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05/02/2017 08:08 CET | Aktualisiert 05/02/2017 08:47 CET

Streit um Werbespot: Trump-Anhänger boykottieren die größte Brauerei der Welt

Ringo Chiu / Reuters
Trump-Anhänger rufen dazu auf, Budweiser wegen eines Werbespots zu boykottieren

  • Wegen eines Werbespots rufen Trump-Anhänger dazu auf, die US-Biermarke Budweiser zu boykottieren

  • Die Werbung erzählt die Geschichte der Budweiser-Gründers, einem Einwanderer

Mit einem Werbespot hat die US-Biermarke Budweiser Anhänger des US-Präsidenten Donald Trump gegen sich aufgebracht.

Denn: Sie verstehen den Spot als Statement für eine immigrationsfreundliche Politik.

Budweiser-Gründer kam aus Deutschland

Budweiser - aktuell die größte Brauerei der Welt - hatte die Anzeige für das Finale der American-Football-Profiliga, dem Super Bowl, gedreht. Darin wird die Geschichte des Budweiser-Gründers Adolphus Busch erzählt, der 1857 aus Deutschland in die USA auswanderte und dort zusammen mit Eberhard Anheuser begann, das mittlerweile ikonische US-Bier zu brauen.

Während des Spots wird Busch mit Argwohn behandelt, weil er nicht so aussieht "als komme er von hier". Trotzdem lässt er sich von seinem Weg nicht abbringen und macht "seinen Traum" wahr.

Boykott-Aufruf per Twitter

Wegen der aktuellen Entwicklungen in der US-Politik wirkt die Werbung wie ein politisches Statement. Wenige Tage vor Veröffentlichung hatte US-Präsident Donald Trump die Einreise von Flüchtlingen in die USA gestoppt.

Budweiser wies jede Verbindung zur Politik zurück und sagte, die Werbung wolle eine amerikanische Erfolgsgeschichte zelebrieren.

Trump-Anhänger sehen das jedoch anders – und kritisierten den Werbespot für seine immigrationsfreundliche Haltung. Im Kurznachrichtendienst Twitter rufen sie unter dem Hashtag "BoycottBudweiser" dazu auf, Budweiser nicht mehr zu kaufen.

Ein Nutzer kritisiert etwa: "Politische Spots haben keinen Platz beim Superbowl. Amerikaner wollen ihr Land verteidigen."

Eine andere Nutzerin schrieb: "Nein danke... Es wird Zeit, Budweiser zu boykottieren. Wir brauchen euer Bier, eure Meinung und eure Immigranten nicht."

Auch Starbucks und Uber in der Kritik

Es ist nicht der erste Aufruf in den USA, ein Unternehmen wegen seiner politischen Haltung zu boykottieren.

Als die Café-Kette Starbucks nach Trumps Einreise-Dekret angekündigt hatte, 10.000 Flüchtlinge einstellen zu wollen, boykottierten Trump-Anhänger das Unternehmen. Das rief allerdings auch Kritiker des US-Präsidenten auf den Plan, Starbucks zu unterstützen.

Auch der Taxi-Dienst Uber wurde boykottiert – allerdings von Trump-Gegnern. Das Unternehmen hatte einen Streik von Taxifahrern, der sich gegen das Einreiseverbot richtete, nicht unterstützt. Uber-Chef Travis Kalanick kritisierte jedoch bald die Anordnung von Trump.

Dieser Artikel erschien zuerst bei der Huffington Post USA und wurde von Leonhard Landes ins Deutsche übersetzt.

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