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08/02/2017 11:08 CET

Gefährlicher Trend: Deshalb spritzen sich jetzt immer mehr Frauen Botox in die Füße

Seb Oliver via Getty Images
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Wenn von “Botox” die Rede ist, schießen vielen direkt Bilder von künstlich glatten Gesichtern durch den Kopf, die vor lauter gespritzter Aufpolsterung nicht einmal mehr die Stirn runzeln können.

Nun wird ein neuer Trend mit dem Nervengift immer beliebter: Botox für die Füße. Sind jetzt etwa glatte, faltenlose Füße angesagt? Nicht wirklich: Das Nervengift soll durch eine dauerhafte Schmerzreduzierung helfen, in Stilettos und High-Heels angenehmer und länger gehen zu können.

Ob die Prozedur wirklich gesund ist, bleibt fraglich. Schließlich deuten Schmerzen auf einen Missstand im Körper hin, der nach Möglichkeit schnell behoben werden sollte.

Der Trend ist kostspielig, schmerzhaft und ungesund

Sich den Schmerz also buchstäblich wegzuspritzen, verwehrt den High Heel-Trägerinnen, auf natürliche Signale des Körpers zu hören. Am besten wäre es also eher, den Füßen stattdessen mal eine Pause zu gönnen und die hohen Schuhe einfach mal gegen flache und bequeme Turnschuhe einzutauschen.

Ganz billig ist der Eingriff auch nicht. Rund 350 Euro soll eine Behandlung kosten. Dabei ist die Wirkung verhältnismäßig kurzfristig: Schon nach vier Monaten ist die Schmerzlinderung an den Füßen wieder vorbei.

Der Schönheitschirurg Dr. Afschin Fatemi rät von einer regelmäßigen Wiederholung der Prozedur ab. Auf Dauer könne es durch die lange Betäubung des Fußes zu Druckstellen und Deformitäten kommen, die nicht bemerkt werden.

Auch der Eingriff selbst ist wohl eher unangenehm. Die Fußsohle ist extrem empfindlich, dadurch sind Einstiche mit Spritzen hier besonders schmerzhaft.

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Behandlung auch aus medizinischen Gründen möglich

Aber die Behandlung kann auch unter medizinischen Aspekten erfolgen. So hilft Botox auch gegen eine übermäßige Schweißabsonderung an den Füßen. Das Nervengift ist in der Lage, die Nervenleitungen zu den Schweißdrüsen zu blockieren und so die Schweißproduktion zu hemmen.

Auch ein Fersensporn, ein schmerzhafter Auswuchs am Fersenknochen, kann mithilfe von Botox behandelt werden. Hier wird es zur Schmerzlinderung, Entzündungshemmung und Muskelentspannung eingesetzt.

Dabei werden meist gute Ergebnisse erzielt. Viele Patienten sind auch noch bis zu ein Jahr nach der Botox-Injektion beschwerdefrei. Dennoch ist die Anwendung in diesem Fall nicht die Behandlung der ersten Wahl.

Auf der Seite der Orthopädischen Gelenk-Klink in Gundelfingen heißt es: "Wenn andere Therapieoptionen versagt haben, bieten wir auch die Botox-Behandlung bei schmerzhaftem Fersensporn an".

Letztlich bleibt Botox schließlich immer noch ein Nervengift, das ins Nervensystem eindringt und dadurch unangenehme Nebenwirkungen haben kann.

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(ame)