POLITIK
07/02/2017 15:34 CET

Melinda Gates will 100 Millionen Frauen eine bessere Zukunft ermöglichen - hier erklärt sie, wie

Melinda Gates will 100 Millionen Frauen eine bessere Zukunft ermöglichen - hier erklärt sie, wie
Neil Thomas via Getty Images
Melinda Gates will 100 Millionen Frauen eine bessere Zukunft ermöglichen - hier erklärt sie, wie

"Wie fast alle Frauen, die ich kenne, habe ich jahrelang Verhütungsmittel genommen.“

Mit diesen Worten beginnt die amerikanische Geschäftsfrau und Aktivistin Melinda Gates einen eindringlichen Essay über die Bedeutung der Empfängnisverhütung.

In ihrem Aufsatz, der am Freitag auf der Internetseite des Magazins "National Geographic“ erschien, beschreibt sie die große Bedeutung, die der Zugang zur Anti-Baby-Pille für Frauen auf der ganzen Welt hat.

Die Ehefrau von Microsoft-Gründer Bill Gates schreibt: "In den 17 Jahren seit Bill und ich unsere Stiftung gestartet haben, habe ich von Frauen in aller Welt gehört, wie wichtig Verhütungsmittel sind, um die Regie über ihre eigene Zukunft zu übernehmen.“

Gates will bis 2020 120 Millionen Frauen versorgen

"Wenn Frauen rund um den Globus in der Lage sind, Schwangerschaften in Anbetracht ihrer Ziele zu planen, haben sie auch bessere Möglichkeiten, Bildung zu erhalten, Einkommen zu verdienen und voll am Leben in ihren Gemeinden teilzunehmen."

2012 hatte Gates den globalen Gipfel Family Planning 2020 organisiert, dessen Ziel es war, den Zugang zu erschwinglichen Verhütungsmitteln für Frauen in aller Welt zu gewährleisten.

Dort wurde das Ziel gesteckt, bis 2020 120 Millionen Frauen zusätzlich mit Zugang zu Verhütungsmitteln zu versorgen. Noch ist das Projekt jedoch weit von dieser Marke entfernt.

Bis zum Juli 2016 ist es Family Planning 2020 gelungen, 24 Millionen Frauen Zugang zur Empfängnisverhütung zu verschaffen. Zwar ist das ein großer Erfolg, das ambitionierte Ziel konnten Gates und ihre Stiftung bislang jedoch nicht einmal zur Hälfte erreichen.

Zwei indische Frauen zeigen den Unterschied

In ihrem Essay erklärt Gates: "Es war ein ambitioniertes aber aber erreichbares Ziel - und ein wichtiges Versprechen an die Frauen an den ärmsten Orten der Welt, dass sie nicht vergessen werden."

Die Unternehmerin zeigt sich durchaus selbstkritisch: "Wenn wir nicht anfangen, die verlorene Zeit auszugleichen, werden wir diese Chance verpassen, das zu einen Wendepunkt für Frauen auf aller Welt zu machen.“

Gates schrieb, dass sie, wenn sie darüber nachdenkt, was in den nächsten drei Jahren auf dem Spiel steht, an zwei Frauen denkt, die sie letztes Jahr in einem indischen Dorf namens Kamrawa kennengelernt hatte: Anita und Sushila.

Anita, eine 40-jährige Mutter von fünf Kindern, erzählte Gates, dass sie ein "Leben der Benachteiligung, harte Arbeit und endlose Sorgen" gelebt habe, weil sie nie Zugang zur Anti-Baby-Pille gehabt.

Sushila, eine 28-jährige Lehrerin und Mutter von zwei Kindern, hatte eine ganz andere Erfahrung, weil sie Zugang zur Empfängnisverhütung hatte.

"Sushila und ihr Mann wollen die Größe ihrer Familie begrenzen, damit sie jedem ihrer Kinder das Leben geben können, das sie verdienen", schrieb Gates.

Das mache klar, erklärte Gates, welchen Riesen-Unterschied Empfängnisverhütungsmittel für Frauen machen könnten. "Wenn man an den Unterschied zwischen Anitas Leben und Sushilas Leben denkt, erkennt man, dass Fortschritt möglich ist", schrieb sie. "Die Frage ist, ob wir die Ressourcen zusammenbekommen und den Willen mobilisieren können, um sicherzustellen, dass dieser Fortschritt mehr Frauen an noch mehr Orten erreicht."

Der Artikel erschien zuerst in der Huffington Post US und wurde aus dem Englischen übersetzt und editiert.

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(ks)