten Hemmingford verhaftet, weil sie die Grenze illegal überquert hat. Ihre Reise endet in einem Flüchtlingsheim im kanadischen Saint-Bernrd-de-Lacolle.

(ks)