NACHRICHTEN
05/02/2017 04:34 CET | Aktualisiert 05/02/2017 06:22 CET

BKA zur Flüchtlingskriminalität: "Straftaten in fast allen Bereichen rückläufig"

  • In einem aktuellen Lagebericht bilanziert das BKA die Kriminalität durch Zuwanderer

  • Die Zahlen sind demnach bei vielen Delikten rückläufig

  • Schwere Straftaten bewegen sich laut BKA auf "konstant niedrigem Niveau"

  • Die wichtigsten Infos des Textes seht ihr auch im Video oben

In den vergangenen Monaten debattierte Deutschland immer wieder darüber, wie kriminell Flüchtlinge und Zuwanderer sind.

Der Stand bisher: Sie begehen im Schnitt nicht mehr Straftaten als Einheimische und die Fallzahlen sind rückläufig. Allerdings fallen bestimmte Gruppen wie Nordafrikaner durch eine ungewöhnliche hohe Kriminalitätsrate auf.

Jetzt gibt es neue Zahlen vom Bundeskriminalamt (BKA), über die die "Bild am Sonntag" berichtet (ein Teil des Berichts ist auch auf der Homepage des BKA abrufbar).

BKA zieht positive Bilanz

Laut "BamS" registrierte das BKA in den ers­ten drei Quar­ta­len des ­Jahres 2016 44 voll­ende­te Tö­tungs­de­lik­te, bei denen min­des­tens ein Tat­ver­däch­ti­ger Zu­wan­de­rer war. Darunter fallen Taten wie Tot­schlag, Mord aber auch ein später Abbruch der Schwangerschaft.

Vergleichswerte zu der Gesamtzahl an Tötungsdelikten in Deutschland liegen derzeit noch nicht vor. Aber ein Vergleich mit Zahlen aus dem Jahr 2015 lässt vermuten, dass nur ein Bruchteil der Delikte in diesem Bereich von Zuwanderern begangen wird. Wie "Focus Online" berichtet, kam es 2015 insgesamt zu 1221 vollendeten Tötungen in Deutschland.

Insgesamt zieht das BKA eine positive Bilanz: "Die quartalsweise Entwicklung der Fallzahlen von Straftaten begangen durch Zuwanderer war in fast allen Deliktsbereichen tendenziell rückläufig."

Häufigste Delikte sind Schwarzfahren oder Ladendiebstahl

Wie die "BamS" berichtet, re­gis­trier­te das BKA in dem Zeitraum 214.600 Straf­ta­ten und ver­such­te Straf­ta­ten durch Zu­wan­de­rer. Die meis­ten Täter und Ver­däch­ti­gen kamen laut BKA-Bericht aus Sy­ri­en (31.173), Al­ge­ri­en (18.891), Af­gha­nis­tan (17.617), Ma­rok­ko (17.610), dem Irak (13.915) und Al­ba­ni­en (12.795).

Bei den meisten Delikten handelt es sich um Schwarzfahren und Ladendiebstahl.

Die Kriminaler stellen außerdem fest: Syrer, Af­gha­nen und Ira­ker begehen gemessen an ihrem Anteil unter den Zuwanderer verhältnismäßig wenige Straften. Bei Tatverdächtigen aus den Maghreb-Staaten, aus Georgien und der Balkan-Region ist es genau anders herum.

67.300 Straftaten gegen Zuwanderer

Die Beamten schreiben weiter in dem Bericht:

"Die signifikantesten Rückgänge der Fallzahlen waren im Bereich der Diebstahlsdelikte sowie der Vermögens- und Fälschungsdelikte zu verzeichnen. Die Zahl der Straftaten gegen das Leben sowie die der Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung bewegten sich auf konstant niedrigem Niveau. Die überwiegende Mehrheit der Zuwanderer beging keine Straftaten."

Und noch eine wichtige Zahl hält der Bericht bereit: "Zuwanderer waren hauptsächlich Opfer von Rohheitsdelikten und Straftaten gegen die persönliche Freiheit." Das BKA spricht 67.300 Fällen, in denen Zuwanderer Opfer einer Straftat wurden.

Pointiert und meinungsstark: Der HuffPost-WhatsApp-Newsletter

2016-07-22-1469180154-5042522-trans.png