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12/02/2017 07:12 CET | Aktualisiert 12/02/2017 07:34 CET

Algorithmus: Deshalb sollten Serientäter Angst vor diesem Mann haben

Thomas Hargrove hat sich etwas einfallen lassen, das helfen könnte Serienmörder hinter Gitter zu bringen: Der Amerikaner arbeitete lange Zeit als Daten-Journalist und hat jetzt einen Algorithmus entwickelt, der vorhersagen soll, ob ein Serienmörder in einer Gegend aktiv sein könnte.

Jeder kann Hargroves Berechnungen öffentlich einsehen. Seinen Algorithmus präsentiert er auf der für jeden zugänglichen Webseite "Murder Accountability Project".

Die Daten für seine Berechnungen stammen von US-amerikanischen Behörden und sind sehr umfangreich.

"Jedes Jahr kommen 5000 Mörder ungestraft davon"

Hargrove und sein Team listen laut der amerikanischen Nachrichtenwebseite Bloomberg 638.454 Morde auf, die zwischen 1980 und 2014 stattgefunden haben. Darunter sind auch mehr als 23.000 Morde, die dem FBI nicht gemeldet wurden. Dabei werteten sie aus, welche Mordfälle aufgeklärt wurden und welche nicht.

Die Aufklärungsrate bei Morden fällt in den USA seit Jahren. Etwa 30 Prozent aller Mordfälle werden nicht aufgeklärt. Auf ihrer Webseite kritisieren der Daten-Journalist und sein Team: "Amerika ist sehr schlecht darin, ungeklärte Morde weiterzuverfolgen und zu analysieren. Jedes Jahr kommen 5000 Mörder ungestraft davon."

So kam Hargrove auf die Idee, "einem Computer beizubringen, Serientäter aufzuspüren", wie er sich Bloomberg gegenüber ausdrückt.

Die Polizei soll mit einem Algorithmus Serientäter schneller erkennen können

Sein Ziel: Die Aufklärungsraten erhöhen, indem der Algorithmus Auffälligkeiten in bestimmten Gegenden anzeigt, beispielsweise wenn sich ein Tötungsmuster überdurchschnittlich oft wiederholt.

Hargrove hofft, dass die Polizeibehörden bei ihren Ermittlungen bald auf seinen Algorithmus zurückgreifen. Besonders nützlich sei sein Tool, wenn Polizisten Theorien überprüfen wollten - beispielsweise, ob in einer Gegend mehrere Morde mit derselben Tötungsmethode verübt wurden, die sich auf einen Verdächtigen zurückführen lassen.

Somit könnte schneller erkannt werden, ob Serienmorde vorliegen und das Leben unschuldiger Menschen gerettet werden.

Noch wird Hargroves Algorithmus von der Polizei nicht eingesetzt. Dafür hat er sein Tool für jeden zugänglich gemacht und hofft, bald mehr Menschen von seinem Projekt überzeugen zu können. Auf seiner Webseite kann man die aufgelisteten Mordfälle in Lokalität, Art des Opfers, Tötungsmethode und Zeitraum einteilen und selbst nach Mustern suchen.

Immerhin: Die Polizei von Texas hat sich schon einmal mit einer Frage an Hargrove gewandt: Sie wollte wissen, wie viele Menschen in ihrem Bundesstaat in einem gewissen Zeitraum stranguliert wurden. Hargrove hofft, dass bald weitere Fragen kommen und er bei der Aufklärung ungelöster Mordfälle helfen kann.

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(sk)