POLITIK
07/02/2017 02:19 CET | Aktualisiert 07/02/2017 05:07 CET

Plasberg-Zuschauer fragt, ob Trump seinen Job bedroht - die Antwort eines Ökonomen ist knallhart

Ökonom Michael Fratzscher bei "Hart aber fair"
ARD Mediathek
Ökonom Michael Fratzscher bei "Hart aber fair"

  • Frank Plasberg ließ Zuschauer-Fragen zu Donald Trump von Experten beantworten

  • Ein Arbeiter wollte wissen, ob er sich wegen Trump Sorgen um seinen Job machen müsse

  • Ökonom Fratzschers Antwort ist so hart wie trocken

Die deutschen Talkshowmoderatoren kennen zurzeit nur ein Thema: Donald Trump, Donald Trump und Donald Trump. "Hart aber fair"-Moderator Frank Plasberg gab dem Gespräch über den amerikanischen Präsidenten immerhin einen neuen Dreh: Er ließ Zuschauer in kurzen Einspielern Fragen an Experten im Studio stellen.

Einer hatte eine Frage, die zurzeit vielen Deutschen auf dem Herzen liegt. "Die nächste Frage kommt aus dem Maschinenraum der Wirtschaft", leitete Plasberg den folgenden Einspieler ein.

"Muss ich mir um meinen Arbeitsplatz Sorgen machen?

Ein Arbeiter in einem mittelständischen Unternehmen, das Ventilatoren für die Industrie herstellt, fragte: "Muss ich mir um meinen Arbeitsplatz Sorgen machen?" Der Exportanteil seiner Firma liege bei 74 Prozent.

Die Reaktion des Ökonomen Michael Fratzscher vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung war so trocken wie hart: "Die kurze Antwort ist: wahrscheinlich ja!"

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Sollte Trump seine Drohung wahr machen und 35 Prozent Strafzölle auf deutsche Produkte erheben, müssten deutsche Unternehmen ihre Produkte teurer machen und wären dann nicht mehr konkurrenzfähig.

"Der wirtschaftliche Schaden könnte enorm hoch sein"

Vier Prozent der der deutschen Wirtschaftsleistung gingen über den Atlantik, damit seien 1,6 Millionen Arbeitsplätze direkt an die USA gebunden, so Fratzscher. "Der wirtschaftliche Schaden könnte enorm hoch sein."

Zudem befürchte er, dass die Deregulierung der Banken, die Trump zum Ziel hat, Turbulenzen an den Finanzmärkten wie 2008 auslösen könnte - und das, obwohl die Folgen der letzten Krise noch gar nicht bewältigt seien. "Das Risiko ist groß, dass wir in den nächsten Jahren wieder eine Finanzkrise erleben", sagte Fratzscher. Das würde sowohl die USA als auch Europa treffen.

Und doch gibt er Trump in einem Punkt recht. Der enorm hohe Exportüberschuss Deutschlands sei problematisch und löse Unfrieden aus. Nicht nur im Verhältnis zu den USA, sondern auch in dem zu den europäischen Staaten.

Der Grund: "Die Löhne in Deutschland sind zu niedrig."

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(jg)