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10/02/2017 17:43 CET | Aktualisiert 11/02/2017 05:31 CET

Umfrage zeigt: Europäer wollen Einreisestopp für Muslime - was hinter den brisanten Zahlen steckt

Zohra Bensemra / Reuters
Dürfte es aus Sicht vieler EU-Bürger nicht mehr geben: Eine glückliche muslimische Familie in Europa

  • Die Mehrheit der Europäer lehnt eine weitere Zuwanderung von Muslimen ab

  • Das zeigt eine aktuelle Umfrage in zehn EU-Staaten

Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte sich deutlich gegen das Einreiseverbot von US-Präsident Donald Trump gestellt, das sieben mehrheitlich muslimische Staaten betraf. Allerdings würde wohl eine knappe Mehrheit der Deutschen einen solchen Schritt gutheißen.

Das geht aus einer repräsentativen Umfrage des britischen Think Tanks "Chatham House" hervor. Laut derer befürworten 53 Prozent der Befragten in Deutschland die Aussage "Jede weitere Migration aus vorwiegend muslimischen Ländern sollte gestoppt werden", 19 Prozent lehnten sie ab, 28 Prozent äußerten sich unentschlossen.

Damit entspricht das Ergebnis in Deutschland etwa dem gesamteuropäischen Schnitt. In allen zehn an der Studie beteiligten Ländern war die Zustimmung zum Stopp deutlich höher als die Ablehnung.

Besonders hoch war der Anteil der Gegner von weiterer muslimischer Zuwanderung in Polen (71 Prozent), Österreich (65 Prozent), Belgien und Ungarn (jeweils 64 Prozent) sowie in Frankreich (61 Prozent).

Der Grund laut "Chatham House": "Mit Ausnahme von Polen, standen all diese Länder entweder im Zentrum der Flüchtlingskrise oder hatten Terrorattacken in den vergangen Jahren erlebt."

Die Denkfabrik weist auch daraufhin, dass in all diesen Ländern radikale rechte politische Kräfte - in unterschiedlicher Intensität - Angst gegen Zuwanderung im Allgemeinen und den Islam im Besonderen schüren würden.

Le Pen will die Einwanderung deutlich reduzieren

Der Wahlkampf der französischen Präsidentschaftskandidatin Marine Le Pen vom rechtsextremen Front National ist hierbei das Paradebeispiel. Zu ihren zentralen Wahlkampfthemen gehört unter anderem die deutliche Reduzierung der Einwanderung und eine Steuer auf Arbeitsverträge für Ausländer.

"Chatham House" hatte für seine Studie 10.000 Menschen aus zehn europäischen Ländern vom 12. Dezember bis 11. Januar befragt - also noch vor Trumps Einreisedekret. Auffällig: Die 18 bis 29-Jährigen zeigten sich am offensten für weitere Zuwanderung.

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(ll)