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13/02/2017 05:13 CET | Aktualisiert 13/02/2017 06:42 CET

Musik als Widerstand: So rechneten die Stars bei den Grammys mit Donald Trump ab

Katy Perry bei ihrem Auftritt während der 59. Grammy Awards
Kevin Mazur via Getty Images
Katy Perry bei ihrem Auftritt während der 59. Grammy Awards

An diesem Wochenende sagte die Hollywood-Schauspielerin Cecily Strong in der US-TV-Sendung “Saturday Night Live” einen Satz, der wohl auch vielen Deutschen aus der Seele spricht:

“Ich wünsche mir einen Tag ohne eine CNN-Eilmeldung über Donald Trump, die mich zu Tode ängstigt. Ich will einfach mal wieder ausspannen und die Grammys anschauen.”

Aber daraus wurde nichts.

Denn aktuell ist in den USA alles politisiert - auch die Grammys. Und so war die 59. Verleihung des größten Musikpreises am Sonntag auch voll mehr oder weniger versteckter Zeichen des Widerstands gegen Donald Trump und seine Regierung.

"Mit Trump wissen wir nicht, was als nächstes kommt"

Der britische Schauspieler und Moderator James Corden gab gleich in seiner Eingangsrede den Ton für die Veranstaltung an: “Genießt den Abend, denn mit Donald Trump wissen wir nicht, was als nächstes kommt.”

Die kritischen Äußerungen über den US-Präsidenten begannen aber, bevor die Show überhaupt losging. Der Rapper Schoolboy Q kam auf den Roten Teppich in einem pinken Hoodie mit der Aufschrift “Girl Power”. Seine Tochter kam in einem dazu passenden Anzug.

schoolboy q Rapper Schoolboy Q in seinem "Girl Power"-Hoodie

Der Sänger spielte mit seinem Outfit auf die Proteste hunderttausender Frauen gegen Donald Trump an.

Schauspielerin Paris Jackson moderierte etwas später die Bands The Weekend und Daft Punk mit den Worten an: “Wir könnten diese Begeisterung auch bei den Pipeline-Protesten brauchen.” Hintergrund hier: Donald Trump will die umstrittene Keystone-Pipeline bauen, gegen die sich seit Jahren Protest regt. Mit der Pipeline soll umweltschädliches Öl aus Teersand von Kanada aus in die USA transportiert werden.

Mehr zum Thema: Widerstand gegen Trump: Wie die US-Bürger das Land vor ihrem eigenen Präsidenten retten

Beyonce: "Es ist entscheidend, dass wir aus der Vergangenheit lernen"

Jennifer Lopez wiederum zitierte die Schriftstellerin Toni Morrison, als sie die Gewinner in der Kategorie Bester neuer Künstler ansagte. “Zeiten wie diese sind Zeiten, in denen Künstler mehr denn je gebraucht werden", sagte sie.

"Wir haben keine Zeit für Verzweiflung, keinen Platz für Selbstmitleid, keinen Raum für Stille und Angst. Wir sprechen, wir schreiben, wir machen Sprache. So heilen Gesellschaften.”

Die Sängerin Katy Perry trug während ihres Auftritts ein Armband mit der Aufschrift “Gebt nicht auf”. Hinter ihr war die US-Verfassung auf die Wand projiziert.

Auch Beyoncé konnte sich einen Seitenhieb auf Trump nicht verkneifen. Als sie den Preis in der Kategorie Best Urban Contemporary Album entgegennahm, sagte sie: “Für mich ist es wichtig, meinen Kindern Bilder zeigen zu können, die ihre Schönheit widerspiegeln, so dass sie in einer Welt aufwachsen können, in der sie in den Spiegel schauen - als erstes durch ihre eigenen Familien, durch die Nachrichten, den Super Bowl, die Olympischen Spiele, das Weiße Haus und die Grammys - und dass sie dadurch sich selbst sehen."

Weiter sagte sie: “Ich will das für jedes Kind, egal welcher Herkunft, und es ist entscheidend, dass wir aus der Vergangenheit lernen und wir die Tendenz erkennen, dass wir gerade Fehler der Vergangenheit wiederholen.”

beyonce Beyonce während ihres Grammy-Auftritts

"Leistet Widerstand!"

Die Schauspielerin Laverne Cox rief die Zuschauer dazu auf, mehr über den Transgender-Mann Gavin Grimm zu lernen. Dessen Kampf darum, auf die Toilette zu gehen, die seiner Gender-Identifikation entspricht, landet bald vor dem Obersten Gericht der USA.

Doch der politisch wohl bemerkenswerteste Moment der Nacht sollte noch kommen: Während des Auftritts der Hip-Hop-Gruppe A Tribe Called Quest betrat Rapstar Busta Rhymes die Bühne. Sofort begann er, Donald Trump zu attackieren.

"Ich möchte Präsident Agent Orange dafür danken, all dieses Böse zu begehen und in den Vereinigten Staaten zu verbreiten. Ich möchte Präsident Agent Orange für seinen misslungenen Versuch, Muslime zu verbannen, danken. Jetzt kommen wir zusammen", sagte Busta Rhymes.

Er zitierte die Einleitung der US-amerikanischen Verfassung: "We the people! We the people! We the people!" Kurz darauf betraten der Sänger Anderson .Paak und eine Gruppe Frauen mit Kopftuch die Bühne.

Die Show endete schließlich damit, dass ein Mitglied von A Tribe Called Quest wiederholt in die Menge rief: "Leistet Widerstand! Leistet Widerstand! Leistet Widerstand!"