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06/02/2017 06:27 CET | Aktualisiert 06/02/2017 10:57 CET

Zu viele Grippe-Patienten: Erste Krankenhäuser verhängen Aufnahmestopp

  • Die Zahl der Grippe-Patienten steigt in Süddeutschland - und verschärft die Situation in den Krankenhäusern

  • Beispiel: Nürnberg. Mehrere Notaufnahmen haben einen Aufnahmestopp verhängt

  • Patienten müssen auf die Rettungsdienste warten

  • Im Video erklären wir euch, mit welchen Symptomen ihr zum Arzt müsst

Die Grippe-Welle überrollt Süddeutschland. Mehr als 4600 Menschen haben sich allein in der letzten Januarwoche mit dem Grippe-Virus infiziert.

Besonders dramatisch ist die Situation im Raum Nürnberg: Dort mussten Krankenhäuser am Wochenende teils die Notaufnahme schließen und jeden weiteren Patienten ablehnen, weil sie wegen Grippe und anderer Virus-Infektionen überlastet waren. Das berichtet die "Nürnberger Zeitung".

Sechs Krankenhäuser in der fränkischen Großstadt und im direkt angrenzenden Fürth haben so auf die Krankheitswelle reagiert.

Patienten müssen auf den Rettungsdienst warten

Das hat auch Folgen für die Rettungsdienste: Die Fahrwege werden dadurch länger, und im schlimmsten Fall müssen die Patienten warten.

Doch nicht nur deshalb beschreibt Marc Gistrichovsky, der Leiter der Integrierten Leitstelle (ILS) in Nürnberg, die Situation der Zeitung zufolge als "sehr angespannt".

Auch die Zahl der medizinischen Notrufe ist seit fast zwei Wochen extrem hoch. Bis zu sechs Einsätze für Ersthelfer müsse die Leitstelle demnach parallel koordinieren. "Wir kommen nicht nach", erklärte Gistrichovsky der Zeitung.

Daher würde die Leitstelle zunehmend auch die Berufsfeuerwehr alarmieren, damit diese als sogenannte First Responder, also medizinische Ersthelfer, zu den Patienten fahren.

Mehr zum Thema: Grippe-Welle: Darum ist die absolute Influenza-Immunisierung so schwer

Grippe-Welle wird uns noch länger beschäftigen

Klar ist: Die Grippe-Gefahr ist noch nicht gebannt. Betrachtet man die Entwicklungen der vergangenen Jahre, wird die Zahl der Erkrankungen weiter ansteigen.

Doch wer schnell Hilfe braucht, sollte sowohl mit einer Erkältung als auch mit einer Influenza zu seinem Hausarzt oder zum ärztlichen Notdienst gehen, empfiehlt auch das Nord-Klinikum in Nürnberg in der Zeitung. Nicht nur um die Krankenhäuser zu entlasten, sondern weil Patienten dort die Chance haben, nicht zu lange warten zu müssen.

Wie ihr den ärztlichen Notdienst in eurer Region findet

Seid ihr erkrankt und würdet an sich zu einem niedergelassenen Arzt gehen - jedoch könnt ihr nicht bis zum nächsten Tag aus die Behandlung warten, dann ist der ärztliche Bereitschaftsdienst zuständig.

Wenn ihr nicht wisst, wo in eurer Umgebung der nächste ärztliche Notdienst zu finden ist, könnt ihr das unter der Telefonnummer 116 117 erfragen oder ihr schaut auf der Homepage "116.117info.de" nach.

(sma)