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12/02/2017 09:13 CET | Aktualisiert 12/02/2017 09:44 CET

Langer Beifall: Joachim Gauck kämpft in der Bundesversammlung mit den Tränen

dpa
Bei der Bundesversammlung kämpft der scheidende Bundespräsident Gauck mit den Tränen

  • Bei der Bundesversammlung kämpft der scheidende Bundespräsident Gauck mit den Tränen

  • Bundestagspräsident Lammert würdigt Gauck in seiner Rede, die Versammelten applaudieren

Er hat mit den Tränen gekämpft - und war sichtlich gerührt. Die Bundesversammlung zur Wahl seines Nachfolgers am Sonntag war ein emotionaler Moment für den scheidenden Bundespräsidenten Joachim Gauck.

Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) würdigte Gauck in seiner Eröffnungsrede: Er habe das Amt des Bundespräsidenten "auf überzeugende Art und Weise" ausgefüllt.

Nach dieser Aussage folgte Applaus, manche Mitglieder der Bundesversammlung erhoben sich auch. Die Standing Ovations für den scheidenden Bundespräsidenten hielten lange an.

Und Gauck? Der war sichtlich gerührt von der Geste, kämpfte mit den Tränen und atmete einmal kurz durch:

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Nicht alle applaudieren

Die Vertreter der Linken seien jedoch sitzen geblieben und hätten sich nicht an dem Applaus beteiligt, wie "Focus Online" berichtet. Gauck äußerte sich in der Vergangenheit kritisch über die SED-Vergangenheit mancher Mitglieder der Linken, er lebte selbst in der DDR.

Auch die Wahlleute der AfD und der Piraten hätten nicht applaudiert, wie eine Journalistin der "Rheinischen Post" meldete.

Gauck habe sich nie verängstigen lassen

Nach dem Applaus fuhr Lammert in seiner Rede fort: "Ich wollte noch in zwei weiteren Sätzen das zum Ausdruck bringen, was Sie gerade getan haben", sagte er über die klatschenden Versammelten. "Das solidarische Miteinander der Bürgerinnen und Bürger lag Ihnen ganz besonders am Herzen."

Gauck habe die Gesellschaft auch immer wieder nachdrücklich in die Pflicht genommen, sich weder verängstigen noch spalten zu lassen, auch nicht in Zeiten terroristischer Gefahren.

Der frühere evangelische Pastor war bei seiner Wahl 2012 mit 72 Jahren der älteste aller bisherigen Präsidenten. An Orten schlimmster deutscher Gräueltaten in Frankreich, Griechenland oder Italien bekannte er sich zur deutschen Schuld und schaffte damit die Grundlage auch für sein eigenes internationales Ansehen. Gauck erreichte im ersten Wahlgang 80,4 Prozent.

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