POLITIK
10/02/2017 08:11 CET | Aktualisiert 10/02/2017 11:22 CET

HuffPost-YouGov-Umfrage: 64 Prozent der Deutschen sind gegen eine weitere Amtszeit von Kanzlerin Merkel

German Chancellor Angela Merkel (foreground C) listens to a budget debate in the Bundestag, the German lower house of parliament in Berlin, September 7, 2011.   REUTERS/Thomas Peter (GERMANY - Tags: POLITICS TPX IMAGES OF THE DAY)
Reuters
German Chancellor Angela Merkel (foreground C) listens to a budget debate in the Bundestag, the German lower house of parliament in Berlin, September 7, 2011. REUTERS/Thomas Peter (GERMANY - Tags: POLITICS TPX IMAGES OF THE DAY)

  • Eine große Mehrheit der Deutschen ist gegen eine weitere Amtszeit von Kanzlerin Merkel

  • Sogar in der Union ist die Wechselstimmung zu spüren

Diese Zahlen dürften in der Union für Alarmstimmung sorgen: Eine große Mehrheit der Deutschen spricht sich gegen eine weitere Amtszeit von Kanzlerin Angela Merkel aus. Das ergab eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Huffington Post.

Der Umfrage zufolge sind 64 Prozent der Befragten für einen Wechsel im Kanzleramt. Umgekehrt gaben nur 27 Prozent der Teilnehmer an, dass sie sich eine weitere Amtszeit der Kanzlerin wünschen. Neun Prozent zeigten sich bei dieser Frage unentschlossen.

Selbst unter Anhängern der Union ist die Wechsel-Stimmung mit 43 Prozent erstaunlich hoch. Am größten ist die Hoffnung auf einen Wechsel mit 79 Prozent hingegen bei den Sozialdemokraten - was keine große Überraschung ist.

Nur 19 Prozent sind der Meinung, dass Merkels Kandidatur gut für die Union ist

Weitere Frage der HuffPost-YouGov-Umfrage: Ist Angela Merkel die aussichtsreichste Kandidatin für die Kanzlerkandidatur?

Dieser Meinung waren nur 19 Prozent der Befragten. Unter Unions-Anhängern glauben das immerhin 29 Prozent. Eine YouGov-Umfrage von Ende Januar hatte gar gezeigt, dass jeder Dritte Unions-Sympathisant SPD-Kandidat Martin Schulz favorisiert.

Die Mehrheit der Deutschen (35 Prozent) ist allerdings der Meinung, dass die Union mit Merkel schlechtere Chancen bei der anstehenden Bundestagswahl hat.

Damit bestätigt sich ein Trend der vergangenen Wochen: Während Schulz immer bessere Werte erreicht, sackt die Union ab.

Die SPD konnte ihren großen Rückstand zu den Konservativen verkleinern - in einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts INSA lag sie sogar vorn. Demnach würden 31 Prozent der Deutschen der SPD um Kanzlerkandidat Schulz ihre Stimme geben. Die Union von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) käme nur auf 30 Prozent.

Fast die Hälfte (47 Prozent) der Deutschen glaubt der YouGov-Umfrage zufolge, dass der große Zuspruch für Schulz anhalten wird. 38 Prozent sind der Meinung, dass der Hype abflauen wird.

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Der renommierte Parteienforscher Karl-Rudolf Korte glaubt, dass eine "Merkel-Müdigkeit" bei den Wählern für die starken Ergebnisse der SPD verantwortlich sind. "Der Merkel-Malus der Union wird sichtbar", sagt der Professor der Universität Duisburg-Essen im Gespräch mit der Huffington Post.

"Es wird klar, dass Merkels Amtszeit ein Verfallsdatum haben kann"

Es gebe Wähler - auch aus den Reihen der CDU - die Merkel den zeitweiligen Grenz-Kontrollverlust persönlich anlasten, sagt Korte. "Zudem gibt es eine allgemeine Merkelmüdigkeit, die im Augenblick durchschlägt."

Hinzu komme: Bei der Union fühlten sich nun all jene bestätigt, die gerne mit einem anderen Kandidaten in den Bundestagswahlkampf gezogen wären. "Es wird klar, dass auch Merkels Amtszeit ein Verfallsdatum haben kann", sagt Korte.

Flüchtlingskrise: Helft den Helfern!

Die Flüchtlingskrise bewegt die Deutschen wie kein anderes Thema. Viele blicken fassungslos auf das, was sich an Europas Grenzen abspielt. Auf das Leiden und die Nöte der Hilfesuchenden.

Dabei gibt es zahlreiche Menschen und Organisationen, die vor Ort helfen, die Probleme zu lösen. Wie ihr selbst aktiv werden könnt, erfahrt ihr bei unserem Kooperationspartner Betterplace..

(jg)