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05/02/2017 02:53 CET | Aktualisiert 05/02/2017 02:55 CET

Nach Schulz-Höhenflug: CSU will Wahlkampf gegen "linke Republik"

MUNICH, GERMANY - NOVEMBER 04: Andreas Scheuer, Secretary General of the CSU  speak during at the annual CSU party congress on November 04, 2016 in Munich, Germany.  (Photo by TF-Images/Getty Images)
TF-Images via Getty Images
MUNICH, GERMANY - NOVEMBER 04: Andreas Scheuer, Secretary General of the CSU speak during at the annual CSU party congress on November 04, 2016 in Munich, Germany. (Photo by TF-Images/Getty Images)

  • Die Union will Angela Merkel offiziell als Kanzlerkandidatin ausrufen

  • Aber intern gibt es Streit um die richtige Strategie im Wahlkampf

  • Die CSU fordert einen Lagerwahlkampf - die CDU will auf eigene Stärken setzen

CDU und CSU gehen nicht nur mit zwei Programmen, sondern auch mit zwei unterschiedlichen Strategien in den Bundestagswahlkampf. Während die CSU einen Lagerwahlkampf gegen Rot-Rot-Grün führen will, möchte die CDU ihre eigene Stärken herausstellen und sich vorrangig mit der SPD messen.

Vor diesem Hintergrund gibt es unterschiedliche Erwartungen an das Treffen der Unionsspitzen am Sonntag und Montag in München, berichtet die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" (FAS). Bei dem Treffen soll Angela Merkel als gemeinsame Kanzlerkandidatin gekürt werden.

Scheuer: "Wir werden Schulz stellen"

CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer sagte der "FAS": "Von der Tagung wird das klare Signal ausgehen, dass wir gemeinsam gegen eine linke Republik kämpfen. Rot-Rot-Grün hat jetzt ein Gesicht: Martin Schulz. Denn Schulz kann nur in dieser Konstellation Kanzler werden. Er redet noch drum herum, aber wir werden ihn stellen."

Die Höhenflüge der SPD in den Umfragen kommentierte Scheuer auf Twitter so: "Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer. Und der Wahlkampf-Sommer wird noch sehr lang und vor allem konkret. #Umfragen #SchwafelSchulz"

Hingegen äußerte Peter Tauber, der CDU-Generalsekretär, gegenüber der "FAS": „Die SPD ist unser Hauptgegner. Da alle Parteien ohne Koalitionsaussage antreten, wird es auch keinen klassischen Lagerwahlkampf geben."

Tauber: "Wollen über unsere eigenen Stärken reden"

Weiter sagte er: "Wir wollen vielmehr über unsere eigenen Stärken reden, unser Programm, auch über die Erfolge unserer Regierung. Wir werben für eine bürgerliche Regierung unter Führung von Angela Merkel.“

Hintergrund der Differenzen ist, dass sich die CDU eine Koalitionsoption mit den Grünen offen halten will, während CSU-Parteichef Horst Seehofer dies strikt ablehnt. Seehofer fürchtet, dass von Schwarz-Grün im Bund das falsche Signal für die Landtagswahl 2018 in Bayern ausgehen würde, bei der die Partei ihre absolute Mehrheit verteidigen will.

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