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10/02/2017 12:14 CET | Aktualisiert 10/02/2017 12:27 CET

Studenten verteilen ekelhafte Karten zum Valentinstag - mit Hitlers Konterfei

Studentengruppe verteilt Hitler-Valentinskarte
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Studentengruppe verteilt Hitler-Valentinskarte

  • An einer US-Universität ist eine anti-semitische Valentinskarte in Umlauf gekommen

  • Sie soll von einer republikanischen Studentengruppe stammen

  • Die Zahl der antisemitischen Vorfälle an US-Universitäten ist im letzten Jahr stark gestiegen

Eine republikanische Studentengruppe der Central Michigan Universität im US-Bundesstaat Michigan hat eine Geschenktüte mit einer anti-semitischen Valentinskarte in Umlauf gebracht.

Das berichten mehrere amerikanische Nachrichtenseiten - unter anderem die "The Washington Post".

Adolf Hitler auf der Valentinskarte

Auf der Karte war demnach das Gesicht Adolf Hitlers gedruckt. Daneben war zu lesen: "My Love 4 you burns like 6.000 Jews" (zu Deutsch etwa: "Meine Liebe für dich brennt wie 6.000 Juden"). Eine Studentin teilte ein Foto der Karte auf Twitter:

Die Karte sei auf einer verfrühten Valentinstagsfeier der republikanischen Studentengruppe der Universität in Umlauf gekommen, berichtet die Nachrichtenseite.

George Ross, Präsident der Universität, zeigte sich in einem Interview mit der "Washington Post" "tief enttäuscht" über den Vorfall. "So eine verletzende und beleidigende Aussage (...) ist inakzeptabel und nicht vereinbar mit unseren Standards und Werten".

Karte soll ohne Wissen der Gruppe in Umlauf gekommen sein

In einem Statement der Studentengruppe hieß es später, die Karte sei ohne Wissen der Gruppe von einem einzelnen Mitglied in eine der Geschenktüten platziert worden.

Die Tüte sei dann – ohne das Wissen der republikanischen Gruppe über den prekären Inhalt – an Studenten der Universität weitergegeben worden.

"Die College Republikaner als Organisation haben diese Karte nicht weitergegeben. Wir unterstützen diese Art von Anti-Semitismus in keinster Weise. Wir entschuldigen uns für die Beleidigung", schrieb die Gruppe in ihrem Statement.

Friedlicher Protest in Solidarität für Juden des Campus'

"Auch wenn die Karte unangebracht war, will ich klar stellen, dass unsere Mitglieder die Karte nicht selbst erstellt haben", erklärte die Vorsitzende der Gruppe der Uni-Zeitung. Die Vorlage zur Karte habe man im Internet gefunden und "lediglich gedruckt".

Als Reaktion auf den Vorfall organisierten Studenten der Universität einen Tag später einen friedlichen Marsch auf dem Campus, um ein Zeichen gegen Antisemitismus zu setzen.

Antisemitismus scheint in der Tat ein wachsendes Problem an amerikanischen Universitäten darzustellen: Die Zahl der antisemitischen Vorfälle an US-Unis ist im vergangenen Jahr dramatisch angestiegen.

Die amerikanische Initiative AMCHA, die Antisemitismus in den USA beobachtet, zählte allein in der ersten Hälfte des Jahres 2016 rund 287 Vorfälle an 64 US-Universitäten. Im Jahr zuvor waren es insgesamt noch 198 Vorfälle gewesen - ein Anstieg von 45 Prozent.

Insgesamt sind Juden die am stärksten bedrohte religiöse Gruppe in den USA. Das ergab eine im November 2016 veröffentlichte Studie des FBI. 664 Angriffe auf jüdische Bürger vermerkte das FBI 2015 – neun Prozent mehr als im Jahr zuvor. Wir berichteten hier.

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(ks)