NACHRICHTEN
11/02/2017 04:12 CET

"Heute Show" therapiert die kaputte Ehe von Merkel und Seehofer

Screenshot/ZDF
"Heute Show" therapiert die kaputte Ehe von Merkel und Seehofer

"Das war die Höchststrafe." So spottete Moderator Oliver Welke in der "Heute Show" im ZDF über das vermeintliche Versöhnungstreffen zwischen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und dem bayerischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer (CSU) am Montag.

Monatelang hatte der CSU-Chef gegen Merkel gepoltert, gegen ihre Flüchtlingspolitik gewettert, mit einer Klage gedroht. Und musste jetzt vor laufender Kamera so tun, als sei alles in bester Ordnung und Merkel seine Traumkandidatin für die Kanzlerkandidatur.

Der Hintergrund ist klar: Weil der SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz in Umfragen immer beliebter wird, blieb den beiden Streithähnen Merkel und Seehofer nichts anderes übrig, als Einigkeit vorzuspielen. Ohne Zusammenarbeit haben CSU und CDU keine realistische Chance in der Bundestagswahl im Herbst.

Mit dieser Einschätzung ist die "Heute Show" nicht alleine. Allerdings hat bisher kaum kein Kommentator das Bild der "Zwangsehe" zwischen den Chefs der beiden Unions-Parteien so konsequent zugespitzt.

Nichts gemeinsam - "außer, dass sie Schulz doof finden"

Eine Montage aller stotternder "Ähs" des bayerischen Ministerpräsidenten vom Montag sollte belegen, wie unangenehm ihm diese Versöhnung mit der Kanzlerin war. "Mehr Anspannung geht nicht", sagte Welke dazu.

Aber auch Merkel dürfte die Aussöhnung nicht leichtfallen, glaubt der Moderator. Immerhin haben CDU und CSU nichts gemeinsam – außer, "dass sie Martin Schulz doof finden."

Mehr zum Thema: Stoibers Ex-Wahlkampfleiter ätzt gegen Unions-Gipfel: "SPD und CDU können besser zusammenarbeiten als CSU und CDU"

"Das ist ein alter böser Mann""

Konsequenterweise schickte die Sendung die beiden zur Paartherapie. Und die Sitzung hatte es in sich. Kabarettistin Christine Prayon als Therapeutin Birte Schneider riet der Kanzlerin: "Frau Dr. Merkel, wenn Sie uns jetzt hören, Sie müssen da raus. Der ganze verbale Missbrauch durch den Horst, das muss man nicht ertragen."

Und sie fügte hinzu: "Der wird sich nicht ändern. Das ist ein alter böser Mann." Prayon empfahl Merkel "ein Frauenhaus in der Nähe des Kanzleramts“.

"Das ist die mächtigste Frau der Welt (...). Die lässt sich aber weiter demütigen - von einem sprechenden Bauernschrank“, sagte Prayon.

"Dann schicke ich die Tornados nach Bayern"

In einem Rollenspiel versuchte Prayon zu formulieren, was Merkel ihrer Meinung nach wirklich denke. Welke mimte den bayerischen Ministerpräsidenten, kam in dem folgenden Wutausbruch der "Kanzlerin" aber gar nicht zu Wort. Es wurde eine saftige und unterhaltsame Abrechnung mit Seehofer.

"Alles habe ich ertragen, deine bekackte Mutterrente, die behinderte Maut – geschenkt. Aber wenn ich noch einmal das verfickte Wort 'Obergrenze' höre, dann raste ich aus." Sie rief noch eine Warnung hinterher: "Ich schicke die Tornados nach Bayern."

Angesichts der Androhung von Kampfflugzeugen über München musste auch der bayerische Ministerpräsident in der Sendung klein beigeben. Und Merkel machte sich zu ihrem neuen "Liebhaber" auf - dem Grünen-Politiker Winfried Kretschmann.

Hier könnt ihr die Sendung in der Mediathek des ZDF noch einmal ansehen.

Auch auf HuffPost:

Das ist die böseste Abrechnung mit der Kanzlerin, die ihr heute hören werdet

(sk)