POLITIK
12/02/2017 12:31 CET | Aktualisiert 12/02/2017 12:37 CET

Historiker erklärt 5 erschreckende Parallelen: So ähnlich sind sich Trump und Hitler

Getty / Reuters
Historiker erklärt 5 erschreckende Merkmale: So ähnlich sind sich Trump und Hitler

Es gab wohl selten eine Zeit, in der ein US-Präsident so viel Kritik einstecken musste, wie heute. Donald Trump wird von allen Seiten angegriffen. Oft schwingt in der Kritik eine düstere Vorahnung mit: Beobachter glauben, Trump sei auf dem Weg in den USA ein faschistisches System zu installieren.

Viele Politiker und Wissenschaftler haben bereits auf die Parallelen hingewiesen, die Trumps Politik mit der Ideologie Adolf Hitlers aufweist. Der britische Historiker Ian Kershaw sagte zuletzt "Parallelen zur dunklen Zeit zwischen den beiden Weltkriegen“ seien "nicht zu übersehen“.

Sein Landsmann, der Historiker Richard J. Evans, macht es jetzt noch deutlicher. Im Interview mit dem US-Magazin "Slate“ erklärt der Experte für das Dritte Reich ausführlich die besorgniserregende Ähnlichkeit der beiden Staatsmänner.

1. Was Trump über Islamisten sagt, sagte Hitler über Juden

Evans argumentiert: Die Sprache, die Trump und sein Team nutzen, um über Islamisten zu sprechen, ist dieselbe, die Hitler im Umgang mit Juden gebraucht hatte.

"’Sie werden Amerika besiegen, dominieren und zerstören.’ Das ist eine sehr extreme Sprache und ein verstörendes Echo“, sagt der Historiker.

Auch die Nazis hätten eine übertreibende Sprache genutzt, um die Juden als existentielle Gefahr zu stigmatisieren, erklärt Evans.

Trump betont in seinen Reden und Interviews immer wieder, dass der Islamismus die Existenz Amerikas gefährde. Auch sein Chefstratege Steve Bannon glaubt, ein Krieg gegen den radikalen Islam sei unausweichlich.

So legitimiert die US-Regierung zum einen eine schärfere Sicherheitspolitik, fördert zum anderen aber auch eine Stigmatisierung aller Muslime, die immer wieder mit Terror in Verbindung gebracht werden, warnen Kritiker.

2. Trump führt wie Hitler einen Krieg gegen das Justizsystem

Evans sagt, Trump zeige eine „Verachtung der Gerichte, die der der Nazis sehr eindeutig ähnelt.“ Auch im Dritten Reich hätten die Gerichte lange gegen Hitler gekämpft.

Der habe dann begonnen diese zu umgehen. "Er hat ein paralleles Justizsystem eingerichtet, die so genannten ‚Sondergerichte’ und den Volksgerichtshof. Am Ende haben sich die Gerichte unterworfen, aber es war ein harter Kampf.“

Auch Trump ist in seinen ersten Wochen im Amt mit respektlosen Äußerungen gegenüber den amerikanischen Gerichten aufgefallen, die sich gegen sein Einreisedekret wehren.

So bezeichnete Trump die Richterin James L. Robart, die sein Dekret bundesweit außer Kraft setzte, bei Twitter als "so genannte Richterin.“ Das zeigt: Er hat seine eigene Rechtsauffassung, lässt keine anderen Meinungen zu.

3. Trump attackiert die freie Presse

Evans sieht hier Parallelen zur Strategie von Hitlers Propagandaminister Joseph Goebbels. Der Historiker sagt: "Er war jemand, der Nachrichten erfunden ha. Und er hat die freie und linksliberale Presse attackiert und ihr gedroht, sie plattzumachen, was er am Ende auch getan hat. Oder er hat sie einfach übernommen.“

Auch Donald Trump schießt immer wieder gegen die US-Medien, hat es vor allem auf linksliberale Publikationen abgesehen.

Zuletzt sorgte wieder eine scharfe Attacke Trumps gegen die "New York Times“ für Wirbel. "Jemand mit Eignung und Überzeugung sollte die scheiternde FAKE NEWS New York Times kaufen und richtig führen oder in Würde abwickeln“, twitterte Trump Ende Januar.

4. Trump und Hitler wurden beide nicht ernst genommen

„Viele Leute glaubten Hitler (...) wäre eine Witzfigur“, erklärt Evans. Hitler sei, wie auch Trump, lange nicht ernstgenommen worden. Außerdem hätten damals viele Menschen gedacht, der Reichskanzler werde sich mäßigen, sobald er im Amt sei.

Eine Hoffnung, die auch vor der Amtseinführung Donald Trumps viele Beobachter geäußert hatten.

Doch der Historiker weist auf einen entscheidenden Unterschied hin: Anders als Trump, der durch seine impulsiven Äußerungen auffällt, habe Hitler alle seine Äußerungen "sorgfältig vorbereitet“.

5. Trump redet immer über sich selbst – wie auch Hitler

"Hitler hat immer alles wieder auf sich zurückgeführt“, sagt Evans. Die Standard-Hitler-Rede habe so immer mit seiner konstruierten Lebensgeschichte begonnen. Evans sagt: "Das ist ziemlich narzisstisch.“

Auch Trump wird von Psychologen und Verhaltensforschern immer wieder ein Hang zum Narzissmus zugesprochen.

Einen Unterschied macht der britische Historiker aber auch hier aus: Hitler habe sich für längere Zeit auf ein Thema konzentrieren können. "Er hatte eine ziemlich lange Aufmerksamkeitsspanne.“

Eine Eigenschaft, die man Trump, der in Reden oft wirr von einem zum nächsten Thema springt, nicht nachsagen kann.