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03/02/2017 16:41 CET | Aktualisiert 04/02/2017 05:42 CET

Was hat Donald Trump vor? Ein US-Magazin zieht einen unglaublichen Vergleich

Was hat Donald Trump vor? Ein US-Magazin zieht einen unglaublichen Vergleich
Carlos Barria / Reuters
Was hat Donald Trump vor? Ein US-Magazin zieht einen unglaublichen Vergleich

  • Eine China-Expertin erinnern die ersten Amtstage Donald Trumps an den Diktators Mao Zedong

  • Die USA seien auf dem Weg zu einem Regime, dass wie Maos China von Rechtlosigkeit und totalitärer Gewalt geprägt ist

  • Parallelen zwischen Mao und Trump seien vor allem der chaotische Regierungsstil und das Konstruieren einer eigenen Wirklichkeit

Wie werden sich die USA unter Donald Trump verändern? In einem Beitrag für den Blog “China Law & Policy” und das US-Magazin "Foreign Policy" formuliert die China-Expertin Elizabeth M. Lynch eine gewagte These: Die Präsidentschaft Donald Trumps weise Parallelen zur Schreckensherrschaft des chinesischen Diktators Mao Zedong auf.

Maos Herrschaft war gekennzeichnet durch Rechtlosigkeit, Terror und totalitäre Gewalt. Lynch sieht die USA auf dem Weg zu einem autoritären Regime, das damit vergleichbar ist.

Gefährliche Mischung aus Chaos und Ideologie

Maos Machtergreifung stürzte China für ein Jahrzehnt ins Chaos. “Ohne Zerstörung kein Aufbau“, lautete ein beliebter Spruch des chinesischen Diktators.

Dieses Motto könne auch auf Trumps erste Amtshandlungen übertragen werden: Trump will die Welt ins Chaos stürzen und die bisherige Weltordnung durcheinanderbringen, lautet eine These von Lynch.

Nur durch Chaos lässt sich ein Land jedoch nicht beherrschen - jedes autoritäre Regime braucht auch eine Ideologie. Bei Mao war dies unter anderem der sogenannte „Große Sprung“ (1957-1962). Mit dem Wirtschaftsprogramm wollte er das bäuerlich geprägte China mit aller Gewalt industrialisieren.

Auch Trump habe bereits ideologische Projekte durchgesetzt, schreibt Lynch: Allen voran die geplante Mauer zu Mexiko. Denn die sei objektiv betrachtet – aus Effizienz- und Kostengründen – ein absolut irrsinniges Unterfangen. Auch Trumps Einreise-Dekret falle unter die Rubrik „Ideologie“.

Typisch für diese ideologischen Projekte sei auch, dass sie nicht zu Ende gedacht würden, meint Lynch. Das treffe insbesondere auf den „Großen Sprung“ zu: Maos Sozialexperiment endete in einem Fiasko. Durch die Vernachlässigung der Landwirtschaft schlitterte China in die größte Hungersnot der Menschheitsgeschichte.

Hungern werden die US-Amerikaner unter Trump wohl nicht müssen. Trotzdem könnten Wirtschaft und Gesellschaft unter seiner Ägide großen Schaden nehmen.

Mehr zum Thema: Der Schattenpräsident: Trump-Berater Stephen Bannon ist der mächtigste Mann der Welt - und er ist gefährlich

"Säuberungsaktionen" und Attacken auf die Presse

Die Beseitigung unliebsamer Rivalen war während Maos Kulturrevolution allgegenwärtig. Auch bei Trump sei zu erkennen, dass er bei Personalentscheidungen keine Rücksicht auf Verluste nimmt, schreibt Lynch.

Er entlasse nach Belieben Mitarbeiter, wie etwa die kommissarische Justizministerin Sally Yates, die Kritik an Trumps Einreiseverbot geäußert hatte.

Die Personalie Stephen Bannon zeige zudem, dass Trump loyale Personen um sich schare und keinen Widerspruch dulde.

Vor allem nicht von der Presse.

Die Medien bezeichnete Trump als „Oppositionspartei“ und Journalisten als „die unehrlichsten Menschen auf dem Planeten“. Fast überflüssig zu erwähnen, dass unter Maos Regime eine freie Presse nicht existierte. Vielmehr wurden Journalisten verfolgt und getötet.

Mehr Autokratie denn Demokratie

So weit ist es bei Trump noch nicht gekommen. Mit der Wirklichkeit nimmt er es aber nicht sehr genau: Der Begriff „alternative Fakten“, den die Trump-Beraterin Kellyanne Conway prägte, ist der beste Beweis dafür.

Trump konstruiere sich seine eigene Realität, schreibt Lynch. So wie Mao: Der Diktator betrieb Geschichtsfälschung in großem Stil. Der „Große Sprung“, das gescheiterte Sozialprogramm, fand im Schulunterricht kaum oder eher positive Erwähnung.

Lynchs Fazit zum Vergleich zwischen dem chinesischem Diktator und dem neuen US-Präsidenten: Die USA erinnerten in den ersten Wochen unter Trump eher an eine Autokratie denn an eine Demokratie.

Die Öffentlichkeit müsse deshalb wachsamer denn je sein, um ein autoritäres Abdriften der USA zu verhindern.

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(jg)