POLITIK
08/02/2017 02:23 CET | Aktualisiert 08/02/2017 07:12 CET

"Lanz": Berliner Migrationsforscher bekommt Kontra für umstrittene These

Der Migrationsforscher Ruud Koopmans von der Berliner Humboldt-Universität ist für seine umstrittenen Thesen bekannt.

Er warnt regelmäßig vor einer Masseneinwanderung aus Afrika und dem Scheitern der Integration von Einwanderern.

Zuletzt sorgte er mit einer steilen Behauptung in einem Interview für Wirbel: Mindestens 50 Millionen Muslime weltweit seien gewaltbereit, rechnete er vor.

"Scheitern der Einwanderungs- und Flüchtlingspolitik"

Wer so eine heftige Position vertritt, kann sich in Deutschland einem Talkshow-Besuch sicher sein. Also saß Koopmans am Dienstagabend bei "Lanz" und wiederholte seine These von den Millionen gewaltbereiten Muslimen - und bekam böse eins auf die Nase (siehe Video oben).

Denn die SPD-Politikerin und Ministerpräsidentin von NRW, Hannelore Kraft, konnte sich so gar nicht mit den Thesen des Forschers anfreunden. Denn der forderte als Folge seiner Berechnungen, dass Deutschland seine Grenzen dicht macht und scharf selektiert, wer einreist.

Deutschland bescheinigte er ein "Scheitern der Einwanderungs- und Flüchtlingspolitik". Es hätte nie soweit kommen müssen, dass so viele Leute nach Deutschland kommen, glaubt der Forscher.

Das Problem sei, so Koopmans, "dass wir Leute ohne jede Selektion reingelassen haben, Leute ohne Papiere."

"Das ist graue Theorie, sorry"

An diesem Punkt wurde es Kraft zu viel.

"Da würde ich von einem Professor gerne mal hören, wie das praktisch umsetzbar sein soll?", fragte Kraft.

Koopmans hielt dagegen, dass erst einmal die Identität der Flüchtlinge geklärt werden müsse, bevor sie ins Land gelassen werden. Wenn man die Menschen nicht überprüfe, dann bekomme man das, was in Deutschland passiert sei - Koopmans spielte damit wohl auf den Terroranschlag kurz vor Weihnachten in Berlin an.

Krafts Replik: "Wollen Sie die alle unter Generalverdacht stellen? Wie klären Sie denn mit einem Land, das im Krieg ist, den Ursprung einer Person? Das ist Theorie, sorry. Das ist ganz schwierig, sorry."

Und tatsächlich kommen viele Flüchtlinge ohne Pässe an der Grenze an. Das Verfahren, um zu klären, woher die Flüchtlinge stammen ist langwierig. Erst dann kann über den Asylanspruch eines Geflüchteten entschieden werden.

Wie das schneller zu bewerkstelligen wäre - dafür hat auch Koopmans keine Antwort. Dennoch gab ihm Lanz das letzte Wort. Das nutzte Koopmans, um zu kritisieren, dass Deutschland mit dem Asylrecht "zu lässig umgegangen sei".

Das blieb dann auch erstmal so stehen.

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(jg)