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05/02/2017 05:25 CET | Aktualisiert 05/02/2017 05:37 CET

"Wir haben auch viele Killer": Trump relativiert Vorwürfe, Putin lasse Journalisten ermorden

  • US-Präsident Donald Trump hat in einem Interview Anschuldigungen gegen den russischen Präsidenten Wladimir Putin relativiert

  • Trump sagte, auch die USA seien kein unschuldiges Land

  • Mehr dazu auch im Video oben

US-Präsident Donald Trump hat ein einem Interview mit dem Fernsehsender Fox den russischen Präsidenten Wladimir Putin verteidigt.

Im Gespräch mit Moderator Bill O’Reilly wies er dessen Einwand, Putin sei ein "Killer", achselzuckend zurück. Trumps Begründung: Die Amerikaner wären genauso schlimm.

Das Interview wird am Sonntag vor dem Finale der American-Football-Profiliga, dem Super Bowl, gesendet. Der Fernsehsender zeigte einen Ausschnitt aus dem Interview daraus schon vorab.

"Ich respektiere Putin"

Darin sagt Trump über Putin:

"Ich respektiere ihn, aber ich respektiere eine Menge Leute. Das heißt nicht, dass ich mit ihm auskommen werde. Er ist der Anführer seines Landes. Ich sage, es ist besser, mit Russland auszukommen – als es nicht zu tun. Und wenn Russland uns im Kampf gegen den Islamischen Staat hilft, ist das gut. Das ist ein entscheidender Kampf – gegen die islamistischen Terroristen auf der ganzen Welt."

O’Reilly wirft daraufhin ein: "Aber er ist ein Killer. Putin ist ein Killer." Trumps Antwort: "Es gibt eine Menge Killer, wir haben eine Menge Killer. Was denken Sie? Dass unser Land unschuldig ist?"

Mit seiner Bemerkung spielte der Moderator auf die Anschuldigungen gegen Putin an, der russische Präsident lasse Journalisten und Regierungskritiker ermorden. Insbesondere bei zwei Fällen gibt es entsprechende Vorwürfe:

Der frühere russische Spions Alexande Litwinenko war 2006 in London vergiftet worden, die kreml-kritische Journalistin Anna Politkowskaja wurde im selben Jahr in ihrer Wohnung in Moskau erschossen.

Schon einmal äußerte sich Trump in dieser Weise über Putin

Trump hat den russischen Präsidenten schon häufiger verteidigt.

Während eines Interview 2015 sagte Trump zu den Anschuldigungen, Putin lasse Journalisten töten, die ihn kritisieren:

"Wenigstens ist er eine Führungsperson."

Und auch damals antwortete Trump: "Auch im Namen unseres Landes wird oft getötet."

Trump hatte sich mehrfach positiv über Putin geäußert und im Wahlkampf angekündigt, sich dafür einzusetzen, dass die Beziehung zwischen den USA und Russland sich bessern würden. Am Freitag hatte jedoch die neue UN-Botschafterin der USA, Nikki Haley, mit ihrer Kritik Russlands im Ukraine-Konflikt überrascht.

Mehr zum Thema: Gegen Merkel und die Demokratie: 22 Dinge, die Putin und Trump gemeinsam haben

Trump zum Wahlbetrug: "Das ist eine schlimme Situation"

Im Interview mit Fox befragte der Moderator O’Reilly Trump auch zu seinen Äußerungen über den angeblichen millionenfachen Wahlbetrug.

Trump antwortete, "viele Menschen“ würden ihm zustimmen. "Menschen, die keine US-Bürger sind und als Wähler registriert sind... Das ist eine wirklich schlimme Situation."

Trump hatte Ende Januar auf dem Kurznachrichtendienst Twitter eine Untersuchung zu einem angeblichen Wahlbetrug angekündigt.

Unter anderem solle überprüft werden, wer in zwei verschiedenen Staaten abstimme, welche Wähler illegal im Land seien und welche registriert seien, aber möglicherweise gar nicht mehr lebten, schrieb Trump damals.

Probleme mit der Wählerregistrierung gibt es zwar – wie eine Studie 2012 befand. Beweise für tatsächlichen Wahlbetrug hat Trump bisher jedoch nicht geliefert.

Dieser Artikel erschien zuerst bei der Huffington Post USA und wurde von Leonhard Landes ins Deutsche übersetzt.

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(ben)