NACHRICHTEN
06/02/2017 05:33 CET

Pressestimmen zu Lady Gagas Auftritt: "Hymnisch, wild und furios, aber indirekt"

USA Today Sports / Reuters
Die Medien sind sich uneinig über die politische Aussagekraft von Lady Gagas Auftritt beim Super Bowl

  • Lady Gaga hat ein politisches Statement beim Super Bowl versprochen - und geliefert, heißt es in der Presse

  • Allerdings musste man zwischen den Zeilen lesen können - die Sängerin blieb beim "Pokerface"

Ja, Football ist auch gespielt worden beim legendären Super Bowl, dem Finale der US-amerikanischen American-Football-Profiliga. Die New England Patriots feiern ihren fünften Super-Bowl-Triumph.

Spannender fanden allerdings viele Beobachter die Frage, was da politisch ablaufen wird in der Pause. Denn Superstar Lady Gaga hatte angekündigt, dem höchst umstrittenen neuen US-Präsidenten Donald Trump entgegenzutreten.

Lady Gaga ungewohnt subtil

Nun, Lady Gaga hat ein politisches Statement abgegeben. Allerdings ungewohnt subtil. Im Rahmen einer musikalisch grandiosen Show. "Hymnisch, wild und furios, aber indirekt“, schreibt die „Welt“.

Das direkteste war noch Gagas Satz "Liberty and justice for all“. Es sind Worte aus dem Treuegelöbnis der Amerikaner gegenüber ihrem Land, dem sogenannten "Pledge of Allegiance“.

Viel Pop, wenig Politik

"Keine Kontroverse, viel Glitter“, betitelt die „New York Times“ ihren Text dazu.

Lady Gaga habe eine Botschaft zum Zusammenhalt des Landes angekündigt, eine eindeutige Botschaft. Die habe sie auch eingelöst, mit ihrer Liedauswahl, in der sie genau diesen Zusammenhalt beschwor - der Großteil der Show habe aber aus normalen Popsongs bestanden.

Der Auftritt "enthielt keine der offenkundigen politischen Stellungnahmen, die manche Leute erwartet hatten“, heißt es beim Fernsehsender CNN, "aber er enthielt eine Botschaft zur Inklusion.“

Die "Frankfurter Allgemeine Zeitung“ erkannte in der Liedauswahl gar eine "Hommage an ein tolerantes und multiethnisches Amerika“.

Kritik mit Pokerface

Der britische „Guardian“ machte die gleiche Beobachtung: "Heavy on the hits, light on the politics“. Und: "Lady Gaga zeigt ein politisches Pokerface, während sie beim Super Bowl über Inklusion singt."

Angesichts dieser Performance scheint die Bewertung der "Welt“, Frauen führten einmal mehr den Protest im Land an, etwas übertrieben.

Auffallende Werbung

Wer wollte, konnte neben Lady Gagas Auftritt aber noch mehr indirekte Trump-Kritik entdecken. "Ein politisches Statement und eine Protestnote reihte sich an die nächste“, heißt es im "Stern“.

"Es begann damit, dass drei Sängerinnen des Musicals Hamilton bei ihrem Auftritt das Lied 'America the beautiful’ um das Wort 'Sisterhood’, Schwesternschaft, verlängerten.“ Die Werbepausen seien gefüllt gewesen mit Spots, die die Einheit der US-Bevölkerung beschworen. Ein Beispiel: Eine Coca-Cola-Werbung, die in mehreren Sprachen ausgestrahlt wurde.

(jg)