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09/02/2017 17:11 CET | Aktualisiert 09/02/2017 18:33 CET

BGH-Richter rechnet nach seinem "Maischberger"-Auftritt mit TV-Talkshows ab

"Polizisten – Prügelknaben der Nation?". Darüber haben die Gäste der ARD-Talkshow von Sandra Maischberger am vergangenen Mittwoch diskutiert. Doch für die Klagen einer Polizistin hatte Thomas Fischer, Richter am Bundesgerichtshof, nur Häme übrig.

Nun tritt er nach - mit einer Generalabrechnung gegen das Format TV-Talkshow.

In seiner Kolumne bei "Zeit Online" echauffiert sich Fischer jetzt über die Äußerungen von Ex-Polizist und Kampfsportler Nick Hein bei "Maischberger". Dieser hatte einem anderen Gast in der Sendung Gewalt angedroht.

"Maischberger": Kein Konzept, noch Plan oder Grundkenntnisse des Themas

Aus Sicht Fischers ein Unding unvergleichbaren Ausmaßes: In den "letzten 30 Jahren" habe es in der ARD "kein vergleichbares Ereignis" gegeben. Die Verantwortlichen hätten sich "nach diesem Frontalangriff auf die Zivilisation" entschuldigen, die ARD die "Skandalsendung aus dem Programm" nehmen müssen. So die Meinung des BGH-Richters.

"Redaktion und Moderatorin verfügten weder über ein Konzept, noch hatten sie einen Plan oder Grundkenntnisse des Themas Polizei und öffentliche Sicherheit", schimpft Fischer. Man habe irgendwelche Leute in der Hoffnung zusammengesetzt, dass die sich gegenseitig missverstehen, anschreien und beleidigen.

Quote über alles

Genau aus diesem Grund hält er TV-Talkshows überholt. Dort ist es "gänzlich gleichgültig, worüber man quatscht". Denn die Sendungen würden ausschließlich aus marktwirtschaftlichen Kriterien produziert.

In den Talkshows geht es "weder um Auseinandersetzung mit ernsthaften Argumenten, noch um Information des Bürgers". Quote über alles.

Fischers - vorhersehbares - Fazit: "Wer das 'Trash' nennt, liegt nicht weit weg von der Wahrheit."

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(ks)